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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 120, Oktober 2006, Seite 74-75
(Download als pdf hier)


Aus der Landeskirche

von Dietrich Kuessner


* Am Sonntag, dem 3. September wurde der 60. Geburtstag von Propst Helmut Liersch in der Marktkirche, Goslar mit Andacht, Ansprachen, Laienspiel, Essen und Trinken festlich begangen. Zu diesem Tag war ein Predigtband, gedruckt im Radiusverlag, Titel „Geistkraft" erschienen, mit 26 Predigten aus den Jahren 1992-2005 zu allen Kirchenjahreszeiten. Außerdem ist der Vortrag von Liersch beim Pfarrertag 2005 „Ein Plädoyer gegen die Selbst-Marginalisierung evangelischer Verkündigung” abgedruckt. Die Predigten und der Vortrag laden zum Gespräch ein. KvU wünscht dem Jubilar, daß solche Gespräche zustande gekommen sind und noch zustande kommen.

* Den 80. Geburtstag beging am 7. Oktober Pfarrer i.R. Friedrich Wagnitz. Zu diesem Anlaß erschien eine Sammlung von Predigten und Aufsätzen, an denen sich aus Braunschweig die Pfarrer Schwarze, Diestelmann, Jünke, Tomaschewski, der emeritierte und aktive Bischof der SELK und mehrere amerikanische Verfasser beteiligten. Von Landesbischof Weber stammt eine Einleitung. KvU wünscht Bruder Wagnitz weiterhin Freude an kirchengeschichtlichen Fragen und die nötige Gesundheit zu deren Erforschung.

* „700 Jahre Liebenburg” ist der Titel einer Kirchenchronik, 285 Seiten, 2005 erschienen, mit Beiträgen zur Christianisierung, den fast 100 Seiten füllende Aufzeichnungen von Pastor Hermann Wendebourg zur Ortsgeschichte (S. 31-128) für die Zeit von 1722-1898 und der Bearbeitung der Kirchenkampfzeit durch Botho Kahmann, die von Pfarrer Wiesenfeldt geprägt war, der auch in der Nachkriegsgeschichte unserer Landeskirche eine große Rolle spielte. Die Zeit von 1945 - 1955 ist von Alfred Fricke chronologisch monatsweise aufgereiht, Botho Kahmann beendet die Chronik mit einer Beschreibung seiner eigenen Gemeindearbeit 1974-2003. Sein Nachfolger Dirk Glufke entwirft ausführlich (S. 237-250) Gedanken zu den künftigen Perspektiven unter dem Kirchentagsmotto „Wenn mein Kind mich morgen fragt” mit den Schwerpunkten Kinderarbeit und Kirchenmusik, neuen Zugängen zum christlichen Glauben und neuen Gottesdienstformen. Ein gelingendes Beispiel für eine Stabübergabe im Pfarramt. Bischof Weber und Weihbischof Schwerdtfeger beenden die schon bisher nahrhafte Lektüre mit Besinnung auf die kommenden Herausforderungen. Liebenburg ist erst 1941 zur Braunschweiger Landeskirche gekommen, aber es ist durchaus reizvoll, auf diese Weise auch einen Blick in die Hannoversche Landeskirche zu werfen. Der Beitrag Kahmanns zur Kirchenkampfgeschichte ist auch im neusten Jahrbuch für niedersächsische Kirchengeschichte erschienen.

* Im Aufsatzband „Beim Sterben helfen?” sind vom herausgebenden Landesbischof Weber neun Aufsätze zum Thema Sterbehilfe aus unterschiedlicher Perspektive u.a. aus ärztlicher (Gahl, Wörmann), juristischer (Kintzi), medienpolitischer (Strauss), diakonischer (Stempin), systematischer (Theilemann) Sicht wiedergegeben. Landesbischof Weber behandelt die Themen „Sterbehilfe als Grenzfrage” und „Was darf der Mensch” vor allem unter seelsorgerlichen Aspekten. Das Thema wird sehr differenziert behandelt, „einfache” Lösungen vermieden und eine Antwort bei einem klaren Nein zur aktiven Sterbebehilfe offen gehalten. Über dem sog. christlichen Sterben liegt meiner pastoralen Erfahrung nach leider ein Schleier von Verharmlosung und Beschönigung nach der Melodie „Mit Fried und Freud fahr ich dahin”. Dieser Verharmlosung entgeht der Aufsatzband, der sich gut zur Weiterarbeit in Gemeindekreisen in kommenden Winter eignet.

* Die von KvU herausgegebene vorläufige Analyse der Kirchenvorstandswahlen März 2006 mit dem Hinweis auf eine Reihe von leichten bis sehr schweren Verletzungen des Wahlgesetzes hat Nachdenken ausgelöst. Die Kirchenleitung hat das Kirchenrechtliche Institut der EKD an der Universität Göttingen um eine Stellungnahme gebeten. Es wäre zu begrüßen, wenn diese Stellungnahme von der Pressestelle bekannt gemacht würde.

* Bei der Jahresversammlung der Ev. Frauenhilfe in Schöppenstedt brachen noch einmal offen die Differenzen in der Leitung der Frauenhilfe auf. Nach der Andacht und dem Geschäftsbericht, den Frau Biersack erstattete, legte der Vorstand noch einmal eine Latte von Beanstandungen vor. Es hatte seit Wochen Anfragen und Unruhe gegeben, die mit dem Fortgang von Frau Biersack als leitender Theologin zusammenhingen. Wie man den Laden kennt, wird bei der Verabschiedung von Frau Biersack am 4. 11. auch mehr von der Nachfolgerin Frau Pfrn. Klages die Rede sein. Bei der Jahresversammlung wurden die Gegensätze durch ein Referat der Justizministerin zugekleistert. Alles sehr typisch Kirche.

* Richtigstellung: KvU hatte berichtet, daß 3.000 Euro in den Propsteihaushalt Helmstedt für die Verabschiedung von Propst Fischer eingesetzt worden sind. Richtig ist, daß von den 3.000 Euro die Hälfte auch für die Einführung des neuen Propstes Gottwald, die Mitte November erfolgt, vorgesehen sind.

* Zu guter Letzt: Neffslätter heißt das neue Paradestück der Presseabteilung des LKA. Es soll der Ersatz für die eingegangene „Synode direkt” sein. 12 bunte Bildchen (u.a. 3 mal der Landesbischof, je einmal die OLKR Fischer, Müller, Kollmar, der Synodenpräses und zwei Synodale (Bengsch, Welge) zieren diese Lätter mit knappen Infos aus der Synode. Für wen?




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/kvu120/Aus_der_Landeskirche.htm, Stand: Oktober 2006, dk

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