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[Kirche von unten]

Juden, Kirche und Bischöfe in Wolfenbüttel

Vortrag im Rahmen der Reihe "Wolfenbüttel unter dem Hakenkreuz"
am 9.11.1998 im Rathausaal Wolfenbüttel
von Dietrich Kuessner

Mein Schulweg in Ostpreußen führte vier Jahre lang an der Ruine der Synagoge in Lötzen vorbei. Dieses Bild hat sich mir eingeprägt.

Als mein Vetter Dietrich Peetz 1936 plötzlich aus dem Jungvolk herausgenommen wurde, und er wußte nicht warum und war sauer, nahm ihn sein Großvater feierlich zur Seite und erklärte ihm, er sei ein Jude. "Wieso ein Jude", fragte der. "Davon hab ich ja noch nie was gewußt!"
So ähnlich ging es vielen anderen. Sie waren vor allem und verstanden sich in erster Linie als Deutsche, als Bürgerinnen und Bürger einer Stadt, die dort zur Schule gegangen waren, dort arbeiteten, ein Geschäft hatten, mitfeierten und mitlebten. So schreibt der Wolfenbüttler Arzt Siegfried Kirchheimer, nachzulesen in einer Broschüre, die vor 1o Jahren an die Wolfenbüttler Schulen verteilt worden war, "zwar bin ich der Sohn jüdischer Eltern, aber kein Jude im rassischen oder völkischen Sinne, ich bin als Mensch und als Deutscher geboren." Jude wurde man im 3. Reich durch Abstempelung."
Wer Jude ist, bestimme ich", hatte Göring bündig erklärt. Abstempeln, war ein Lieblingswort der nationalsozialistischen Richter. Und so geschah es: Juden erhielten in ihren Paß einen Stempel, sie erhielten zur Abstempelung im Adreßbuch den zusätzlichen Namen Sara und Israel, vor ihren Läden wurden Plakate angebracht: "Deutsche, kauft nicht bei Juden". Abgestempelt von der antisemitisch fanatisierten Hitlerregierung und abgestempelt von der immer mehr sich abwendenden, zum öffentlichen Unrecht schweigenden und schließlich die Vernichtung duldenden sehr großen, deutschen Öffentlichkeit, und auch in Wolfenbüttel.

Wolfenbüttel und das Braunschweiger Land konnten auf ein reiches, jüdisch geprägtes, kulturelles Erbe zurücksehen.
Nicht nur zur Zeit des damaligen Herzogtums Braunschweig, also bis 1918 - auch noch 1933 gab es im Lande Synagogen: in Braunschweig, Wolfenbüttel, Goslar, Bad Harzburg, Seesen, Holzminden, Eschershausen. Sie zeugten von bedeutenden Sponsoren und ehemals blühenden Gemeinden und ihre Friedhöfe von einer lang zurückreichenden Tradition. Durch einen blühenden Handel belebten und förderten sie das wirtschaftliche Leben. Mit bedeutenden Stiftungen gaben sie ein Beispiel für öffentliche Verantwortung und für die Sozialbindung ihres Eigentums. Sie hatten sich längst assimiliert, viele waren im 1. Weltkrieg für ihren Einsatz für Kaiser und Reich dekoriert worden, patriotische Töne waren keine Seltenheit.

In Wolfenbüttel lebten vor dem 1. Weltkrieg etwa 300 jüdische Bewohner. Die nach Plänen von Constantin Uhde gebaute Synagoge an der Lessingstraße in der Nähe der Bibliothek war 1893 eingeweiht worden: ein Repräsentationsbau mit einer großen und kleinen Vorhalle bis man dann in den gottesdienstlichen Raum gelangte mit knapp 300 Sitzplätzen und einem Konferenzsaal.
Die Samsonstiftung unterhielt seit 1896 einen Schulneubau am Neuen Weg, eine Realschule, zu der Schüler aus ganz Deutschland kamen Hochangesehener Lehrer an dieser Schule war Gustav Eichengrün, der auch viele Jahre Abgeordneter im Wolfenbüttler Stadtrat war.
Unter den zahlreichen Vieh- und Pferdehändlern der Stadt befand sich das blühende Geschäft z.B. der Gebrüder Pohly und Esberg. Zu Weihnachten sangen die Kinder: "Es ist ein Ros entsprungen aus Esberg seinem Stall".
Unter den Produzenten der Konsumgüterindustrie ist die 1864 gegründete Hanfwarenhandlung und Filzschuhfabrik A.L. Samson auf der Langen Herzogstr. 9 bekannt. Im 1. Weltkrieg half und spendete insbesondere die jüdische Gemeinde, schreibt Christa Woetzel in ihrem Buch "Wolfenbüttel von 1914 - 1933", aber: bis 1933 verließen fast 2/3 der Juden Wolfenbüttel. 1933 befanden sich nur noch 117 in der Stadt. Die Gründe sind noch nicht untersucht. Wanderten sie vom Land in die Stadt? Zogen sie wie viele andere wegen der drückenden, wirtschaftlichen Verhältnisse ins Ausland? Die Samsonstiftung konnte die Schule am Neuen Weg nicht mehr halten. Das Kapital war von der Inflation aufgefressen, die Schüler blieben aus, die Schule wurde 1928 geschlossen.

Einer von vielen anderen Gründen ist gewiß auch der unübersehbare Antisemitismus. Nicht etwa eine Erscheinung, die auf die Zeit des Nationalsozialismus beschränkt geblieben ist: die deutsche Nationalidee des Bismarckschen Reiches, die besonders von der politische Rechten tradiert wurde, entwickelte einen merkwürdigen Alleinvertretungsanspruch auf das wahre Deutschtum, einen unterschwelligen, emotional stark aufgeheizten Antisemitismus, der besonders in der konservativen Landwirtschaft gepflegt wurde. Die Niederlage von 1918 wurde gegen jede politische Vernunft den Juden angelastet. Als Sündenböcke für die wirtschaftlichen Notjahre 1921-1923 mußten die Juden herhalten.
Das wurde auch in Wolfenbüttel spürbar. Am 10. November 1923, bereits 15 Jahre vor der Pogromnacht 1938, derer wir heute gedenken, kam es in der langen Herzogstraße zu wüsten antisemitischen Ausschreitungen. Die Schaufenster der Geschäfte Braunsberg und Ilberg wurden eingeworfen. Der Stahlhelm, ein überparteilicher Bund der Frontkämpfersoldaten, anfangs als eine Art sozialer Hilfsverein zur gegenseitigen Hilfestellung in sozialen Nöten für Krieggeschädigte gedacht, hatte im Braunschweiger Land einen großen Zulauf. Der Wolfenbüttler Stahlhelm schloß 1924 jüdische Einwohner nach einer Satzungsänderung von der Mitgliedschaft ausdrücklich aus. Als sich die NSDAP Ortsgruppen im Lande vermehrten und ganz besonders im Landkreis Wolfenbüttel, da bekam die antisemitische Strömung einen gefährlichen Zustrom. Schon 1932 - so erinnert sich der damals gerade als Schüler nach Wolfenbüttel gekommene Karl Otto Sierig - zerstörten SA Leute die Schaufenster jüdischer Geschäfte.

