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[Kirche von unten]

Ottmar Palmer 1873 - 1964

Versuch einer Annäherung und Deutung

16. Kapitel


Übersicht über Organisation und Entwicklung des Braunschweiger Pfarrernotbundes


Aus den bestehenden Mitgliederlisten des Pfarrernotbundes aus den Jahren 1934 (PNB 2/123),1938 (NL 302),1943 (PNB 9 1943/28) und 1946, läßt sich eine knappe Übersicht über die Organisation des Pfarrernotbundes erstellen.

 

November 1934

November 1938

Juli 1943

1946

 

 

 

 

 

 

Ahlswede August, Holzminden

Ja

ja

---

 

Althaus Adolf, Helmstedt

ja, Oker

ja

gef. 1944

 

Althaus, Georg , Timmerlah

Ja

ja

ja

 

 

Althaus G., em  W

ja

gest.1946

 

Apel Karl, Lunsen

ja Propst Holzminden

ja

Hannover

 

Barg Paul, Volkerheim

ja Andreaskirche BS

ja

ja Gr.Schwülper

 

Berndt Friedrich, Cremlingen

nein

nein

gest.1941

 

Bosse Erwin,
Wangelnstedt über Stadt.

ja Braunschweig Georg

ja

ja

 

Bosse Wilhelm, Kreiensen

ja

ja

ja

 

Brinckmeier Rudolf, Vorwohle

ja Potsdam

nein

ja Othfresen

 

 

Brinkmann, Vechelde

nein

ja

 

Burmester Karl, Hedeper

ja

ja

ja

 

Buttler Hans, Gr. Dahlum

ja Alvesse

ja

ja

 

Caspar Siegfried, Volkersheim

ja

ja

ja

 

Clemen Fritz, Helmstedt

ja

ja

ja

 

Cunze Wilhelm, Volkmarsdorf

ja 1934 em

verst. 1940

---

 

 

 

 

Damrow Johannes, BS

 

Dankwerths Carl,
Harderode über Hameln

fehlt

ja

Hannover

 

Dodt Friedrich, Bettmar

ja

ja

ja

 

Dosse Otto, Lesse

gest.1936

---

---

 

Drude Heimbert, Holzminden

ja

ja

Hannover

 

 

Elster Friedrich, Jerxh.

gef.1941

---

 

Erdmann Martin, Lelm

ja

ja

ja WF

 

Freise Walter, Braunschweig, Petri

ja

ja

ja

 

Freytag Wilhelm em Wf

ja

Leiferde

ja

 

Frielinghaus Eberhard, Braunschweig

ja

ja

nein

 

 

 

 

Geisler Kurt, Sambleben

 

 

 

 

Froese Ernst, BS

 

 

 

 

Frühling Gerh. Lutter

 

Goetze Alfred

ja

ja

nein

 

Heinemann  Karl, Barbecke

ja

ja

ja

 

 

 

 

Haferburg Karl Br, Alvers.

 

Helmer Karl, Bettingerode

auswärts Niedersachswerfen

 

---

 

Helweg Hans, Rühle bei Bodenwerder

ja

ja

verzogen

 

 

Herdieckerhoff Reinhard

ja

ja

 

 

Hilbert Helmut, Wienr.

verzogen

---

 

Hille Waldemar, Calvörde

ja

ja

1944 gef.

 

 

 

 

Hille Wilhelm; 1949 ausg.

 

Hoerschelmann Ferdinand, Sauingen

ja

ja

ja

 

 

Ihssen Wolff-Hub. Boffz.

Ja

Hannover

 

 

 

 

Janssen Udo Gs

 

Kammerer Ernst Heinrich, Grünenplan

ja Hohegeiß

ja

ja

 

Kirchner, Johannes Braunschweig

ja em

verst. 1942

---

 

Klapproth Heinrich,  Hessen

ja Lehndorf

ja

ja

 

 

 

 

Kleemeyer Kurt Neu Erk.

