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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche


Die Kirchenvorstandswahl März 2006
in der Braunschweiger Landeskirche



Vorwort

Diese kleine Betrachtung zur Kirchenvorstandswahl im März 2006 ist Teil meiner kirchengeschichtlichen Arbeit zur Landeskirche. Manche werden vielleicht sagen: Kuessner ist doch jetzt (endlich) im Ruhestand. Was kümmert er sich noch um die Landeskirche? Dieser Vers hieß, als ich noch in den Gemeinden tätig war: Kuessner soll doch lieber Hausbesuche machen, anstatt sich um die Bischöfe Bernewitz, Johnsen und die Landeskirche im Nationalsozialismus zu kümmern. Solche und andere Töne haben den Mißklang unbearbeiteter Betroffenheit.

Die Abhandlung soll eine Referenz an jene vielen Kirchengemeinden sein, die die Kirchenvorstandswahl zu einer Verlebendigung des kirchlichen Lebens genutzt haben. Man kann m.E. von einem Aufbruch besonders in den Landgemeinden sprechen. Leider verschwinden hinter der Karwoche, der Osterzeit und den Konfirmationen leicht die mühsam errungenen hervorragenden Ergebnisse in den Gemeinden. Mit dieser Arbeit möchte ich die Kirchenvorstandswahl für einige Zeit in Erinnerung bringen und Freude machen, auch mal über die eigene Kirchengemeinde hinaus in die Arbeit anderer hineinzusehen und sich anregen zu lassen.

Ich gebe zu, daß mich die erste, durch die landeskirchliche Pressestelle veröffentlichte Wertung der diesjährigen Kirchenvorstandswahl, die dann auch von der Lokalpresse übernommen wurde, in seiner öffentlichen Wirkung geärgert hat. Sie lautete: die Kirchenvorstände wären weiblicher und jünger geworden. Die Frauenquote wäre von 52 % auf 57 % gestiegen, das Durchschnittalter von 49 Jahre (2000) auf 48 Jahre gesunken. Das klang in meinen Ohren wie der Tagtraum eines in der middlelife Krise befindlichen Analysten; etwa nach dem Motto: auf in die Kirchenvorstände, da findet man junge Frauen. Dies war eine jener verzweifelt positiven Nachrichten, die neuerdings über die Landeskirche in die Welt gesetzt werden (sollen). Mein Eindruck ist, daß nach wie vor die Älteren zwischen 55 und 70 den Stamm der Kirchenvorstandsarbeit bilden. Inzwischen hat die Pressestelle ihre Analyse revidiert. Die Wahlbeteiligung ist geringfügig höher, das Durchschnittsalter jedoch ist um ein Jahr gestiegen: jetzt 50 Jahre statt der gemeldeten 48 Jahre. Das ist m.E. gar keine Meldung wert. Wer aber mit der Meldung „jünger und weiblicher“ unbedingt „positiv“ sein will, müßte ehrlicherweise jetzt dementieren: „weiblicher und älter.“ Dazu fehlt es natürlich an Mut, weil mehr shock als chic, und der Eindruck wäre genauso schief wie der erste in die Welt gesetzte.

Dieser Beitrag ist, rasch ersichtlich, keine Wahlanalyse, sondern besteht aus Beobachtungen. Das aufbereitete Zahlenmaterials soll zu weiteren eigenen Beobachtungen anregen.

Ich habe der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und der Pressestelle des Landeskirchenamtes für die Überlassung des Materials zu danken.

Diese Seiten sind ein Beitrag von „Kirche von Unten“, in der schon die vorhergehenden Kirchenvorstandswahlen besprochen worden waren. Für die Normalausgabe wäre dieser Beitrag zu lang. Daher diese Extrablätter.
Sie sind auch auf den Webseiten „http://bs.cyty.com/kirche-von-unten“ abzurufen.

Herrn Reemt S. Heijen ist vor allem für die beträchtliche technische Aufbereitung der Daten verantwortlich, und war auch bei der mehrfachen Durchsicht der Arbeit hilfreich.. Wir haben die Arbeit praktisch gemeinsam gemacht.

Ich wünsche dieser Abhandlung kritische Leserinnen und Leser und bin für Rückmeldungen dankbar.

Dietrich Kuessner
26.4.2006




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Impressum  http://bs.cyty.com/aktuell/vorwort.htm, Stand: April 2006, dk

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