Wenig beachtet ist in der regionalen Forschung der Beitrag der Kirchen zu diesem Antisemitismus vor 1933.
Die Braunschweiger Landeskirche hatte seit 1923 zum ersten Mal einen Theologen als Bischof an ihrer Spitze gewählt, nämlich den 60jährigen baltischen Generalsuperintendenten Alexander Bernewitz. Er gehörte der konservativen kirchlichen Rechten an, hatte das Vertrauen aller Synodalen gewonnen und strahlte die ländliche Ruhe und Autorität eines ostelbischen Großagrariers aus.
Aus dem Baltikum brachte er allerdings auch den dort tief verwurzelten, baltischen Antisemitismus mit. "Wir knipsen die Juden ab wie die Spatzen auf dem Dach," sagte er zu seinem heute in Gr. Stöckheim lebenden Enkel Alexander. In seinen Lebenserinnerungen aus dem Jahre 1935 schreibt der Bischof aus jener Zeit vor 1933:

" In Wolfenbüttel standen wir den armen "Nazis" wo irgend möglich bei. Unsere Martha kochte mit Begeisterung für sie, eimerweise trugen sie dankend die Suppe aus der Küche u. wenn Not war, kamen sie. Sonst ballten die Arbeiter die Fäuste u. es war fast gefährlich, die Haufen zu passiren, die schimpfend an den Stempelstellen standen, diese aber waren so zutraulich, so offen, sprachen sich gern aus u. es verdroß mich nicht, wenn ich in anonymen Briefen "der Nazi Bischof" genannt wurde".

Dieser Antisemitismus war keine vereinzelte, persönliche, auf den Bischof beschränkte Angelegenheit, sondern auch in der Pfarrerschaft vorhanden.
Am Anfang der stufenweise, und nicht etwa plötzlich verwirklichten, vielmehr durchaus aufhaltsamen Machtergreifung Adolf Hitlers, also nach dem 30. Januar 1933, begann noch im selben Jahr die Verwirklichung des ns. Programmes eines judenfreien Deutschlands. Hitler kam die jahrzehntelange, nicht unbeträchtliche antisemitische Grundströmung in der deutschen Bevölkerung zugute. Zum 1. April wurde reichsweit ein allgemeiner Boykott der jüdischen Geschäfte ausgerufen. Er wurde im Braunschweiger Land und auch in Wolfenbüttel freudig von der SA durchgeführt.

"Die Abwehrbewegung beginnt um 10. Uhr",
schreibt die Braunschweiger Tageszeitung am Boykotttag.
"SA, SS, HJ und Amtswalter mit besonderen Armbinden sollen Aufstellung nehmen und auf das Publikum aufklärend einzuwirken versuchen, nicht in jüdische Geschäfte und Warenhäuser zu laufen, sondern bei deutschen Geschäftsleuten zu kaufen. Am Betreten der Geschäfte soll niemand gehindert werden, ebenso soll die persönliche Sicherheit der jüdischen Geschäftsinhaber und ihrer Angestellten nicht angetastet werden."

In Wolfenbüttel verließen sich die jüdischen Geschäftsinhaber nicht auf solche Zusagen und öffneten gar nicht erst die Geschäfte. Aus dem Interview, das im Wolfenbüttler Teil der Braunschweiger Zeitung heute abgedruckt ist, erfahren wir, daß nicht nur Geschäfte boykottiert, sondern z. B. die Wohnung vom Arzt Dr. Kirchheimer in dessen Abwesenheit durchsucht und Gegenstände mitgenommen wurden. Er war für einige Wochen in Süddeutschland gewesen, und in der Auguststadt, dessen bevorzugter Arzt er war, lief das Gerücht herum, er sei im KZ gelandet.
Lotte Strauss beschreibt die Wirkung dieses Boykotts in Wolfenbüttel in ihrem Buch "Über den grünen Hügeln" so:

"In den ersten sechs Monaten des Jahres 1933, in die der Boykott der jüdischen Geschäfte fiel, schien die Stadt geradezu vergiftet vom Haß gegen die jüdische Bevölkerung. In einer kleinen Stadt wie Wolfenbüttel konnte man sich nicht in die Anonymität flüchten. In dieser Situation begannen meine Eltern ernsthaft darüber nachzudenken, aus Wolfenbüttel wegzuziehen."

In Wolfenbüttel gab es einen einzigen belegbaren Protest gegen den Geschäftsboykott. Der Leiter der Breymannschule, Dr. Arnold Breymann, nannte das Vorgehen der SA öffentlich eine Schande. Im Jahresbericht des Vereins ehemaliger Schülerinnen von Neu Watzun für das Jahr 1932/33 hatte er geschrieben:

"Wer mich kennt, weiß, daß ich die Einstellung der jetzt herschenden Partei in der Rassenfrage rundweg ablehne. Den Judenboykott empfinde ich als beschämend. Umso mehr fühle ich mich gedrungen, zu versichern, daß grobe Ausschreibungen nicht vorgekommen sind."
Trotz dieser letzten abschwächenden Bemerkung wurde das Heft mit dem Jahresbericht beschlagnahmt und Breymann für kurze Zeit verhaftet. Ob sein Freitod nach einem mehrwöchigen Urlaub während der Sommerferien im Schwarzwald am 16.8.1933 mit dieser systemkritischen Äußerung in Zusammenhang steht, bleibt ungewiß. Bei seiner Beerdigung spricht Pastor Kiel davon, daß er "manches Schwere der letzten Zeit" mit innerer Erhabenheit getragen habe.

Die Braunschweigische evangelische Landeskirche nahm den häßlichen Boykott nicht nur schweigend hin, sondern die Deutschen Christen, eine Kirchenpartei, hatte den Antisemitismus ausdrücklich in ihr Programm hineingeschrieben. Es warnt vor einem Staatsbürgerrecht für Juden, vor der "Gefahr der Rassenverschleirung und Bastardisierung", Insbesonderte sei die Eheschließung zwischen Deutschen und Juden zu verbieten.
Wortführer der Deutschen Christen war Wilhelm Beye, ein junger Dorfpfarrer aus Wenzen, aktives Parteimitglied, Ortsgruppenführer, der dann im Herbst 1933 mit 30 Jahren zum "jüngsten Bischof aller Zeiten" und natürlich Deutschlands aufstieg. Um ihn zu verstehen, braucht man nur diesen einen Satz von ihm zu analysieren:

"Man soll den Roten das Evangelium in die Fresse schlagen".
Das Evangelium als Waffe, die Verbindung von Gewalttätigkeit und Religion, der ausdrückliche Antikommunismus, der programmatische Antisemitismus charakterisieren ihn. Als erstes führte er in der Septembersynode 1933 den Arierparagrafen in die Gesetzgebung der Landeskirche ein, der da heißt:
"Pfarrer oder Beamte, die nichtarischer Abstammung oder mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet sind, sind in den Ruhestand zu versetzen."
Da nutzte es nichts, wenn der sog. nichtarische Teil längst getauft war. Taufe zählte nicht. Das Sakrament wurde der Rasse untergeordnet.

