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[Kirche von unten]

Gott dem Herrn Dank sagen

Festschrift für Gerhard Heintze

G r a t u l a t i o n

Im Namen der X. Landessynode, aber natürlich auch persönlich gratuliere ich dem ehemaligen Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Herrn Dr. Gerhard Heintze, zu seinem Ehrentag und möchte ihm auf diesem Wege die allerherzlichsten Segenswünsche übermitteln. Ich tue dies mit besonderer Freude, weil ich die Ehre hatte, seit 1976 als Mitglied der Landessynode und seit 1977 auch als Kirchenregierungsmitglied mit dem früheren Landesbischof Dr. Heintze zusammenarbeiten und so gemeinsam mit ihm Verantwortung für unsere Kirche tragen zu dürfen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass er es mir als synodalem Neuling mit seiner freundlich zugeneigten Art ausgesprochen leicht gemacht hat, mich in die doch sehr neuen Strukturen und Tätigkeiten hineinzufinden.

Ich weiß noch, dass die regelmäßigen Lageberichte des Landesbischofs und seine Einführungen zum Lage- und Tätigkeitsbericht des Landeskirchenamts nach Artikel 90 der Kirchenverfassung jeweils Höhepunkte unserer synodalen Arbeit waren. Beim Blättern in älteren Synodalunterlagen und Dokumentationen habe ich manches gefunden, was auch heute noch für die Landessynode als Verfassungsorgan unserer Landeskirche beherzigenswert ist und deshalb hier ausschnittweise wiedergegeben werden soll. In einem "Vorblick auf die Aufgaben der Synode" im Mai 1976 heißt es u.a.: "Wie bei allem, was in der Kirche geschieht, kann auch die Arbeit der Synode nur gelingen, wenn sie an dem Grundauftrag der Kirche orientiert bleibt, Diener und Zeuge Jesu Christi in unserer Umwelt zu sein. Das kann aber nur in vielfältiger Mitverantwortung aller Kirchenmitglieder geschehen. Und diese vielfältige Mitverantwortung kommt in der synodalen Ordnung besser zum Ausdruck als in der Alleinherrschaft eines einzelnen Standes oder einer leitenden Behörde oder gar eines einzelnen Bischofs oder sonstigen Kirchenführers....Wie alle kirchlichen Institutionen ist auch die synodale Ordnung kein Selbstzweck und stellt nichts Vollkommenes dar. Es kann und soll vielmehr ständig überprüft werden, in welcher Weise sie effektiver zu gestalten ist. Die Institution ist in der Kirche um ihrer Funktion willen da, also um der Bewährung des Christ-Seins willen, und nicht umgekehrt."

In demselben Bericht habe ich einige Worte zu den übergreifenden kirchlichen Zusammenschlüssen gefunden, die angesichts der aktuellen Diskussion um den Fortbestand der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) von bedenkenswerter Bedeutung sind: "Die VELKD...versteht sich nicht als Konkurrenz zur EKD...Sie will vielmehr das speziell lutherische Verständnis des Kirche-Seins innerhalb des gesamtdeutschen Protestantismus und nicht neben ihm vertreten. Sie weiß sich namentlich im theologischen Bereich und in der Gestaltung praktischer kirchlicher Ordnungen zu eigenen Beiträgen gerufen...In alledem müssen wir auf der Hut sein, dass es nicht zu unnötiger Doppelarbeit und unfruchtbarem Bürokratismus kommt und unser kirchenleitendes Bemühen nicht unter die Aussage von Psalm 90,9 gerät: ’Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz’ – oder wie jemand einmal frei übertragen hat: ‚...wie eine Sitzung’."

Landesbischof Dr. Heintze hat ganze Generationen von Theologinnen, Theologen und anderen kirchlichen Mitarbeitern unserer Landeskirche entscheidend geprägt. Hierdurch und mit seinen vielfältigen anderen Aktivitäten, ganz besonders auch im Bereich der weltweiten Ökumene hat er sich um unsere Landeskirche in hohem Maße verdient gemacht. Dafür sei ihm auf diesem Wege der Dank der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig ausgesprochen.

Gerhard Eckels

Präsident der Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche

in Braunschweig seit 1990


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Impressum, http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/FS90Heintze/, Stand: 18. November 2002, dk

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