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[Kirche von unten]

Gott dem Herrn Dank sagen

Festschrift für Gerhard Heintze

Uwe Karsten Gross

Bis orat qui cantat

Mit diesem Spruch des Kirchenvaters Augustin grüßt Sie, hochverehrter Her Heintze, der langjährige Kantor an der St. Katharinenkirche zu Braunschweig in dem Bewusstsein und der dankbaren Erinnerung an eine Zeit blühender Kirchenmusik während Ihres Bischofsamtes in unserer Landeskirche.

Die kirchenmusikalische Ebene durch Ihren, von mir hochgeschätzten Bruder in vorbildlich beispielhafter Weise besetzt, konnte auf Grund Ihrer musikalischen Bildung, Ihres Verständnisses und damit verbundenen Großzügigkeit, z.B. in den Braunschweigischen Landen eine Hoch-Zeit erfahren.

Sie haben Luthers These, dass die Gemeinde Gottes eine singende Gemeinde ist, auch zu ihren Grundsätzen gezählt; und wenn der Reformator der musica den secundum locum nach der Theologie gibt, sie als beste Gabe Gottes bezeichnet und in der Übersetzung des "Evangeliums" von der guten Botschaft spricht, davon man singt und saget und fröhlich ist, dann darf Ihnen der nun auch nicht mehr ganz junge Kantor gern Ihre völlige Zustimmung zu diesen Aussagen bestätigen.

Sie haben dem dreifachen Verständnis des Kantorenamtes in seinem kirchlichen, gottesdienstlichen und künstlerischen Verantwortungsbereich Offenheit, Vertrauen und Unterstützung entgegengebracht und damit dem kontextoralen Verhalten von Wort und Musik im gegenseitigen Umgang zwischen den geistlichen und kantoralen Amtsträgern unschätzbaren Dienst erwiesen. Von daher war Ihnen das Allgemeine Priestertum aller Gläubigen keine leere reformatorische Formel.

In den leider viel zu seltenen Gottesdiensten, die wir gemeinsam gestalten konnten, ist mir Ihr Bewusstsein, dass alle echte Kirchenmusik aus dem Gottesdienst herausgewachsen ist, immer wieder deutlich geworden. Die Frage, ob die Musik ihren angestammten Platz im Gottesdienst nach ihrem evangelischen Verständnis als Gabe der Schöpfung im Dienst des Wortes Gottes habe, fand bei Ihnen immer durch Ihr Handeln überzeugende Bejahung.

Beim Schreiben dieser Zeilen gehen meine Gedanken an meinen Verabschiedungsgottesdienst 1976 in St. Katharinen zurück, in dem Sie die Predigt über Röm. 8 hielten und wir mit der Kantorei die herrliche Bachmotette "Jesu meine Freude" sangen. Solche Lebensabschnitte zeichnen tief und tragen zur Formung eines Bildes bei, das sich mir beim Gedenken an "meinen" Landesbischof Heintze vor drei Jahrzehnten entwickelt hat.

Der Rückblick auf Ihr Leben wird vom Gefühl der Dankbarkeit bestimmt sein.

Möge auch in Zukunft unser himmlischer Vater Ihren Weg segnen und Sie freundlich geleiten Ihr Uwe Gross


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Impressum, http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/FS90Heintze/, Stand: 18. November 2002, dk

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