Eine zweite öffentliche antisemitische Welle, der sich keiner mehr entziehen konnte, startete die Partei im Sommer 1935. Sie ließ nach auffällig vielen Hetzartikeln in der Presse an den Ortsausgängen und auch an Kreuzungen und Verkehrsknotenpunkte in den Städten große Schilder aufstellen mit gemeinen Drohungen wie "Juden unerwünscht", oder: "Juden betreten den Ort auf eigenen Gefahr" oder: "Rebekka packe die Koffer" und "Moses wandere aus".
Über diese Aktion wurde in der Lokalpresse ausführlich mit Fotos berichtet, anders als beim April Boykott 1933. Diesmal erfaßte er alle Dörfer auch ohne jeden jüdischen Einfluß. Jetzt war die Aktion Ehrensache der Partei und "Spaß" für die Parteijugend.
Damit die Wolfenbüttler auch richtig Bescheid wissen, nennt die Braunschweiger Tageszeitung unter der Überschrift "Welche Geschäftsmann ist Jude" folgende Firmen:
Kaufhaus Daniel, Lange Herzogstr. Textilwaren; M. und W. Manufaktur und Webwaren, H.Steinberg, Lange Herzogstr. 49; F. Hirsch, Auguststr. 6, Garderobengeschäft; P. Rosenthal, Firma W. Jürgens Nachfolger, am Alten Tore 6 Juwelier; Luise Lermer, Lange Herzogstr. 39, Haus und Küchengeräte; B. Moses, Lange Herzogstr.52 Schuhwarenhändler; Max Pohly, Bahnhofstr. 3 Blumenbedarfsartikel; Jakob Berger, Großer Zimmerhof 21, Produktenhändler; und acht Viehändler: Cohn, Pohly, Esberg, Mannheimer, Schloß.
Am 1. September 1935 annoncieren 75 deutsche Geschäfte in Wolfenbüttel nach Sparten sortiert unter der Überschrift "Arische Geschäfte in Wolfenbüttel. Auschneiden und aufbewahren".

Wie 1933 blieb ein Protest der Wolfenbüttler Kirchenleitung aus. Der Bischof hatte inzwischen gewechselt. Wilhelm Beye war nicht nur der jüngste, sondern auch der an Dienstjahren kürzeste "Bischof aller Zeiten", er verlor bereits zwei Monate nach seiner feierlichen Amtseinführung im Januar 1934 sein Amt und hinterließ einen Scherbenhaufen und den auch in Wolfenbüttler Kreisen weitergegebenen Spottvers:

"Beye, Beye, Beye, die Kirche geht entzweie."
Neuer Landesbischof war Dr. Helmut Johnsen, der unmißverständlich in seiner ersten Ansprache an die Braunschweiger Pfarrerschaft klarstellte, daß er überzeugter Lutheraner und überzeugter Nationalsozialist sei. Seine zeitgemäße und von weiten Gemeindekreisen getragene Absicht war es, evangelisch-lutherische Landeskirche im nationalsozialistischen Staat zu erhalten und zu fördern. Er stammte aus dem Fränkischen und brachte aus Coburg nicht nur das Hochgefühl einer nationalsozialistischen Hochburg mit, - er war Hitler schon im Jahre 1923 begegnet, weil Hitler schon in den zwanziger Jahren in Coburg ein gern gesehener Gast war, - sondern er brachte aus diesem Raum auch einen kompromißlosen Antisemitismus mit, den er schon als Führer des jungdeutschen Ordens und als Landtagsabgeordneter des Völkischen Blocks im Bayrischen Landtag nie verhehlte.

Es gab aber auch andere Stimmen in der braunschweigischen Landeskirche.
Pfarrer Georg Althaus war von den Schildern vor dem Dorf seiner Gemeinde Timmerlah so angewidert, daß er vor seinen Konfirmanden für die derart befeindeten Juden betete, dafür von einigen strammen Hitlerjungen angezeigt, im März 1936 vor das Braunschweiger Sondergericht gestellt und mit 6 Monaten Gefängnis bestraft wurde.

So bedrückend die Lage für die Juden in Wolfenbüttel war, - trotzdem weigern sie sich, ihre deutsche Heimat zu verlassen.
In Wolfenbüttel lebten nach einer unvollständigen Aufstellung der Wolfenbüttler Behörde für das Bundesarchiv aus den 60iger Jahren im Jahre 1933 71 Juden. Nach und nach zogen sie aus der Stadt. Zunächst zögerlich: 1933: einer, 1934: einer; dann vermehrt: 1935: sechs. 1936: sieben; 1937: 2. 1938:13; 1939: 11.
Bis 1937 verlassen auffällig junge, unverheiratete Leute Wolfenbüttel, weil sie keine berufliche und persönliche Perspektive im ns. Deutschland für sich sehen: Im Sommer 1933 wandert Joachim Esberg 17 jährig nach England aus, so die offizielle Version der Stadtverwaltung, tatsächlich jedoch geht er nach Holland, wurde im holländischen Untergrund gefaßt und erschossen. Lotte Schloß, Tochter von Louis Schloß aus der Lessingstraße 4, wird von den Eltern schon 1933 in eine Lehre in Berlin und ihr Bruder Helmut in Litauen in einer landwirtschaftlichen Ausbildung untergebracht. Siegmar Hirsch geht im Sommer 1935 mit 17 Jahren nach Palästina; mit 19 Jahren im Herbst 1936 folgt ihm Helmut Schloß. 1936 verlassen Moritz und Edith Mannheimer mit ihren beiden 13 und 15jährigen Töchtern die Stadt. 1937 verlassen Louis und Johanna Schloß geb. Bildesheim Wolfenbüttel und beziehen ein Haus in Berlin-Kladow, nach der unzuverlässigen Liste der Wolfenbüttler Stadtverwaltung erst im März 1941. Im Oktober 1942 werden sie von dort in den "Osten" deportiert.

Für die Orthodoxen in der Braunen Bewegung geriet auch die ev. Kirche in den Judenverdacht. Dort sang man jüdisch, nämlich "Halleluja", und "Tochter Zion", man las das Alte Testament. Das galt inzwischen schon als verdächtig, womöglich als staatsfeindlich. Der Wolfenbüttler Ortsring der sog. "Deutschen Glaubensbewegung" lud 1937 zu einer Versammlung in den Löwensaal mit folgendem Zettel ein:

"Glaubst Du an die heiligen Profeten und Apostel, an ihre Worte? Dann ist Judentum dein Glaube. Denn Abraham war Jude, Jakob war Jude, Isaak war Jude, Josef war Jude, Moses war Jude, Paulus war Jude, Petrus war Jude und alle anderen Apostel waren Juden. Und heute singst du in der Kirche: "Dir dir Jehova will ich singen..". Merkst Du nicht: Das Christentum ist judenfreundlich. Willst Du noch weiter zu den Feinden Deines Volkes beten. Deutscher, mach Schluß mit Jehova. Sei deutsch auch im Glauben."
Die Wolfenbüttler Kirchengemeinden organisierten damals eine beachtliche Gegenkundgebung mit vielen Hundert Teilnehmern in der Trinitatiskirche und bekannten sich unmißverständlich zum Alten Testament als zur Grundlage ihres Glaubens. Ein bei dieser Gelegenheit naheliegendes Zeugnis für die verfolgten jüdischen Wolfenbüttler in der Stadt blieb aus.