 

Klingelhöffer Wilhelm, Thedinghausen

ja BS

ja

nein

 

 

 

 

Krupp Gerh., Jerstedt

 

Lachmund Heinrich, Blankenburg

ja

 

ja

 

Länger Friedrich,  Bad Harzburg

ja

ja

gest.1943

 

Lagershausen, Hermann Braunschweig

ja

em.

gest. 1942

 

 

Lepsien,Rolf Watenstedt

ja BS

ja

 

Lindemann Adolf, Benzingerode

wann eingetreten???

 

ausgetreten 1940

 

 

 

 

Lindemann Friedr. Gs

 

Lipsius Theodor, Rübeland

Kissenbrück

ja

ja

 

 

 

 

Müller Arnd,  Mahlum

 

Oehlmann Hans-Otto Parsau

ja

ja

ja

 

 

 

 

Oelker Karl-H. Gr. Flöthe

 

Oelze Victor Söllingen

Cremlingen

ja

ja

 

Padel Herbert, Hehlen

ja Helmstedt

ja

ja; 1948 ausg

 

Palmer Ottmar, Rauschenwasser

ja Berka

ja

ja

 

 

 

 

Payk Ernst, Lochtum

 

Peucker Arthur, Wolfshagen

ja

 

ja

 

Querfurth Albert, Wolfenbüttel

ja Walkenried

 

ja

 

Radkau Rennig, Bs

ja Hasselfelde

 

ja

 

 

Reischauer Hans Harzbg

ja

ja

 

Rohlfs Alexander, Kirchberg

ja

ja

ja Wf

 

 

Ruess(?) BS.Donnerb.

---

---

 

Rothermel Alexander, Hoierd.

ja

ja

ja

 

 

 

 

Rüss Ulr., Duttenstedt

 

Sander Karl, Riddagshausen

ja

gef. 1942

---

 

 

 

 

Schaper Kurt, Reppner

 

 

 

 

Schliephak Max, Brodelem

 

 

 

 

Schünemann Iwan,Gr. Winnigstedt

 

 

 

 

Schrader Otto, WF

 

Schröder Walter, Saalsdorf

ja Esbeck

ja

ja

 

 

 

 

Schröder-Pander Wolfg. Meerdorf

 

Schubert Walther, Wolsdorf

ja Fümmelse

ja

nein

 

v. Schwartz Karl, Walchensee

BS

gest. 1943

---

 

v. Schwartz, Karl-Adolf Eilum

ja

ja

ja

 

Seebaß Adolf, Marienthal

ja Langlingen/ Celle,

nein

---

 

Seebaß Julius, Börnecke

ja

ja

ja

 

Seebaß Georg, Rautheim

ja

ja

ja

 

Seebaß Hans Eduard, Braunschweig

ja

ja

ja

 

 

 

 

 

 

 

Steinblink Wolfg. Derenthal

ja

Hannover

 

Stosch Gerhard, Wienrode

1938 em.

---

---

 

Styhler Karl, Deensen

ja

ja

ja

 

 

 

 

Ulrich Herm Heinr., Berel

 

 

Waecheler (?) Vikarin

---

---

 

 

Wandersleb Adolf, Langelsheim

ja

nein

 

 

 

 

Walther Otto BS

 

Wendeburg Otto, Bs, Marienstift

ja

ja

ja

 

 

 

 

Wedekind Wilh., Gr.Döhrern

 

Wicke Hermann, Zorge

ja

ja

ja

 

Wicke Joh. Heinr., Wolfenbüttel

ja Grünenplan

ja

ja BS

 

 

 

 

Wicke Hugo, Wolsdorf

 

 

Witte Max, Wahle

ja BS

ja

 

 

 

 

Wielgoß Helmut Schlewecke

 

 

 

 

Wiesenfeldt Hans, Liebenburg

 

