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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche


Die Kirchenvorstandswahl März 2006
in der Braunschweiger Landeskirche




Beobachtungen zu den Kirchengemeinden mit mehr als dem Eineinhalbfachen der zu wählenden Kandidaten

Also das gibt es auch: Kirchengemeinden, die das Soll des Eineinhalbfachen der zu wählenden Kandidaten übererfüllen. Es sind überraschend viele. Es gelingt 188 Kirchenvorständen, mehr Kandidaten aufzustellen als nötig. Das zeigt: es ist Bewegung in sehr vielen Gemeinden. Ein Aufbruch eigener Art? Jedenfalls ist es das Ergebnis hartnäckiger Arbeit im Vorfeld, vieler Hausbesuche und Nachfragen. Die Stellenbewertung dieser Kirchengemeinden sollte für die nächsten sechs Jahre um einige Punkte erhöht werden.

Drei Kirchengemeinden haben unter besonderen Bedingungen gewählt, weil sie zusammengelegt worden sind. Das sind die Kirchengemeinden Noah (Nr. 1) in Salzgitter-Bad, Oker (Nr. 12) und Blankenburg (Nr. 36). Zu Noah sind die Kirchengemeinden St. Nikolai und Gnadenkirche zusammengelegt worden, in Oker die Martin Luthergemeinde und Paulusgemeinde und in Blankenburg die gesamten Stadt- und Randgemeinden.
Bei drei weiteren (Nr 64, 107, 183) ist ein Vergleich mit der Wahl 2000 nicht möglich, weil sie seinerzeit nicht gewählt haben..

In der Spitzengruppe mit 12 – 17 Kandidaten (Nr. 1 – 36) befinden sich viele Stadtkirchen in Salzgitter-Bad, Wolfenbüttel, Bad Harzburg, Braunschweig, Helmstedt, aber auch 14 Dörfer mit bis zu 1.500 Wahlberechtigten. Es ist auffällig, dass sich auch unter den Landgemeinden eine hohe Kandidatenzahl findet.
Diese Beobachtung setzt sich fort: in den Gruppe der 114 Kirchengemeinden mit bis zu neun Kandidaten ( Nr. 1 - 114) befinden sich 51 Dörfer und in den 127 Kirchengemeinden bis zu acht Kandidaten – für Dörfer eine hohe Zahl – ( Nr. 12 – 127) befinden sich 63 Dorfgemeinden, also die Hälfte.
Es ist demnach ein Irrtum zu glauben, daß auf den Dörfern keine Kandidaten aufzutreiben wären, weil dort weniger Menschen wohnten. Es kommt offensichtlich nicht auf die Größe der Kirchengemeinde sondern auf die Intensität der Gemeindearbeit an. Eigentlich eine Binsenwahrheit; schön wenn sie sich statistisch nachweisen läßt., und Ausreden verhindert. Es ist zugleich ein kräftiger Hinweis, daß eben auch auf den Dörfern intensive, erfolgreiche Arbeit bei der Kandidatensuche geleistet worden ist.

Die hohe Anzahl von Kandidaten ist dort besonders bemerkenswert, wo sich die Zahl der Kandidaten gegenüber dem Jahr 2000 sogar erhöht hat: nämlich bei 81 Kirchengemeinden.


Kirchengemeinden mit Zunahme der Kandidatenzahl gegenüber 2000

Nr.

Gemeinden

Propstei

aufgestellt

aufgestellt

Differenz

 

 

 

2006

2000

 

1

Schladen

Schöppenstedt

13

9

4

2

St. Ulrici in BS

Braunschweig

9

5

4

3

St. Mariae-Jakobi Salzgitter-Bad

Salzgitter-Bad

15

12

3

4

Wenden in BS

Königslutter

13

10

3

5

Hasselfelde

Bad Harzburg

12

9

3

6

Bettmar

Vechelde

12

9

3

7

Stöckheim  BS

Braunschweig

12

9

3

8

Jerstedt

Goslar

11

8

3



Die unterschiedlichsten Kirchenvorstände haben die Zahl der Kandidaten wie oben ersichtlich. teils erheblich um drei oder gar vier Kandidaten gegenüber der Vorstandswahl von 2000 erhöht. 16 Kirchenvorstände erhöhten die Kandidatenzahl um zwei und 56 Kirchenvorstände um einen Kandidaten. Eine Tabelle mit sämtlichen Kirchengemeinden befindet sich im Anhang.

Einige Beispiel aus vier Propsteien:
Daniel Kolkmann, 37 Jahre, ist seit 2004 in den beiden Kirchengemeinden Mariental und Barmke in der Propstei Helmstedt tätig. Die Zahl der Gemeindemitglieder in beiden Dörfern nahm insgesamt von 1.466 (2000) um 300 auf 1.176 (2006) ab. Die Zahl der Wahlberechtigten fiel entsprechend von 1.016 (2000) auf 930 (2006). Die Zahl der Kandidaten konnte der Kirchenvorstand in Marienthal bei einer Abnahme der Wahlberechtigten von 549 (2000) auf 476 (2006) auf sieben halten, aber in Barmke bei einer Abnahme der Wahlberechtigten 467 (2000) auf 454 (2006) von sechs auf acht steigern. Beide Gemeinden treiben also bei insgesamt 930 Wahlberechtigten 15 Kandidaten auf. Das finde ich außerordentlich. Also trotz sinkender Gemeindemitgliederzahl steigende Zahl von Kandidaten.