Die alltägliche Lage wurde vielmehr immer feindseliger; andrerseits gab es immer noch viele Wolfenbüttler, die bei Daniel und Moses in der Langen Herzogstraße unerschrocken einkauften. Der Braunschweiger Rechtsanwalt Tannchen beschwert sich förmlich beim Braunschweiger Innenministerium, daß seit Februar 1938 vor den Geschäften Daniel und Moses mittags und abends vor Ladenschluß an Kunden rote Zettel verteilt werden:

"Pfui! Deutscher Volksgenosse auch Du kaufst noch bei einem Juden ?"
Das artikuliert die Enttäuschung der Wolfenbüttler Parteileitung, daß der Boykott von 1935 immer noch nicht die restlose Erfüllung gefunden hatte. Die Kunden nehmen es auf sich, fotografiert und sogar bis in ihre Wohnung begleitet und belästigt zu werden. In einem weiteren Schreiben beschwert sich der Rechtsanwalt, daß Wolfenbüttler Lebensmittelgeschäfte und Schlachtereien Schilder mit der Aufschrift angebracht hatten: "Juden unerwünscht". Die Wolfenbüttler Kreisdirektion antwortet: die roten Zettel hätten die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gestört, und das Innenministerium antwortet dem Rechtsanwalt:
"Wenn die Juden Angst haben, sich in einen Laden zu begeben, der mit dem Anschlage "Juden unerwünscht" versehen ist, so dürfte das ... belanglos sein".

Der Großteil der Wolfenbüttler Bevölkerung sonnt sich nämlich in den Erfolgen des Führerstaates. Die außenpolitische Erfolge erzeugten auch in der nicht parteitreuen Bevölkerung ein Gefühl von Stolz und Selbstbewußtsein. Die Wirtschaftsdaten stimmten:

"Rekordziffern für Erzeuger und Absatz von Kohle und Eisen",
"Vollbeschäftigung der Schwerindustrie",
"Wolfenbüttel soll noch schöner werden".
So stand es in der Braunschweiger Tageszeitung vom 9. November 1938. Wer sich die Mühe macht, einmal die Haushaltspläne der Stadt Wolfenbüttel aus jenen Jahren zu lesen., der stellt fest, daß die Einnahmenseite des städtischen Haushaltes von 2,2 Millionen im Jahre 1934 nicht nur stagniert, sondern auf 2,0 Millionen im Jahre 1937 sinkt.
"Ich habe viele dringende Vorhaben im Interesse des Ausgleiches zurückstellen müssen",
schreibt Bürgermeister Ramien in die Erklärung am 25. August 1938.

Der Verlag Georg Kallmeyer feierte 1938 sein 25 jähriges Verlagsjubiläum mit einer Festschrift. Kallmeyer hatte die gesamte HJ und BDM Notenliteratur in Wolfenbüttel verlegt und sich in den letzten 5 Jahren durch die ns Musikliteratur finanziell außerordentlich saniert. Er stand fest auf dem Boden des Nationalsozialismus, seine Frau war eine besonders überzeugte Nationalsozialistin. Sein Lektor, Walter Kurka, der noch unbedingt als Werwolf die allierten Truppen verjagen wollte, schoß sich in einem Splittergraben im Kallmeyerschen Garten eine Kugel in den Mund. 1938 war davon nichts zu ahnen, sondern eitel Sonnenschein. Wer das Liederbuch des BDM "Wir Mädel singen" heute in Ruhe durchblättert, staunt über die geringe Anzahl parteipolitisch bornierter Lieder, über die zahlreichen Gesänge des Wandervogels und der neuen Singbewegung, Fritz Jöde an der Spitze, die in völliger Abwendung des Liedgutes aus dem 19. Jahrhundert lieber auf Barock und Madrigale zurückgriffen. Die heute über 70 Jährigen erinnern sich gerne an diesen Abschnitt ihrer Jugendzeit im Singkreis der HJ oder des BDM, weil für sie die Hitlerzeit eine singende Zeit war, und durchaus nicht nur Marschlieder. Mir sind selber noch die Jungvolklieder als Ohrwürmer geläufig. Es gab auch die häßlichen Verse:

"Die Juden ziehn dahin, daher. Sie ziehn durchs Rote Meer. Die Wellen schlagen zu. Die Welt hat Ruh."
Es ist mir unvergeßlich, als ich das durch unsern Hausflur schmetterte, daß meine Mutter mir eine Ohrfeige verabreichte, und ich hatte damals nicht verstanden, warum. Sie hatte es mir nicht erklärt. Ich merkte dann später, daß es in der Bibel ja genau umgekehrt stand. 1938 also die Sonnenseite der ns Zeit und politisch eine günstige Zeit für einen letzten Schritt zu einem judenfreien Deutschland.

Die Eltern von Frau Gisela Grumbrecht sehen am 10. November 1938 morgens aus dem Fenster ihrer Wohnung am Schloßplatz. "Heute wird es aber früh hell", sagt die Frau zu ihrem Mann. "Nein", sagt er, "die Synagoge brennt".
So erzählte es uns vor einer Woche Frau Grumbrecht vor dem Grundstück, auf dem früher die Synagoge von Wolfenbüttel stand, an die heute nichts mehr erinnert. Heute ist ein Neubau auf das damalige Grundstück Lessingstraße 5 gesetzt.
Sie ist nicht die einzige, die sich erinnert. Ein damaliger Schüler, Heinz Kasten, erinnert sich, wie sein Lehrer die Klasse die Lessingstraße herunter zur Meesche, auf den Sportplatz, führte, vorbei an den frischen Ruinen der Synagoge. Sie lag ja mitten in der Stadt, unübersehbar neben der ehrwürdigen Bibliothek, erst vor 45 Jahren gebaut, ihr Vorsteher ist Nathan Schloß und der Lehrer Siegfried Steinberg seit 1928 der Stellvertreter.
Zum 40. Jahrestag veröffentlichte die hiesige Lokalpresse den Bericht einer Augenzeugin aus einem Nachbarhaus der Synagoge, wie sie durch das Knistern der Flammen und den Spektakel auf der Straße wach wird und vom Vorgarten aus sieht, wie die Feuerwehr nur die Nebengebäude schützt. Sie erlebt auch, wie Männer in die Wohnung von Louis Schloß in der Lessingstraße 4 eindringen und die Einrichtung verwüsten. Die Hausbewohnerin Baars erzählt, wie SA Männer den Lehrer Steinberg aus dem Bett zerren und in die brennende Synagoge werfen wollen, aber diese couragierte Frau ihnen schreiend in die Arme fällt. Steinbergs flüchten sich schließlich auf den Boden. Die Kanister, die die Brandstifter sorglos am Brandherd weggeworfen hatten, entdeckten die Nachbarn noch am selben Tag. Spurensuche war nicht angesagt worden.