Wurr Gustav, Gittelde

ja

ja

ja 1946 ausgetreten


Bekenntnisgemeinde in Braunschweig
Eine weitere Bekenntnisgemeinde bildete sich um Domprediger v. Schwartz in Braunschweig. Sie bestand im wesentlichen aus der Personalgemeinde am Dom und fand sich ab 1935 in der Brüdernkirche zusammen, wo v. Schwartz eine neue Predigtstelle erhalten hatte. v. Schwartz brachte die 1933 verbliebenen Reste der Lutherische Vereinigung in die Bekenntnisgemeinde ein. Wie auch die Blankenburger Bekenntnisgemeinde gehörten ihre Mitglieder vor allem der konservativen Schicht der Stadt an. Auch für v. Schwartz gab es von vielen Gemeindemitgliedern unterschriebene Protesterklärungen, die zum treuen oder weiteren Kreis der Bekenntnisgemeinde gerechnet werden können. Die Braunschweiger Gemeinde bildete einen Bruderrat, dem der Arzt Dr. Vermeil angehörte, und gab die roten Karten aus.

Eine andere tragende Kraft der Braunschweiger Bekenntnisgemeinde war die Buchhandlung Wollermann und Bodenstab am Bohlweg.
Ein aktives Mitglied dieser Bekenntnisgemeinde war die Oberin Adelheid Caspar.


Bekenntnisgemeinde in Wolfenbüttel
Eine Bekenntnisgemeinde bildete sich in Wolfenbüttel. Sie wurde vom Museumsdirektor August Fink geleitet und traf sich in der Sakristei der Trinitatiskirche. Geistlich betreut wurde sie von Karl Burmester in Hedeper, Vikar Querfurth und später von Karl Adolf v. Schwartz. 1937 legte Fink den Vorsitz nieder.


Bekenntnisgemeinde in Helmstedt
Um die Pfarrer Adolf Althaus und Fritz Clemen bildete sich eine Bekenntnisgemeinde in Helmstedt. Sie traf sich 14tägig in den Gemeinderäumen der Stephanikirche und erhielt durch Ottmar Palmer ab 1935 einen kräftigen Aufschwung. Zur Helmstedter Bekenntnisgemeinde gehörten die Studienräte Schwarz und Simm. Die Abende dienten vor allem den Informationen über die Vorgänge in der Bekennenden Kirche in den anderen Landeskirchen und der theologischen Schulung.

Auch in Walkenried und Holzminden sollen Bekenntnisgemeinden existiert haben. Quellen dazu habe ich bisher nicht gefunden.


Bekenntnisgemeinde in Volkersheim
In der Dorfkirche von Volkersheim amtierten hintereinander zwei Notbundpfarrer, Paul Barg und ab 1935 Siegfried Caspar. Seine Schwester gehörte der Braunschweiger Bekenntnisgemeinde an. Die Stütze der beiden Pfarrer war das Ehepaar v. Gadenstedt.

Burghard v. Gadenstedt (1899-1944) und Anina v. Gadenstedt, geb. Freiin Knigge (1898-1945) bewirtschafteten in Volkersheim ein Gut und bildeten eine Hausgemeinde mit täglichen Andachten, Bibellese und Tischgebet, an der Familie und Mitarbeiter teilnahmen. Frau v. Gadenstedt beteiligte sich an den vom Notbund angebotenen Freizeiten in Bad Harzburg. Herr v. Gadenstedt kaufte für die Mädchenarbeit der Bekennenden Kirche ein Auto, das Frl. v. Hoerschelmann fuhr. Es war auf den Namen von v. Gadenstedt eingetragen. Sie hatten einen privaten Gutskindergarten eingerichtet, der später zum Hort umgewandelt wurde. In der ganzen Umgebung wurden dagegen NSV Kindergärten eingerichtet. Herr v. Gadenstedt meldete sich an die Front und fiel.
Frau v. Gadenstedt wurde wegen einer abfälligen Bemerkung über Hitler im Zusammenhang mit dem 20. Juli denunziert, im Februar 1945 verhaftet und erlitt im Gefängnis von Goslar bleibende gesundheitliche Schäden, an denen sie 1945 starb.