In der Propstei Goslar verwaltet Pfarrer Ohm, 46 Jahre, seit 1994 die zwei Kirchengemeinden Sehlde und Heere.


Gemeinde

Wahlberechtigte

Kandidaten

 

2006

2000

2006

2000

Sehlde

597

618

10

8

Heere

686

671

8

9

Insgesamt

1283

1289

18

17



Bei abnehmender Zahl der Wahlberechtigten im Dorf Sehlde ist die Zahl der Kandidaten um zwei von acht auf zehn gestiegen, in der Nachbargemeinde Heere, wo die Zahl der Wahlberechtigten leicht gestiegen ist, dagegen um einen gefallen. Für zwei Dörfer mittlerer Größe gewannen die Kirchenvorstände 18 Gemeindemitglieder als Kandidaten.

In der Propstei Salzgitter- Bad können die vier Kirchengemeinden Jakobi und Dreifaltigkeit in der Stadt und Gr. Mahner und Barum auf dem Land trotz abnehmender Zahl der Wahlberechtigten die Zahl der Kandidaten vermehren.


Gemeinde

Wahlberechtigte

Kandidaten

 

2006

2000

2006

2000

Dreifaltigkeit SZ. Bad

1.935

1.983

11

9

Gr. Mahner

329

360

7

6

Jakobi SZ. Bad

3.365

3.564

15

12

Barum

380

418

9

7



Ein weiteres herausragendes Beispiel:
In der Propstei Schöppenstedt verwaltet der 42 jährige Pfarrer Axel Bothe im Pfarrverband Gr. Dahlum-Schliestedt sieben Kirchengemeinden mit insgesamt 1.535 Gemeindemitgliedern. Eine ganz außerordentliche Herausforderung, besonders an den Festtagen, zur Vertretungszeit und nun auch bei einer Kirchenvorstandswahl.
In allen sieben Kirchengemeinden wird gewählt und steht eine Wahlurne.


Kirchengemeinde

Wahlberechtigte

Kandidaten

 

2006

2000

2006

2000

Gr. Dahlum

396

403

9

9

Kl. Dahlum

53

64

5

6

Eitzum

216

229

8

6

Uehrde

178

195

6

6

Schliestedt

199

171

6

6

Warle

105

112

6

6

Watzum

155

157

5

5

Insgesamt

1.302

1.331

45

44



Man mag es kaum fassen, daß überhaupt ein Pfarrverband mit einer derart geringen Zahl von Wahlberechtigten von 1.331 Gemeindemitgliedern schon im Jahr 2000 44 (!) Kandidaten auftreiben konnte, und diese Zahl nicht nur nach sechs Jahren hält, sondern bei gewiß geringfügig abnehmender Zahl der Wahlberechtigten sogar steigert, und zwar im Dorf Eitzum mit 216 Wahlberechtigten von sechs auf acht Kandidaten, und insgesamt von 44 auf 45 Kandidaten!


58 Kirchengemeinden haben die hohe Zahl der Kandidaten von 2000 erneut erreicht. Das heißt: sie haben das hohe Niveau des Übersolls über sechs Jahre gehalten. Das ist ein besonderes Zeichen von kontinuierlicher Arbeit, selbst wenn die Kandidaten gewechselt haben sollen.

43 Kirchengemeinden haben dieses Übersoll dadurch gehalten, daß sie weniger Kandidaten als 2000 aufgestellt haben. Das entspricht dem Trend der abnehmenden Gemeindemitgliederzahl und wäre jenen Kirchengemeinden zu empfehlen, die über zu wenig Kandidaten klagen. Dann muß eben die Zahl reduziert werden und kann dem Gesetz doch mehr als Genüge getan werden.

Es kann auch ein Zeichen der Arbeitsintensivierung sein, wenn früher zu groß geplante Kirchenvorstände nunmehr reduziert werden.



Fazit:

a) Es ist in allen Kirchengemeinden gut möglich, das gesetzlich vorgeschriebene Eineinhalbfache der aufzustellenden Kandidaten zu erreichen und sogar im hohen Maß darüber hinaus.

b) Es gibt dabei keinen Unterschied zwischen Stadtgemeinden und Landgemeinden.

c) Die hohe Kandidatenzahl bei den ländlichen Kirchengemeinden ist bemerkenswert. Sie demonstriert den Willen auch kleiner Kirchengemeinden, die Selbständigkeit in organisatorischer, finanzieller und geistlicher Verantwortung zu wahren. Jeder Eingriff bedeutet eine schwere Beschädigung des kirchlichen Verantwortungswillens auf dem Lande.




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Impressum  http://bs.cyty.com/aktuell/eineinhalb3.htm, Stand: April 2006, dk

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