In die Wohnung des Synagogenvorstehers Nathan Schloß Halchterschestr.8 drangen nachts SA Männer, überraschten das Ehepaar im Bett, mißhandelten Nathan Schloß und verhafteten ihn zum Abtransport ins KZ, aus dem er erst im Sommer 1939 entlassen wurde. Seine Ehefrau Lene brachten die SA Männer mit einem furchtbaren Knüppelschlag übers Gesicht zum Schweigen und zertrümmerten die Wohnungseinrichtung.
Mit einer Liste in der Hand taucht ein SS Sturmführer in der kleinen Wohnung der Familie Berger im Gr. Zimmerhof auf und verhaftet den Vater und den Ältesten. "Und was ist mit dem Jud?", fragt ihn ein anderer vom Kommando. Der Name von Kurt Berger stand nicht auf der Liste, und er bleibt ungeschoren. Der Vater kam ins Gefängnis, der Bruder ins KZ Buchenwald.

Die Wolfenbüttler wissen natürlich aus eigener Mittäterschaft oder vom Einkaufen am Donnertag morgen, was in der Lessingstraße passiert ist. Wer es wirklich nicht weiß oder wissen will, erfährt es aus der Tageszeitung. Die Braunschweiger Tageszeitung vom 10. November 1938 berichtet, am Donnerstag morgen gegen 6 Uhr sei an der in der Lessingstraße liegenden Synagoge Feuer entdeckt worden. Das Gebäude sei vollständig ausgebrannt. Es stünden nur noch die Umfassungsmauern. Die nach dem Feueralarm sofort an der Brandstelle eingetroffene Feuerschutzpolizei habe das Umsichgreifen des Feuers verhindern können.
Wie gut für Musikdirektor Saffe, der eine Nummer weiter wohnt, und für Fabrikdirektor Klomp, der in Nummer 3 wohnt, mögen einige Wolfenbüttler gedacht haben.
Die Nachricht steht fettgedruckt auf der Lokalseite, und vorne auf S. 1 ist die Erklärung zu lesen, nämlich daß die Empörung über das Judenpack ja verständlich sei, der Botschaftsrat v. Rath war zwei Tage zuvor von einem jungen Mann, Grynszpan, in seiner Pariser Botschaft angeschossen worden - wie hatte der eigentlich bewaffnet so weit vordringen können? ein bestellter Mord? -, nun war er seinen Verletzungen erlegen. Die Wolfenbüttler brauchten sich nicht aufzuregen, woanders brannte die Synagoge ja auch, liest man in der BTZ, nämlich in Seesen. Und Geschäfte waren auch woanders geplündert worden, nämlich in der Braunschweiger Provinz: in Bad Harzburg, Helmstedt und Schöningen. Und auch in der Landeshauptstadt. Im übrigen ging das Leben auch ohne Synagoge weiter: Die Schausteller hatten auf dem Schloßplatz Zelte und Buden zum Martinimarkt aufgestellt. Elly Ney gab einen Beethovenabend in Grotriansaal in Braunschweig darunter die Appassionata, im Lessingtheater gab das Braunschweiger Staatstheater die komische Oper von Lotzing "Der Wildschütz".

"Soll man da etwa nicht hingehen, nur weil paar Juden aus Wolfenbüttel verschwunden sind, die besser die Scherben vor den zerstörten Geschäften zusammenfegen sollten, damit es auf den Straßen wieder akkurat aussähe? Na also."

Und so ganz unvorbereitet waren die Wolfenbüttler auf dieses Verbrechen auch nicht: schon am 1. November 1938 hatten sie in ihrer Tageszeitung gelesen:
"Keine Juden mehr im Getreidehandel";
am 4.11.:
"keine jüdischen Patentanwälte mehr",
und dann am Dienstag, dem 8. November:
"Jude schießt auf deutschen Diplomaten".

Die Pogromnacht ist für das nationalsozialistische Wolfenbüttel nur eine Unterbrechung ihres sonst eigentlich als schön und erfolgreich empfundenen Alltages: Man feiert viel:
die Regierung feiert die Taufe der ersten Tochter von Hermann Göring, Edda, Hitler ist Patenonkel. Die Wolfenbüttel sehen Bilder im Großformat am Wochenanfang der Pogromwoche. Ein christlicher Patenonkel kann doch kein Brandstifter sein, werden sie gedacht haben.
Das Staatsarchiv feiert: der neue Archivdirektor Kleinau sammelt seine Mitarbeiter, damals Gefolgschaftsleute, im Marineheim,

"um einmal fernab vom Bücherstaub und Aktenwälzen ein paar vergnügliche Stunden miteinander zu verleben".
Man brauche auch die Erholung, um die schwierige Arbeit der Sippenforschung zum vollen Erfolg zu führen.
Auch der Archivdirektor ist ein interessanter Zeitzeuge. Er befindet sich am Morgen des 10. November vor der rauchenden Synagoge mit dem "Gefolgschaftsmitglied" Dr. Friedrich Schattenberg, einem, wie er schreibt, "stark engagierten Nazi". Zwischen den SA Leuten und Feuerwehrmännern befindet sich der Archivhausmeister und ein weiterer Archivbediensteter. Alle gehen in die Synagoge hinein, ohne etwas Brauchbares noch zu finden. Dann dringen sie in die Wohnung Lessingstraße 4 ein.
Kleinau berichtet nach 28 Jahren davon:
"Die Einrichtung war scheußlich zerstört, Möbelstücke und andere Gegenstände lagen vielfach zerschlagen durcheinander. Aus einem Haufen von Trümmern schauten 2 etwa fingerdicke Hefte in Wachstuchumschlag heraus; ferner fanden sich 2 kleine hebräische Pergament - Schriftrollen."

Kleinau nimmt diese Dinge an sich, verschließt sie im Schrank seines Dienstzimmers und gibt sie 1950 zurück. Im Braunschweiger Jahrbuch 1967 auf S. 76 liest es sich etwas anders:
" Auch dieses Gotteshaus wurde in der Nacht zum 10. November 1938 ein Opfer der staatlich gelenkten Synagogenbrandstiftungen, an die sich die sofortige Beschlagnahme der Synagogen- und Gemeinde- Archive anschloß."

Kleinau ist auch Zeuge anderer verwüsteter Wohnungen:
Er geht mit Dr. Schattenberg in eine Wohnung "jenseits des Bahnhofs", wie er schreibt, gewiß die Halchtersche Straße.

"Hier empfing uns eine Frau mit Blutspuren im Gesicht inmitten ihrer gleichfalls zerstörten Wohnungseinrichtung. Ich habe die Dame höflich gefragt, ob sie schriftliche Aufzeichnungen der jüdischen Gemeinde verwahre. Als sie das verneinte, habe ich meinen Begleiter zum Gehen aufgefordert, und wir sind in unser Dienstgebäude zurückgekehrt".

Die Frau "jenseits vom Bahnhof" hatte verständlicherweise andere Sorgen als Archivdirektor Kleinau. Bei ihr ging es ums Leben, und vielleicht hätte sie sich gefreut, wenn Kleinau gefragt hätte: Kann ich was für sie tun? statt: kann ich Archivgut sicherstellen! Die "Frau mit Blutspuren im Gesicht" ist Lene Schloß, die Frau des Synagogenvorstehers Nathan Schloß. Das entstellte Gesicht stammte von den Mißhandlungen der SA Leute in der Nacht. Sie erträgt dieses Leben in Wolfenbüttel nicht und geht im September 1939 in den Tod.