Von Frau v. Gadenstedt ist folgender Brief an den Präses der Bekenntnissynode erhalten:

„Sehr verehrter Herr Präses Dr. Koch
Im Auftrage meines Mannes als Patron der hiesigen Kirche möchte ich Sie bitten, uns wenn möglich einen guten jüngeren Pastoren, der Bekenntnis und Notbund nahe steht, für die am 1. Nov.34 frei werdende Pfarre zu Volkersheim, 500 Seelen, zu empfehlen. Die Nebenstelle Schlewecke-Werder mit zusammen 700 Seelen gehört mit nach Volkersheim. Beide Orte gehören zur braunschweigischen Landeskirche, Werder zur Hannover Landeskirche. Wir wären sehr dankbar für einen Pfarrer, der in der Gemeinde tätig ist u. dem seelsorgerliche Besuche am Herzen liegen. Leider ist das kirchl. Gemeindeleben nicht sehr rege. Da es grade in dieser Zeit sehr bedauerlich ist, wir auch in der Nachbarschaft keine Pfarrer haben (Braunschweiger), die hier aushelfen können, wäre mein Mann für eine eventl. Auskunft unendlich dankbar. Der scheidende Herr Pastor Barg gehört zum Notbund, wir zur Bekenntnisgemeinde. Indem wir Ihnen von Herzen Gottes weiteren Segen für Ihre Arbeit an Seinem Wort wünschen bin ich in aufrichtiger Dankbarkeit Ihre A. v. Gadenstedt Volkersheim b. Bockenem. Harz d. 25.10.34


Laienprofile der Bekennenden Kirche Braunschweig
Es fehlte in der Braunschweiger Bekennenden Kirche keineswegs an engagierten kirchlichen Mitarbeiterinnen und Laien. Ich kann im folgenden nur einige Namen aufzählen und die angefügten Daten einer Weiterarbeit empfehlen.

Dagmar v. Hoerschelmann (1902 – 1996)
Die Innere Mission beherbergte bei sich üblicherweise die Jugendarbeit. Die Berufung des Blankenburger BK-Mitgliedes Dagmar v. Hoerschelmann 1935 zur Leiterin der Mädchenarbeit in der Landeskirche bedeutete eine enorme Stärkung der Rolle des Notbundes. Im Gebäude der Inneren Mission in der Peter-Joseph- Krahe-Straße hatte das Mädchenwerk seine bescheidene organisatorische Zentrale. Dagmar v. Hoerschelmann lehnte eine Anstellung unter Bischof Johnsen aus kirchenpolitischen Gründen ab und besorgte sich ihren Unterhalt durch Spenden aus den Pfarrämtern und der Kasse des Notbundes. Sie wurde organisatorisch dem Pfarrernotbund unterstellt. Karl Adolf v. Schwartz war ihr formloser Dienstvorgesetzter. (MzA S. 262)

Annemarie Haedke (1914 - 2000)
Dieses landeskirchliche Mädchenwerk wurde erheblich verstärkt, als 1936 Annemarie Haedke als Leiterin der Mädchenarbeit in der Stadt Braunschweig eingestellt wurde. Frau Haedke war in der Bibelschule des Burckhardthaus in Berlin Dahlem ausgebildet, das stark vom Dahlemer Kurs unter Martin Niemöller geprägt war. Annemarie Haedke war nach den ersten Kontakten in der Braunschweiger Pfarrerschaft, auch mit den Notbundbrüdern, furchtbar enttäuscht. Sie vermißte den kräftigen kirchenkämpferischen Ton und die klare theologische Ausrichtung. Frau v. Hoerschelmann und Frau Haedke freundeten sich persönlich an und bildeten für die Arbeit des Notbundes eine sehr große Hilfe. A. Haedke war 1947 Delegierte bei der 1. ökumenischen Jugendtagung in Oslo, ab 1957 übernahm sie die Leitung des Mädchenwerkes, ab 1962 den „Dienst für berufstätige Frauen“ und ging 1974 in den Ruhestand.


