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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 121, Februar 2007, Seite 5
(Download als pdf hier)


Deutschland beteiligt sich am Angriffskrieg

von Dietrich Kuessner


Wir merken nichts davon. Daß wir im Krieg sind. Keine Lebensmittelmarken, keine Verdunkelung, keine Sirenen wie wir Alten das noch in unserer Jugend erlebt haben. Aber die Frauen und Kinder jener Soldaten, die in Flugzeugen über Afghanistan oder auf Schiffen vor dem Libanon kreuzen, werden ja wohl ihre mit mehr Sold zu diesem Auslandsdienst verlockten und bestochenen Väter und Ehemänner vermissen.
Es fing ganz unmerklich an: der damalige Verteidigungsminister Struck erklärte vor Jahren: am Hindukusch würde unsere Freiheit verteidigt. Die Verfassung, die nur einen Verteidigungsfall vorsieht, wurde von Schröder gebrochen, als die Nato und deutsche Flugzeuge ungefragt atomar verseuchte Bomben über Serbien und Belgrad abwarfen. Dann wurde aus dem inneramerikanischen Ereignis des 11. September ein weltweiter Unglücks- und Rachefall gemacht. Das Konzentrationslager Guantanamo wurde eingerichtet und andere geheime Folterzentralen. Die Schröderregierung legitimierte diese Folterzentralen, indem sie diese über deutschem Gebiet kreisen ließen und die Hilfestellung für den angeblichen deutschen Terroristen Kurnaz verweigerte. „Kaltblütig und zynisch“ nannte die BZ (20.1.) dieses Vorgehen. Die USA wollen nicht alleine in diesem Krieg sein und ziehen immer tiefer die Nato und Deutschland mit hinein. Immer tiefer. Und nun stecken wir drin. Stell dir vor, es ist Krieg und keiner merkt es.
Die Segnungen der Globalisierung offenbaren ihre verbrecherischen Rückseiten: überall gibt es deutsche Interessen, übrigens auch beim Kongoeinsatz, überall müssen diese verteidigt werden. Die Militärseelsorge deckt auch den Angriffskrieg ab. „Wir wollen unsre Jungens gerade in dieser Situation doch nicht im Stich lassen.“ Nun müssen wir unsere Gebete wieder ergänzen und können an frühere Traditionen anknüpfen.
Wir könnten aber auch ganz einfach NEIN sagen und dem Frieden nachjagen, wie jener US Offizier Ehren Watada, der sich weigerte, in den Irakkrieg zu ziehen und in diesem Februar vor ein Militärgericht gestellt wurde. Der Krieg wäre nicht rechtmäßig, die US Regierung habe gelogen, US Soldaten mißhandelten die Zivilbevölkerung. Und unsere Kirche? Wem gibt sie die Ehre?




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu121/Angriffskrieg.htm, Stand: Februar 2007, dk

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