Fernseher und Farbfernseher aus der Anfangzeit des Fernsehens und des Farbfernsehens
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Kuba 1223 in Betrieb

Schwarzweiß-Fernsehen::

Dokumentation: Kuba "FET 1223"

Baujahr: 1960

Kuba Imperial
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Kuba 1223


Die Firma Kuba Imperial war ansässig in Wolfenbüttel und Osterode am Harz und produzierte Tonmöbel, Rundfunkgeräte, Fernsehgeräte und Kombinationen. Besonderes Aufsehen erregte sie mit ihrer Rundfunk-Fernsehkombination "Komet 1223" Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Als im Laufe der 80er Jahre bei der Fertigung von Fernsehgeräten zunehmend auf Holz verzichtet wurde und stattdessen Plastik vorgezogen wurde, stellte Kuba Imperial die Produktion Ende 1991 ein. Die Firma wurde aufgelöst und an ihrer Stelle wurde in den Produktionsstätten ein Sozialer Betrieb zur Qualifizierung und Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen eingerichtet, der sich mit dem Recycling von Elektronikschrott befasst.

Chassis Rückwand

Das hier gezeigte Gerät befindet sich im Privatbesitz von Andreas Fremdling, der es auch repariert und neu justiert hat. Die Rückwand besteht aus der damals häufig verwendeten Presspappe. Das Gehäuse besteht aus Holz, ist furniert und lackiert. Selbst nach 43 Jahren sind alle Schalter und Potentiometer noch im brauchbaren Zustand, trotz schlechter Lagerbedingungen. Der Fernseher wies einen starken vertikalen Linearitätsfehler auf und war in der unteren Bildhälfte stark gestaucht und in der oberen Bildhälfte stark gedehnt. Die Ursache war eine fehlerhafte Anodenspannung des Bildkipposzillators, die der Zeilenendstufe entnommen wurde. Im übrigen waren alle Röhren noch voll funktionstüchtig, und keine musste ausgewechselt werden.

Tuner Lautsprecher

Links der Valvo-Kanalwähler: Das Eingangssignal gelangt über 2 Trennkondensatoren und einen Bifilar-Symmetrieübertrager an die Anzapfungen des Eingangskreises. Dieser ist kapazitiv symmetriert, da die Röhreneingangskapazität 7 pF beträgt, und der Fußpunkttrimmer sich auf den gleichen Wert einstellen läßt. Der HF-Verstärker arbeitet in Kaskodenschaltung. Ein 2,7 pF-Kondensator dient zur Neutralisierung der Anodengitterkapazität der Katodenbasisstufe. Ein Leitkreis, der aus der Spule zwischen beiden Trioden der PCC 88 und den Röhrenkapazitäten gebildet ist, liegt mit seiner Eigenresonanz in der Mitte des Bandes III. Zwischen Kaskoden- und Mischstufe liegt ein abgestimmtes Bandfilter. Das Triodensystem der PCF 80 arbeitet als Colpitts-Oszillator, dessen HF-Spannung induktiv dem als Mischröhre arbeitenden Pentodenteil der PCF 80 zugeführt wird. Die PCC 88 galt damals als "Wunderröhre" wegen ihrer ausgezeichneten Verstärkerleistung.
Rechts der Lautsprecher.