War es der archivarische Eifer oder die Liebe, historisches Material zu retten? Es war wohl etwas anders: Reinhard Heydrich, der mächtige Mann in Berliner Reichssicherheitshauptamt der SS, hatte am 10. November nachts um halb zwei an die Braunschweiger Gestapo telegrafiert, daß vor der Zerstörung der Synagogen historisch wertvolles Material sicherzustellen sei. Das solle über die Kreisleitungen der NSDAP und der Polizei vor Ort, also den städtischen Behörden vor Ort, organisiert werden. Es ist nun von Interesse, welche Funktion Dr. Friedrich Schattenberg im Archiv näherhin hatte, ob er die Archivbediensteten schon weit vor 6.00 zur Synagoge dirigiert hatte und diese alle nun auf den Direktor warteten, denn wer wollte von sich aus in dieser rechtswidrigen Weise tätig werden?

Von Unrechtsbewußtsein war an diesem Morgen nichts zu spüren, im Gegenteil. Es war ja am Vortage ausgiebig gefeiert worden, gewiß auch von jenen SA Leuten, die seit morgens die Wohnungen der Wolfenbüttler Einwohner, die von Göring zu Juden gestempelt worden waren, zerstört hatten. War doch der 9. November der nationale Trauertag im Gedenken an die 1923 in der Nähe der Feldherrnhalle in München erschossenen Mitstreiter Hitlers, die seinerzeit die drollige Idee hatten, von München nach Berlin zu marschieren und gegen die Republik zu putschen. Sie waren nicht weit gekommen. Und diese politisch verheerende Niederlage wurde mit alljährlich schwülstigen Feiern der Partei überdeckt. Die drei Ortsgruppen in Wolfenbüttel hatten zu einer ernsten Feier im Lessingtheater eingeladen, dann folgte ein abendlicher Fackelzug auf den Ehrenfriedhof, und ein Vorbeimarsch am Rosenwall, vorbei an irgendeinem rot angestrahlten Denkmal. Der Kreisleiter Karl Kuhlemann und SA Standartenführer Koll hielten die Totenehrungen. Meist sitzt man nach so einer Feier noch beim Bier zusammen. So war es in den anderen Städten. Ob man sich im SA-Treff, der sog. Seifenfabrik in der Straße Grüner Platz, noch getroffen hat oder ob im sog. Dietrich Klaggeshaus am Neuen Weg, damals Adolf Hitlerstraße, in der Kreisleitung, noch die Lichter brannten, haben die auch heute noch lebenden Zeitzeugen noch nicht erzählt. Denn noch ist die Frage nach den Brandstiftern nicht beantwortet, und zwar in Wolfenbüttel bis zum heutigen Tage.

Anders sieht das in anderen Städten aus, z.B. in Seesen. Über den Synagogenbrand in Seesen verhandelt die Braunschweiger Justiz am 23.Juni 1948. Über die Brandstifter in Goslar wird im März und April 1950 in Braunschweig verhandelt und neun Personen angeklagt. Im Juni 1948 verhandelt das Braunschweiger Schwurgericht über die Pogromnacht in Bad Harzburg.
Weil er einen 16jährigen Jungen erschossen hatte, der beobachtet hatte, wie er die Peiner Synagoge in Brand gesteckt hatte, wird gegen den Wolfenbüttler SS Mann Szustak bereits 1939 ermittelt, aber die Sache natürlich eingestellt, jedoch nach dem Kriege wieder aufgerollt und am 13. März 1950 das Urteil, eine mehrjährige Gefängnisstrafe, rechtskräftig. So wissen wir über die Synagogenbrände aus anderen Städten in der Region Braunschweig ganz gut Bescheid.

Die Wolfenbüttler Brandstiftung dagegen bleibt unbearbeitet von der Justiz und bleibt ungesühnt. Man interessiert sich in Wolfenbüttel nicht. Macht eine Stadt dicht? Ist man sich insgeheim einig? Ein wirklich zufälliger Aktenfund im Staatsarchiv in ganz anderen Beständen bringt indes Klarheit, daß es nicht wilde SA Banditen waren, die in der Pogromnacht spontan ihrer Empörung Luft gemacht hatten, sondern es war so:
Bereits am Vormittag des 9. November fand eine Besprechung zwischen dem SS Obergruppenführer Jeckeln und dem SS Untersturmführer Paul Szustak in der Braunschweiger SS Zentrale, im früheren und erst kürzlich wieder aufgebauten Landtagsgebäude statt. Jeckeln gibt Szustak den Auftrag zur Festnahme der Juden, Szustak fährt nach Peine und zündet die Synagoge an, Jeckeln fährt am Nachmittag des 9. November nach Hannover und leitet dort den SS Einsatz bei der Brandstiftung der Hannoveraner Synagoge. Nachts kommt von der Berliner Gestapo Zentrale ein Fernschreiben bei der Braunschweiger Gestapo an, in dem es u.a. heißt:

"Es werden in kürzester Frist in ganz Deutschland Aktionen gegen Juden inbesondere gegen deren Synagogen stattfinden... Es ist vorzubereiten die Festnahme von etwa 20.000 bis 30.000 Juden im Reich... Zu den Gesamtaktionen können herangezogen werden Verfügungstruppen der SS sowie allgemeine SS... Jedoch ist im benehmen mit der Polizei sicherzustellen, daß Plünderungen... unterbunden werden."

In der Polizeiabteilung des Braunschweigischen Innenministeriums ist Dr. Otto Diederichs, stellvertretender Leiter der politischen Polizei, für die Umsetzung zuständig. Er hält sich nachts im Braunschweiger SS Gebäude auf und verabredet mit Ministerpräsident Klagges, daß vor jedes jüdische Geschäft mehrere Schupobeamte postiert werden sollen. Auf diese Weise erkennen die herumfahrenden möglicherweise ortsfremden Parteiterroristen, wo sie ihre "Arbeit" zu leisten haben. Die Kreisdirektionen werden instruiert. Auch die in Wolfenbüttel. Und dieses Papier befindet sich im Staatsarchiv unter den Prozeßakten gegen Dietrich Klagges.

Es enthält eine geheime Anordnung aus dem Staatsministerium, die am 10. November in Wolfenbüttel Dr. Sartorius erhält, und die er an Assessor Ferdinand Vollmer weitergibt. Sie lautet:

  1. "Die Befehlsstellen der Ordnungspolizei setzen sich sofort ins Benehmen mit den zuständigen Sicherheitsorganen und in Verständigung mit den zuständigen Polizeiverwaltungsstellen mit den Parteidienststellen in Verbindung, um genau darüber unterrichtet zu sein, wo solche Demonstrationen und Aktionen stattfinden.
  2. Die Ordnungspolizei begleitet solche Demonstrationen und Aktionen nur mit schwachen Kräften in Zivil, um evtl. Plünderungen zu verhindern. Uniformierte Ordnungspolizei wird nur im äußersten Notfall eingesetzt. Verhaftungen nimmt nur die Sicherheitspolizei vor.
  3. Die Polizeidienststellen haben sich sofort mit den Parteidienststellen in Verbindung zu setzen und dafür Sorge zu tragen, daß Plünderungen unter allen Umständen unterbleiben.
  4. Zerstörte offene Läden, Wohnungen, Synagogen und Geschäfte von Juden sind zu versiegeln, zu bewachen, vor Plünderungen zu schützen.
  5. Polizeiliche Verstärkungen sind, soweit notwendig, von der allgemeinen und aktiven SS gem. Befehl des Reichsführers der SS anzufordern.
  6. Größere Demonstrationen und Aktionen sind sofort an mich zu melden.

geschlossen gez. Vollmer, Assessor."

