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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 118/119, Mai 2006, Seite 18-19
(Download als pdf hier)


Erklärung und Beschluss der Landessynode zur Perspektive publizistischer Arbeit

Beschlussvorlage des Gemeindeausschusses
für die Tagung der Landessynode im März 2006
Entwurfsstand 16.02.2006

1. Um in unserer differenzierten und gleichsam medienbezogenen Gesellschaft ihrer Informationspflicht und Diskussionsverpflichtung nachzukommen, benötigt die Kirche eine gesicherte und funktionierende eigene und unabhängige Publizistik, die einerseits über den engeren Bereiche der Kirche hinausblickt und wirkt und andrerseits eine regionale Berichterstattung sichert.

2. Die Landessynode bestätigt diesen Gesichtspunkt des Gesamtplanes Öffentlichkeitsarbeit und Publizistik der Konföderation evangelischer Kirche in Niedersachsen aus dem Jahr 1990, sieht aber auch die Notwendigkeit einer Fortschreibung unter den in dieser Erklärung genannten Aspekten.

3. Auf Grund des derzeitigen Diskussionsstandes bekräftigt die Landessynode ihren Beschluss vom November 2005, die Evangelische Zeitung zu erhalten. Sie ist ein seit langen Jahren funktionierendes Kooperationsmodell der drei niedersächsischen Landeskirchen Braunschweig, Hannover und Oldenburg. Eine Alternative ist derzeit nicht erkennbar. Gerade in Zeiten der kirchlichen und gesellschaftlichen Wandels und knapper Finanzen, Zusammenlegung von Gemeinden gewinnt eine evangelische Wochenzeitung an Bedeutung als Informationsquelle und Diskussionsforum.

4. Zur Sicherung der Arbeit einer evangelischen Wochenzeitung und des gemeinsamen Redaktionsbüros mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) soll eine Haushaltsgarantie für eine solche Publikation für einen Zeitraum von vier Jahren gegeben werden (unter Vorbehalt weiterer starker Finanzausfälle).

5. Die Synode beschließt bis einschlie0ßlich zum Haushalt 2010 jährlich 115.000 Euro für die Arbeit einer evangelischen Wochenzeitung einzustellen; nachdem im Haushaltsjahr 2006 eine Kürzung von 145.000 auf 117.000 Euro vorgenommen wurde.

6. Perspektivisch sieht die Synode die Notwendigkeit zu weiteren Kooperationen über Niedersachsen hinaus, um die Existenz einer unabhängigen und aktuellen Kirchenzeitung längerfristig zu gewährleisten. Di Landessynode regt als einen ersten Schritt eine Nord-West-Kooperation an und wendet sich mit diesem ‚Vorschlag zunächst gezielt an die nordelbische und an die westfälische Kirche. Es gilt dabei die Möglichkeit zu prüfen, ein gemeinsames publizistisches Medium für diesen Bereih zu konzipieren. Dazu sollte eine Arbeitsgruppe angestrebt werden, in der alle Partner gleichberechtigt vertreten sind.

7. Um die regionale Berichterstattung auch zukünftig zu gewährleisten, bleibt die Mitfinanzierung einer evangelischen Wochenzeitung abhängig von der Besetzung einer mindestens halben Redakteurstelle im Braunschweiger Büro.

Diese Beschlussvorlage wurde vom Vorsitzenden des Gemeindeausschusses Harald Welge eingebracht und begründet. Der Finanzausschuss wollte die Stelle von Frau Manhart in der Hannover Redaktion einschlachten, der Gemeindeausschuss sah davon ab. Frau Manhart ist jetzt 61 Jahre und hat die ganze Zeit in der Redaktion gearbeitet. Es wäre also undenkbar, sie irgendwo in einer Kirchengemeinde einzusetzen. Der Gemeindeausschuss geht bei Punkt 5 von 115.000 Euro plus der Stelle von Frau Manhart aus. Die Synode war sich einig, die EZ zu erhalten. Der Präsident Eckels schlug vor, keine konkreten Zahlen zu nennen. Da der Finanzausschuss auch während der Synode in einer Sondersitzung nicht in der Lage war, den finanziellen Gesamtaufwand der Landeskirche für die EZ zu nennen, wurde schließlich mit Zustimmung von Welge der Punkt 5 aus dem Beschlussvorschlag herausgenommen und der Antrag mit seinen wichtigen grundsätzlichen Aussagen bei zwei Enthaltungen einstimmig angenommen. Eckels forderte das Landeskirchenamt auf, entsprechende Verbindungen zu den genannten Landeskirchen und auch zu deren Landessynode aufzunehmen.
Es ist mir die Frage, ob dies der einzig richtige Weg ist. Ich hielte es für förderlicher, wenn das Synodalbüro um eine Kraft verstärkt würde, die dann in dieser Sache von sich aus tätig werden kann. Es ist schon zu häufig vorgekommen, dass das Landeskirchenamt Beschlüsse der Landessynode innerlich nicht mittragen kann und die Synodensachen dann schleifen lässt.
Wenn man die EZ erhalten will, müssten außerdem EZ und Kirchengemeinden noch anders aufeinander zugehen. Die kurzgefasste Informationsdichte aus den Kirchengemeinden sollte in der EZ wie früher im Ev. Volksblatt einen größeren Raum erhalten. Mehr und kurzgefasste Nachrichten aus den Kirchengemeinden sollten abgedruckt werden. Solche Infos müssten dann auch das Büro erreichen, das die Auswahl trifft.




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/kvu118/publizistik.htm, Stand: Mai 2006, dk

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