Chassis Chassis

Rechtes Chassis-Photo: Rechts im Bild die ZF-Verstärkerstufen: Das Diodenfilter 6 ist zur geringen Oberwellenabstrahlung als unsymmetrisch bedämpffes Bandfilter ausgelegt worden. Mit dieser auch für den Verstärkungsfaktor günstigen Anordnung stieg die Empfindlichkeit des ZF-Verstärkers auf folgende Werte: ab Gitter 1 der Mischröhre PCF 80: 25-30 mV, ab Gitter 1 der EF 85 150-180 mV. (Bezogen auf 1 V UD, gemessen in den Ausgängen des Diodenfilters bei Maximalverstärkung.) In Filter 5 erfolgt induktiv angekoppelt die Nachbarbildunterdrückung und die Einstellung der Tonfalle. Filter 4 arbeitet in einer kapazitiven Phasenkompensationsschaltung, die es ermöglicht, den auf der hochfrequenten Seite der Durchlaßkurve liegenden Nachbartonträger bei einem sehr kleinen Wiederkehrzipfel zu unterdrücken und die erforderliche hohe Nachbarkanalselektion mit einer Falle zu erreichen. Die induktive Kopplung der (nicht versetzten) Bandfilter, (nur das l. Bandfilter ist aus Störstrahlgründen fußpunktgekoppelt), die kleinen Wiederkehrzipfel und die leicht glockenförmige Durchlaßkurve geben der Gruppenlaufzeit des Verstärkers einen besonders günstigen Verlauf. Durch Verwendung der Regelröhre EF 85, deren Kennlinie selbst bei großer negativer Vorspannung besonders weich verläuft, ist eine Übersteuerung des ZF-Verstärkers ausgeschlossen. Mit der Regelung einer ZF-Stufe und entsprechender Auslegung der Filter wird erreicht, daß die Regelverstimmung nicht nur ausgeglichen ist, sondern darüber hinaus bei Fernempfang eine Absenkung der hohen Frequenzen erfolgt. Diese Auslegung vermindert das Rauschen bei Fernempfang.
Neben dem Hochspannungskäfig auf der Chassis-Platine befinden sich der Phasenvergleich und die Zeilenautomatik: Die Zeilensynchron-Impulse werden in der Röhre EBC 91 zur Erzeugung einer für den darauf folgenden Sinus-Oszillator bestimmten Regelspannung mit den Zeilenrücklauf-Impulsen verglichen. Als Sinus-Oszillator dient das Pentodensystem der Röhre PCF 80. Gleichzeitig wird die Sinuskurve so verzerrt, daß eine direkte Ansteuerung der Zeilen-Endröhre erfolgen kann. Die Induktivität des Sinuskreises ist von außen geringfügig veränderbar. Die Abstimmung dieser Spule darf nur im Reparaturfall verändert werden, da sonst die Automatik unwirksam werden könnte. Um zu gewährleisten, daß sich auch bei stark abweichender Frequenz der Synchronzeichen (Eurovisionssendung) ein Nachstellen der Sinus-Oszillator-Frequenz von Hand erübrigt, ist das Gerät mit einer automatischen Nachregelstufe versehen. Ein VDR-Widerstand ist als Koinzidenzstufe geschaltet und schließt durch eine negative Sperrspannung (-20 Volt) (über R 715 und R 717) oder öffnet (0 Volt) das Triodensystem der PCF 80 in Abhängigkeit vom synchronisierten oder nichtsynchronisierten Zustand des Empfängers. Da dem Gitter dieser Triode gleichzeitig die Synchronimpulse (über R 716 und C 604) des Amplituden-Siebs zugeführt werden, wird im nichtsynchronisierten Zustand - also bei geöffneter Triode - der Synchronimpuls direkt an den Sinus-Oszillator gelegt und der Sinus-Oszillator kurzzeitig taktsynchron betrieben. Ist der Oszillator dadurch auf die Sollfrequenz "hereingezogen" worden, so wird das Triodensystem der PCF 80 wieder gesperrt, und die durch den Phasenvergleich bewirkte Mitnahme-Synchronisierung übernimmt wieder allein die Beibehaltung des Synchronzustandes.

Zeilenendstufe Zeilenendstufe

Die Zeilen-Endstufe mit den Rören PL 36 und PY 88 sowie der Hochspannungsgleichrichterröhre DY 86 arbeitet in Standardschaltung. Um die Amplitude der Zeilenablenkung, die Amplitude der Bildablenkung (da die Anodenspannung des Bildkipp-Multivibrators teilweise von der Zeilen-Endstufe entnommen wird) und die Hochspannung unabhängig von NetzspannungsSchwankungen und Bauteilalterungen konstant zu halten, ist die Zeilen-Endstufe automatisch geregelt. Die negative Regelspannung wird mittels eines VDR-Widerstandes vom positiven Zeilenrücklauf-Impuls abgeleitet und dem Gitter der Zeilen-Endröhre zugeführt. Die Lage des Arbeitspunktes und damit auch die Zeilen-Amplitude lassen sich mit dem Potentiometer P 729 regeln.
Linkes Photo: im Vordergrund der Bildkipp-Ausgangstrafo. Zur Erzeugung der Bildfrequenz dient ein Multivibrator, der mit der PCL 82 in einer Schaltung mit selbstschwingender Endstufe bestückt ist. Der Bildsynchron-Impuls wird vom Ausgang der Abschneidestufe entnommen, über RC-Glieder integriert und dem Gitter des Triodensystems zugeführt. Durch Veränderung der Trioden-Anodenspannung kann die Bildamplitude verändert werden. Die Bildfrequenzregelung erfolgt durch Änderung der Zeitkonstante im Gitterkreis der Triode, während die Linearisierung des die Endstufe steuernden Sägezahns durch Spannungs-Gegenkopplung von der Anode über ein RC-Netzwerk auf den Gitterkreis der Endröhre bewirkt wird. Zur Verringerung der Spitzenspannung des RücklaufImpulses wird ein RC-Dämpfungsglied benutzt. Obere und untere Linearität -können getrennt mit P 812 und P 811 eingestellt werden.