Dieser wichtige Vermerk zeigt die enge Kooperation von Landesregierung und Kreisbehörde, von Landesregierung und Parteistellen, von Polizei und Partei, zeigt die geplante Tarnung der Aktion durch Vermeidung von Uniformen, den hohen Anteil der SS bei dieser Aktion. Es werden also ganz verschiedene Täter - Ebenen anschaulich und das Ineinandergreifen eine verzweigten Apparates.
Der Apparat funktioniert. Vollmer meldet an die Kreisdirektion z.Hd von Regierungsrat Seeliger von der abgebrannten Synagoge in Wolfenbüttel und daß der Zugang verschlossen worden sei, von der Versiegelung der Wohnung des Viehhändlers und Synagogenvorstehers Nathan Schloß, Halchterstr. 6 und daß die übrigen Wohnungen nicht versiegelt worden seien, weil dort noch andere Leute, nämlich "Arier" zur Untermiete, wohnen, und von der Verhaftung 13 männlicher Juden.

"Sie befinden sich bei der Gestapo in Braunschweig."

Auch dieser zweite Vermerk bedarf noch einer eingehenden Analyse. Er macht nämlich der Behörde klar, daß die Juden in Wolfenbüttel keineswegs alle unter sich wohnen, sondern viele "Rein-Deutsche" bei ihnen zur Untermiete. Ein früher Versuch der SS, beide voneinander zu trennen, scheitert an der erheblichen Wohnungsnot um diese Zeit in Wolfenbüttel. Ein weiterer Hinweis auf ein drückendes Kommunalproblem während der angeblich so glanzvollen ns. Zeit.

Dort wo nach dem Kriege Prozesse oder wenigstens Vernehmungen zur Pogromnacht stattgefunden haben, wissen wir nun Näheres über das Ineinandergreifen dieses verzweigten Apparates. Zum Beispiel: wie die Bürgermeister und SA Leute aus den Betten geholt worden sind, andere auf ein Kommando während des Zusammenseins nach den schwülstigen Parteifeiern zum 9. November gewartet haben. Das wissen wir von Wolfenbüttel nicht - noch nicht. Aber wir kennen die Schreibtischmittäter Vollmer und Sartorius, und wir erfahren wiederum an einer ganz anderen Stelle von einer auffälligen Beförderung im Dezember 1938: Wilhelm Hannibal wird endlich, endlich zum planmäßigen Kreisinspektor befördert. Er ist 1938 45 Jahre, wird nach einer 12jährigen Militärzeit in der Kreisverwaltung 1933 Kreisobersekretär, 1934 Kreisinspektor, hat aber offenbar nie ein Planstelle bekommen. Hannibal ist in Wolfenbüttel jedoch stadtbekannt und gefürchtet als SA Standartenführer. Seit 1930 ist er in Wolfenbüttel in der Partei und in der SA, seit Sommer 1932 Standartenführer, wird Leiter der Hilfspolizei und organisiert die brutalen Überfälle im Sommer 1933 auf SPD und KPD Genossen in, wie er später in seinem Prozeß in Schöppenstedt zugibt, 10 Orten rings um Wolfenbüttel. Er hat einschlägige Erfahrungen in Überfällen auf Andersdenkende, aber er ist seit 1935 nicht mehr Standartenführer. Ist er der besondere Verbindungsmann des Kreises zur Parteileitung?
Die unbeantwortete Frage nach den Tätern darf nicht ruhen.

Die mittlere, verheiratete Generation unter der jüdischen Bevölkerung indes bricht nun auf und verläßt fluchtartig, aber, wenn es geht, mit Ausreisepapieren ihrer Heimatstadt. Bisher hatten sie Hitler wohl mehr als ein vorübergehende Problem gesehen nach dem Motto: Deutschland und die Juden bleiben, die Hitlers gehen. Ab 1938 sehen sie für ihre kleinen Kinder keine Perspektive. Sie haben etwas für die Ausreise gespart und trennen sich: im Sommer 1938 verläßt Berthold Mose, 43 Jahre alt, mit seiner Frau und den in Wolfenbüttel geborenen 9 und 17jährigen Töchtern die Stadt. Sie hatten das bedeutende Schuhgeschäft in der Langen Herzogstraße 53.
Der in Wolfenbüttel beliebte Arzt Dr. Siegfried Kirchheimer, "der Arzt der Auguststadt", hatte bereits im Sommer 1938 mit seiner Frau und den Kindern Hans, Grete und Alice sein geliebtes Wolfenbüttel verlassen.
Das Ehepaar Georg und Betty Hirsch, aus der Langen Herzogstr. 35, beide Mitte dreißig, erhalten mit ihrer 8jährigen Tochter Ellen die "Ausreise" nach Amsterdam.
Im März 1939 gelingt dem 32jährigen Ernst Steinberg mit seiner 27jährigen Frau und dem vierjährigen Sohn Erich die Ausreise nach Südamerika. Sie hatten im Haus Lessingstraße 4 die Schrecken der Pogromnacht unmittelbar erlebt.
In der jüdischen Gemeinde Braunschweig wird eine Liste für einen Kindertransport nach England zusammengestellt. Am 5. Januar 1939 verläßt mit diesem Transport der 14jährige Kurt Berger Wolfenbüttel.

