Braunschweig. Für 65 Braunschweiger Konfirmanden aus Lamme, Ölper und der Wicherngemeinde im Kanzlerfeld war am Dienstagabend Kurswahl. Die drei Kirchengemeinden gehen seit drei Jahren gemeinsam neue Wege in der Konfirmandenarbeit. An die Stelle einer wöchentlichen Unterrichtsstunde sind Wahl- und Pflichtkurse an Wochenenden und das Konfirmanden-Ferienseminar getreten.
Das nach Darstellung der beteiligten Pfarrerinnen und Pfarrer erfolgreiche, aber auch arbeitsintensive Modell nennt sich „LÖW“. Der Name wurde aus den Anfangsbuchstaben der kooperierenden Gemeinden gebildet. Bei „LÖW“ wird weniger auswendig gelernt als früher üblich war, berichtet Pfarrerin Christina Kühnbaum-Schmidt aus der Wicherngemeinde. Das „Vaterunser“ und auch Lieder lernten die Jugendlichen statt dessen „im Vollzug“, beispielsweise bei den regelmäßigen „Jugendandachten“.
Der Kurswahl am Dienstag war im Herbst in den einzelnen Gemeinden jeweils ein Grundkurs „Gemeinde kennen lernen“ vorausgegangen. Da ließ beispielsweise Pfarrerin Christiane Klages, ebenfalls Wichern, ihre Konfirmanden die Kirchenvorsteher interviewen, mit Fragen wie: „Welche Zensur braucht man im Religionsunterricht, um Kirchenvorsteher zu werden?“
Zweiter Pflichtkurs wird das Anti-Gewalt-Programm „Schritte gegen Tritte“ sein. Als dritter Pflichtteil steht dann ein Wochenende zum Thema Abendmahl auf dem Programm mit dem Angebot, (freiwillig) in der Kirche zu übernachten. Der vierte verpflichtende Kurs gilt der unmittelbaren Vorbereitung auf die Konfirmation. Hinzu kommen drei beziehungsweise vier Wahlkurse. Diesmal wurden zwölf Themen an 20 Terminen angeboten. Das Themenspektrum reicht von Bibel, Diakonie und Gebet und den Zehn Geboten bis zu „Sterben, Tod und ewiges Leben“.
Für Christoph Berger, Pfarrer in Ölper, ist dies „einer der spannendsten Kurse“. Unter anderem wird der Friedhof erkundet und ein Bestatter besucht. Dies Thema ist häufig für Eltern schwierig, hat Pfarrer Günzel Schmidt, Wichern beobachtet. Die Elternarbeit ein neuer Zweig des Unterrichtsmodells, an dem maßgeblich auch noch Diakon Dieter Stadel beteiligt ist. Die Konfirmandeneltern werden im Februar zu einem Wochenende eingeladen mit dem Thema : „Hilfe, mein Kind wird konfirmiert!“.
Manfred Laube Aus: EZ-Online 109/01 vom 21.01.01