Bildröhre Bildröhre

Von der Demodulationsstufe gelangt das Signal über Entzerrungsspulen galvanisch an das Gitter der Video-Endröhre PCL 84. Der Arbeitswiderstand ist mit 3,6 KOhm sehr niederohmig gewählt worden, um bei den verschiedenen Kombinationstruhen mit unterschiedlicher Kabellänge zur Bildröhre keine Beeinträchtigung des Frequenzganges zu bekommen. Der Klarzeichner ist als frequenzabhängige Gegenkopplung in der Katode angeordnet worden (R 312, C 307). Der Kontrastregler ist als regelbarer Vorwiderstand im Schirmgitterzweig ausgebildet. Durch galvanische Ankopplung der getasteten Regelung R 302, in der Katode, verschiebt sich der Arbeitspunkt der getasteten Regelung, und die Verstärkung des Bild-ZF-Verstärkers wird geregelt. Eine Besonderheit der hier verwendeten Schaltung stellt der Widerstand vom Schirmgitter der Video-Endstufe zum Gitter in Höhe von 470 KOhm dar. Durch diese Schaltungsanordnung wird die am Arbeitswiderstand des Gleichrichters abfallende Richtspannung in Abhängigkeit der gewählten Kontrasteinstellung kompensiert und eine Arbeitspunktverschiebung und Verlängerung des Aussteuerbereiches der Video-Endstufe erreicht. Zwischen der Anode der Video-Röhre und der Katode der Bildröhre ist ein Sperrkreis zur Unterdrückung der 5,5 MHz Restspannung vorgesehen. Die Grundhelligkeit ist durch Spannungsänderung am Wehnelt-Zylinder regelbar. Das Potentiometer ist über einen Spannungsteiler direkt an der Anode der Video-Endstufe angeschlossen, um ein Mitlaufen der Grundhelligkeit bei Kontraständerung zu erzielen. Die Tonauskopplung erfolgt an der Anode der Video-Endstufe. Der Eingang des Ton-ZF-Verstärkers ist als 3fach-Filter ausgelegt, um eine große Weitab-Selektion zu erreichen. Die AM-Unterdrückung wurde im Vergleich zu den Vorgäbgertypen wesentlich verbessert. Durch die neuerdings gewählte katodenseitige Einspeisung des Synchronimpulses (Triode PCL 84) ist die Arbeitspunkteinstellung der getasteten Regelung nicht mehr erforderlich. Der Kanalwähler wird verzögert geregelt (Diode EBC 91). Der Einsatzpunkt liegt bei 1 mV Antenneneingangsspannung. Um Gradationsverzerrungen zu vermeiden, muß die Kanalwählerregelung einen steileren Verlauf haben als die des ZF-Verstärkers. An den Geräten 1021 wurde das durch einen Abgriff am Arbeitswiderstand der getasteten Regelung erreicht, da die Kennlinien der EF 80 und der PCC 88 etwa gleich lang sind. Am 1223 ist die Unterteilung des Arbeitswiderstandes nicht mehr erforderlich, da die steilere Regelcharakteristik der PCC 88 gegenüber der der Regelröhre EF 85 von selbst für den erforderlichen Unterschied sorgt. Deshalb steigt die Regelspannung der EF 85 bei hoher Feldstärke auch auf etwa -25 V an.
Die Bildröhre ist eine AW 59-90. Sie war die erste deutsche Dünnhals-Bildröhre in 110 Ablenktechnik.

In Betrieb In Betrieb

Nach erfolgreicher Reparatur im Januar 2003 ist das Gerät wieder voll funktionsfähig. Die Bildröhre weist eine ausgesprochen klare und differenzierte Bildwiedergabe mit sehr guten Strahlstromwerten auf. Die Bildeinstellungsregler sind versteckt unter der Frontansicht angebracht. Vor dem Bildschirm ist noch eine Implosionsschutzscheibe angebracht. Die gesamte Leistungsaufnahme des Apparats ist mit ca. 180 Watt angegeben.

Schaltplan

Kann hier als TIFF-Datei heruntergeladen werden (336 Kilobyte).

Röhren

PCC 88, 2mal PCF 80, PC 86, PC 88, 3mal EF 80, EF 85, 2mal PCL 82 PCL 84, ECH 81, EBC 91, PL 36, PY 88, DY 86 AW 59-90.

Warnung: Diese Webseite bietet Ihnen einen Einblick in das Innere des Gerätes. Beachten Sie bitte, dass die Entfernung von Rückwänden und Abdeckungen nur dem Fachmann vorbehalten ist. Das gilt besonders, wenn das Gerät eingesteckt ist, in Betrieb ist oder unter elektrischer Spannung steht. Verbrennungen oder gar tödliche Stromschläge können die Folge sein! Aber auch bei Netztrennung besteht die Gefahr, dass bei unsachgemäßer Vorgehensweise bösartige Stromschläge geschehen können. Insbesondere die Bildröhre und die mit ihr verbundenen Baugruppen können noch Stunden oder Tage nach der letzten Inbetriebnahme weit über 10.000 Volt Hochspannung führen. Der Autor lehnt jede Haftung für Verletzungen und Schäden, resultierend aus den hier gegebenen Informationen ab und weist ausdrücklich darauf hin, dass für den Unkundigen vor dem Öffnen von Geräten Fachleute wie Elektriker oder Elektrotechniker befragt werden müssen.

Photos: © Eckhard Etzold 2003.
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Impressum, http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/tv/kuba1223.htm, Stand: 1. März 2003, ee