Elfriede Randau (1914 - 2004)
1937 bis 1939 Ausbildung in der Bibelschule des Burckhardhauses. Mitglied der Bekennenden Kirche. 1939 bis 1962 Gemeindehelferin in Salzgitter. 1944 wegen Heimtücke verhaftet, aber vom Braunschweiger Sondergericht unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Ahrens freigesprochen.

Ingeborg Klünder (geb.1919)
geb. in Berlin
1938-1940 Ausbildung in der Krankenpflegeschule Potsdam. Nach Abschluß zweite Ausbildung in der Bibelschule des Burckhardhauses. Mitglied der Bekennenden Kirche. 1942 bis 1943 Gemeindehelferin in der St. Georggemeinde in Braunschweig. Im November 1943 in Braunschweig wegen der Äußerung „Der Krieg ist eine Strafe Gottes“ verhaftet. Am 14. Juni 1944 wurde sie wegen Wehrkraftzersetzung vom Volksgerichtshof in Berlin zu drei Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt. Am 1.5.1945 nach Aufenthalten im Frauenzuchthaus Cottbus und Leipzig Klein Meuesdorf aus dem Zuchthaus Waldheim entlassen und nach achtjähriger TBC-Krankheit als Folge der Inhaftierung ab 1953 im Gemeindedienst in Berlin.

Neben diesen hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeitern traten eine Reihe profilierter „Laien“, die hier alphabetisch wiedergegeben werden.

Bergmann,
Regierungsdirektor a. D.; Mitglied des Blankenburger Bruderrates

Karl Bode geb. 31. 8.1883 in Lüchow, 1895 im Gymnasium in Verden, 1920 Abitur mit Hebraicum
Studium in Tübingen, München und Berlin Germanistik und neuere Sprachen
1910 Heirat einer Tochter vom Dr. Georg Blaubert (am 10.11.1950 verstarb die Frau)
1915-1918 im Gr. Hauptquartier;
ab 1.4.1920 in Braunschweig als Regierungsrat und ab 1921 Oberregierungsrat,
Leiter des Stenografischen Landesamtes; Lehrauftrag an der TH „modernes Schriftwesen.
1933 wurde das Landesamt aufgelöst und Bode mit 50 Jahren in den Ruhestand versetzt
Vorsitzender des Christlich sozialen Volksdienstes
1934 Herausgeber von „Ruf und Rüstung“ nach der Disziplinierung von Lachmund und Karl v. Schwartz
1934/35 Teilnehmer der Barmer, Dahlmer und Augsburger Bekenntnissynoden und Anfertigung der Sitzungsstenogramme, die als Vorlage für die Veröffentlichung von Wilhelm Niemöller dienten.
Mitglied der Braunschweiger Bekenntnisgemeinde
1935-1951 Archivar im Bodelschwingh Archiv in Bethel (siehe „Aus dem Bodelschwingh Archiv von Dr. Bode RuR 1936 S. 49 ff)