Es wird nun keineswegs alles zertrümmert und zerstört. Vor Plünderungen waren von Seiten der Partei sogar ausdrücklich gewarnt worden. Es werden seit der Pogromnacht viele Häuser frei, viel Besitz beschlagnahmt und schließlich weiterverhökert. Die Wolfenbüttler verteilen die jüdische Hinterlassenschaft unter sich auf. Das Wolfenbüttler Finanzamt nimmt die geordnete Verteilung vor und führt penibel Buch, das im Archiv nachzulesen ist.
Für die eigene Austattung im Finanzamt werden 2 Bücherschränke, 6 Stühle mit Lederpolstern, 2 Schreibtischsessel, 1 Schreibtisch, 1 runder Tisch mit Tischdecke, 1 Amtsschrank, 2 Tischlampen verwendet. Für eine neue Eßgelegenheit, die im Finanzamt mitten im Krieg eingerichtet werden soll, werden 28 Teller, 15 Messer, Gabeln und Löffel, 20 Geschirrtücher und 2 Suppenkellen reserviert.
Die Wolfenbüttler stehen Schlange, als Küchen- und Werkzeugsachen angeboten werden: die Familie Dietz, Brömer, Bärwig, Gerecke, Busse, Oelmann, Ritter, Oberbeck, Kunz und die NS Frauenschaft erwerben für einen Spottpreis div. Kuchengeschirr für 2 - 12 Reichsmark.; Familie Bagunk einen Wäschestampfer, 1 kleine Wanne und Weckgläser. Nähmaschinen befinden sich unter dem beschlagnahmten Inventar.
Die Gestapo Braunschweig richtet im April 1942 ein Schreiben an den Vorsteher des Finanzamtes "betr. Verwertung von Nähmaschinen evakuierter Juden". Man benötige diese für das Arbeitserziehungslager für Männer, und eins für Frauen wolle man gerade einrichten. Eine ordnungsgemäße Verwaltung des Lager sei "nur möglich, wenn Nähmaschinen zur Verfügung stehen".
Die Filetstücke hingegen sind die Grundstücke: Willi Sparmann kauft das Grundstück in der Langen Herzogstr. von Hermann Daniel, Friedrich German das Haus Salzdahlumerstr. von Bernhard Grünberg, Karl Lorenz das Grundstück Leibnizstr. 4 von Max Pohly; Robert Kalus aus Söllingen das Grundstück von Louis Ochitzki. Aus Söllingen kam auch Hannibal.
Den besten Schnitt macht der Staat, denn dem Reich verfallen die Grundstücke von Alfred, Max und Julius Pohly, von Jenny Neuberger die Grundstücke in der Goslarschenstr. Nr 37 und 45.; die Häuser von Henriette Rosenthal "Am alten Tore 6", von Amalia Schloß die Häuser im kalten Tale 2a und 2b. Die Grundstücke sollten nach dem siegreich bestandenen Krieg von Frontkämpfern erworben werden können.
In Wolfenbüttel kam es anders: Curt Mast z.B. kaufte sich vom Reich 1941 die Grundstücke von Ivan und Alfred Esberg in der Langen Herzogstraße 46 und sieht zu, daß die 10 jüdischen Bewohner noch im Sommer desselben Jahres aus dem Haus verschwinden. Die NSDAP Kreisleitung sorgt für ihre Umquartierung.

Wer denkt, daß nun nur die Alten zurückbleiben, irrt sich. 30 Juden erleben in Wolfenbüttel den Überfall der deutschen Truppen auf Polen und den Sieg über Frankreich. Das braune Deutschland steht auf dem Höhepunkt seiner Macht und ist die Mitte eines faschistischen Europa, drum herum Italien mit Mussolini und Spanien mit Franco. Die Lage für die Juden ist aussichtslos. Nun geht es nicht mehr nur um ein judenfreies Deutschland, sondern um ein judenfreies Europa.
Es gibt auch für die zurückgebliebenen Wolfenbüttler Juden keinen hoffnungsvollen Ausweg mehr nach Amsterdam oder Spanien. 1940 und 41 wurden - immer noch der unvollständigen Liste zufolge - 9 Wolfenbüttler verschleppt, 1942 13 und 1943 die letzten acht. Dann war Wolfenbüttel, wie es nicht nur die Nazis wünschten, endlich "judenfrei".

Am 31. März 1942 wird ein Transport für die Todesreise nach Osten zusammengestellt. Dazu gehören Harri und Martha Sonnenberg, beide 45 Jahre und ihre 16jährige Tochter Ruth, der 23 jährige Ludwig Hirsch, die 21jährige Lore Adler und die 20jährige Hanna Pohly, die 55jährige Frieda Schloß und die 70jährige Fanny Steinberg. Der Synagogenvorsteher Nathan Schloß, der die Deportation der jüdischen Gemeinde maßgeblich organisiert hatte, starb am Herzinfarkt am 26.1.1942.
Es bleiben zurück die ganz Alten. Sie waren aus ihren Häusern vertrieben, in Judenhäusern zusammengefaßt und mit dem Sammeltransport am 16. März 1943 aus Wolfenbüttel nach Theresienstadt geschafft worden: das betagte Ehepaar Bertha und Gustav Eichengrün, 72 und 79 Jahre alt, Selma Illberg 69 Jahre, Ludwig Illberg 78 Jahre, Pauline Cohn, 72 Jahre, Amalia Schloß, 83 Jahre, Bernhard Sonnenberg und seine Frau 86 und 87 Jahre alt.
Was für ein Altern und was für ein Lebensziel? Alle sind dort umgekommen, nur Amalia Schloß kehrt schon 1946 zurück, fragt nach den Zinsen der beschlagnahmten Grundstücke oder nach einer Sozialhilfe zum Weiterleben und bekommt beides nicht.

Es gab auch das andere Wolfenbüttel. Erst kürzlich ist Herta Pape dafür geehrt worden, daß sie Elli Bücher, die gefährdete Frau des Wolfenbüttlers Kunstmalers Otto Bücher, in ihrer Wohnung zu Kriegsende versteckt hat.
Es ist den hartnäckigen Nachforschungen von Wilfried Knauer, von Ehepaar Wagner, von Jürgen Kumlehn, von Helmut Kramer, von Bernhild Vögel zu verdanken, daß dieses mühsam zu erarbeitende Gelände der Wolfenbüttler Stadtgeschichte und unserer Braunschweiger Landesgeschichte Stück für Stück weiter durchforstet wurde.

Das Kapitel "die Juden in Wolfenbüttel nach 1945" überlasse ich der Aussprache. Nur so viel:
1945 kehrte Max Cohn, wenige Tage nach seinem 50.Geburtstag, zurück, verließ aber 13 Tage später endgültig die Stadt.
Wolfenbüttel blieb "judenfrei". 1947 kam aus Manchester in England das Ehepaar Werner und Rosi Ilberg und 1950 das Ehepaar Ivan und Gertrud Esberg, außerdem Marguerite Bernett aus New York. 1950 lebten in Wolfenbüttel wieder 6 Juden. Sie verzogen alle bis 1959, keiner blieb in Wolfenbüttel. Wolfenbüttel war 1959 zum zweiten Mal "judenfrei".

Es gibt in dieser Zeit eine Art von Wiedersehen, das die Ängste der Wolfenbüttler vor einer Rückkehr nur allzu begreiflich erscheinen läßt. Als Lotte Strauß, geb. Schloß, 1958 ihrem Mann und ihrer Tochter die alte Wohnung in der Lessingstraße 4, 21 Jahre nach der Abreise ihrer Eltern von dort nach Berlin, zeigen will und die Wohnung betritt, erkennt sie im Hausflur und im Wohnzimmer ihre alten Möbel: Sofa, Tisch, Ledersessel vom Vater.

"Ich konnte keine Schritt weiter in die Wohnung gehen, ich fühlte mich elend, der Magen drehte sich mir, mir fehlten die Worte."

Der 1938 verwüstete jüdische Friedhof ist durch das Verdienst der Familie Boas wiederhergestellt

So viele Lücken in der Forschung, so viele Fragen nach dem menschlichen Schicksal, so viele Fragen nach den Tätern und ihren eigentlichen Motiven, so viele Zweifel, wie wir selber wohl gehandelt hätten. Über allem aber die offene Frage Gottes an uns Menschen, die wir in der Geschichte von Kain und Abel lesen:

"Und Gott sprach: Warum hast du das getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir von der Erde."


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http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv//kirche-von-unten/gesch/juden.htm
28-Nov-2001
Autor: dk

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