Heinrich Bodenstab geb. 29.2. 1880 gest. 13.1.1966
1880 in Burgdorf/Hannover geb. und kam als Waise ins Herrmannsburger Internat
15 Jahre Kindheits- und Jugendjahre in Hermannsburg
eine lebenslange Liebe zur Äußeren Mission
1895 Lehre in Buchhandlung Feesche/Hannover
1901 nach Braunschweig in die Grünebergsche Buch- und Kunsthandlung wo er sich mit der Tochter des Inhabers Hellmuth Wollermann verlobte; Wanderjahre in Breslau, Freiburg, wo er bei den selbständigen Lutheranern zu Hause war
1906 Hochzeit, sieben Kinder
1908 Vorstandsmitglied des ev.-luth. Missionsvereins für das Herzogtum Braunschweig
der Buchladen war 1836 gegründet, 1936 100. Jubiläum
es war eine bewußt evangelische Buchhandlung, der Sohn fiel im Krieg
1916-1918 1. Weltkriegsteilnehmer
mit 26 Jahren endgültig in die Buchhandlung und leitete sie 50 Jahre
begeisterte sich für Samuel Keller, Pfr. Flemming und Pfr. Traugott Hahn, deren Bücher ausgestellt und verkauft wurden
„Der damalige Oberbürgermeister hatte den Schulen verboten, bei uns zu kaufen. Er vermißte in unserem Laden den Hitlergruß.“
Der Laden wurde drei Monate geschlossen, konnte aber wieder eröffnet werden unter der Auflage, keine christliche Literatur zu verkaufen.
Im 2. Weltkrieg verlor er Grundstück und Buchhandlung,
Kirchenvorsteher von Riddagshausen
Buchladen hinter der Magnikirche in kirchlichen Räumen, dort mehr Verteilen als Verkaufen
1952 Laden am Bohlweg neu eröffnet,
1955 das Geschäft verpachtet.
Inhaber des Verlages des Braunschweiger Volksblattes
Wird als redlich, geradlinig, streitbar geschildert, auch offen im 3. Reich
Auf dem Domfriedhof begraben
Unweit eines schönen Grabsteins, mit dem Vers aus Jes. 57,2 „Und die recht gewandelt sind, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern,“ heißt es im Nachruf der Vereinigung Ev. Buchhändler
Tochter Frau Käthe Mund. „Der Vater war ein freikirchlicher, pietistischer Fanatiker“

Adelheid Caspar, Leiterin des sozialpädagogischen Seminars im Realgymnasium für Mädchen in Braunschweig
Mitglied der Braunschweiger Bekenntnisgemeinde. Sie hielt im Seminar Morgenandachten und galt in der Schule wegen ihrer Einstellung auf die Dauer als nicht tragbar.
Am 11.9.1935 schrieb v. Schwartz an Lachmund: „Die Oberin Caspar hatte den Verdacht, daß doch selbst in unserm kleinen Kreis (164) recht viel Reaktion sei, der man klar machen müsse, was die Bekenntnisgemeinde eigentlich will. Das wird noch viel Zeit kosten. Ob es woanders durchweg anders ist, weiß ich nicht so recht.“

Alfred Dedekind (1875- 1947) und Hedwig Dedekind geb. v. Veltheim (1886-1977) in Blankenburg
Alfred Dedekind, Regierungsrat, Ministerialrat, Mitglied des Br. Landtages (1920-24),
Kreisdirektor in Blankenburg (1931-33), von den Nationalsozialisten abgesetzt
Mitglied der Bekenntnisgemeinde rote Karte Nr.52, seine Frau Hedwig Nr. 53
Mitglied des Bruderrates in Blankenburg

Außerdem folgende Mitglieder des Blankenburger Bruderrates: Luise Bennecke, Maria Sasse, Frau E. Sommersmeyer, Karl Steinacker, H. Kühne, Clara Krohe (?) Elisabeth z. Krosigk (auf dem Protestbrief für Lachmund)

Hermann Dedekind (1870-1953)
Rechtsanwalt in Braunschweig,
verteidigte 1933 Heinrich Jasper und 1934 Heinrich Lachmund in seinem Disziplinarverfahren

August Fink (1890-1963)
seit 1934 Direktor des Herzog Anton Ulrich Museums
Leiter der Wolfenbüttler Bekenntnisgemeinde bis 1937

Clara v. Gossler, geb.v. Veltheim (1888-1976)
im Rittergut in Niedersickte. Mitglied der Braunschweiger Bekenntnisgemeinde
rote Karte Nr. 152 unterzeichnet von v. Schwartz

Henseling,
Fabrikant in Holzminden Mitglied des Landesbruderrates

Ernst August Hoffman, Dr. med. Augenarzt

Paul Schwarz (1887-1960)
geb. in Holzminden, Studium der Altphilologie und Religion in Kiel und Göttingen
Teilnahme am 1. Weltkrieg, zuletzt als Offizier. Seit 1919 Oberlehrer, dann Studienrat am Helmstedter Gymnasium mit Fächern für Latein, Griechisch und Religion. Mitglied des Kirchenvorstandes St. Stephani und der Bekenntnisgemeinde. Schwarz hielt im Krieg selbständige Predigtgottesdienste, die ihm von der Gestapo verboten wurden.
Mitglied der Kirchenregierung im September 1945 und des Landeskirchentages 1946
Stephanipfarrer R. Kleinert dankte im Nachruf der Kirchengemeinde „für alle verantwortliche Mitarbeit in der Leitung der Gemeinde, für seine Treue im Glauben, für seinen Bekennermut in schwerer Zeit und für alle selbstlose Hilfe in dem Dienst der Verkündigung.“

Carl Simm (1885-1956)
geb. in Thedinghausen, wo der Vater Pfarrer war.
Studium der Altphilologie in Leipzig und Göttingen
Studienrat am Helmstedter Gymnasium mit den Fächern Latein, Griechisch, auch Religion., langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Stephani und der Bekenntnisgemeinde in Helmstedt. Stadtrat in Helmstedt
Aus der Kirchenchronik von Büddenstedt: „Im September stand auch für die kleine Kirche in Wulfersdorf der Abbruch bevor. Studienrat Simm vom Gymnasium in Helmstedt hatte in Vertretung des im Felde stehenden Pfarrers in Harbke Jahre hindurch die Gottesdienste in Harbke und Wulfersdorf versehen. So lag auch die Gestaltung der Abschiedsfeier in der Wulfersdorfer Kirche am 3.9.1944 in seiner Hand.“ Die Braunschweigischen Kohlenbergwerke beseitigten das Dorf wegen der darunter liegenden Kohle.

Dr. med. Walter Vermeil (4.10.1891 – 1.6.1949) Oberarzt, hatte
„schon frühzeitig durch seine Vorträge unter der christlichen Jugend und Studentenschaft gewirkt.“
Vorstandsmitglied des Marienstiftes (1923-1944),
Kirchervorsteher und erster Provisor der Magni-Gemeinde,
Mitglied des Landesbruderrates und der Braunschweiger Bekenntnisgemeinde
Vorsitzender des 1946 neu zusammengestellten Stadtkirchentages,
Mitglied der Kirchenregierung nach 1945,
mit 57 Jahren als Chefarzt der Chirurgie des Städtischen Krankenhauses in Braunschweig gestorben.
(nach Magnichronik)

Hellmuth Wollermann (1854-1938)
übernahm die Buchhandlung 1878 mit 24 Jahren und leitete sie 60 Jahre lang bis zu seinem Tod 1938
er stellte 1890 als erster Bibeln aus und verkaufte sie.
Wollermann war der Schwiegervater von Bodenstab, beide arbeiteten gemeinsam im Geschäft.

Diese in den Angaben unausgeglichene und unvollständige Namensliste soll zur Weiterarbeit anregen. Ich wäre für weitere Ergänzungen dankbar. Sie soll auch ein Hinweis sein, daß es ein Versäumnis des Pfarrernotbundes war, nicht wenigstens einmal im Jahr alle aktiven Mitglieder der Bekenntnisgemeinden in den Städten zusammenzurufen und sich gegenseitig bekannt zu machen.



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