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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 123 - Mai 2008


Verabschiedung der Diakonin Eva Viedt
am 6. April 2008 aus dem Dienst in der Braunschweiger Landeskirche

von Dietrich Kuessner
(Download als pdf hier)

An ihrem 52. Geburtstag wurde die Diakonin Eva Viedt in der Petrikirche in einem Nachmittagsgottesdienst von zahlreichen Pastorinnen, die einen gehaltvollen Abendmahlsgottesdienst vorbereitet hatten, aus ihrem Dienst in der Landeskirche verabschiedet. Frau Block v. Schwartz stellte in einem knappen Rückblick Frau Viedt vor: geboren am 6. April 1956 in Braunschweig als sechstes und siebentes Kind zusammen mit ihrer Zwillingsschwester. Auch ihre Mutter Frau Burgdorf nahm am Gottesdienst teil. Frau Viedt heiratete mit 18 Jahren und hat vier Kinder.
Block v. Schwartz: „Eva hat eine lange Erfahrung in ehrenamtlicher kirchlicher Arbeit, zuerst als Jugendliche in der Gemeinde St. Ulrici, wo sie auch im Kindergottesdienst mitgearbeitet hat, später zog die Familie nach Ölper. Bei der Arbeit in der dortigen Kirchengemeinde entstand der Wunsch, sich zur Diakonin ausbilden zu lassen. In dieser Zeit arbeitete sie in der Christusgemeinde am Schwarzen Berge. 1994 wurde sie in dieses Amt eingesegnet. „In ihrer Arbeitsstelle im Stadtjugenddienst war Eva für die Mädchenarbeit zuständig, d.h. sie hat diese neue aufgebaut, und z.B. Selbstverteidigung angeboten, Mädchen motiviert und ihnen Mut zu einem eigenständigen Weg gemacht“. Zusammen mit Pia Dittmann-Saxel und Kristina Kühnbaum-Schmidt wurde im Januar 1994 der Kirchenfrauenkonvent gegründet, „durch Evas Mitwirkung nicht ein Theologinnen-, sondern auch für Diakoninnen und Religionspädagoginnen offener Kirchenfrauenkonvent.“ Es folgte die Ausbildung zur Gemeindeberaterin. Schließlich arbeitete sie als Geschäftsführerin für Gemeindeberatung und Beauftragte für Diakoninnen und Diakone.
Nach dem Gottesdienst würdigte Pfarrerin Juliane Kleemann, die Gemeindeberaterin der Kirchenprovinz Sachsen aus Magdeburg, die nachbarschaftliche Arbeit, der Landessynodale Wolfgang Buchmeier berichtete von zahlreichen Begegnungen und hob besonders die hervorragende Arbeit von Frau Viedt bei der begleitende Beratung des synodalen Strukturausschusses hervor, die auch während der Synodaltagung dankbar erwähnt worden war, Gudrun Herrmann berichtete von manchen Begegnungen. Es war ein Gottesdienst auf vielen Schultern: Pfrn. Kühnbaum-Schmidt eröffnete den Gottesdienst mit einem Kyrie Gebet, Pfrn. Sabine Wittekopf hielt die Predigt, Pfrn. Irene Sonnabend die Salbung vor dem Altar, während die Gemeinde den Kanon „Wechselnde Pfade/ Schatten und Licht/ alles ist Gnade/ fürchte dich nicht“ sang, Pfarrerin Karin Liebl leitete das Abendmahl, die dänische Pfarrerin und Freundin von Eva Viedt teilte das Abendmahl mit aus, Pfr. i. R. Mechthild Brauer erinnerte eingangs an den letzten Gottesdienst mit Eva Viedt am 8. März im Braunschweiger Dom anlässlich des internationalen Frauentages (siehe BZ 10.3.08), Pfr. Kerstin Müller an die 15 gemeinsam gestalteten Gottesdienste anlässlich des internationalen Frauentages im Dom, Pfrn. Sabine Dressler-Kromminga sang ein Lied und die Gemeinde das auf S. 1 abgebildete Lied „Schenk uns Weisheit“, „Ich sing dir mein Lied“, und „Wenn das Brot, das wir teilen“. Nach dem Gottesdienst war im Seitenschiff Gelegenheit bei Kuchen und Salat zum Austausch.
Der Aussenstehende fragt sich, warum die Landeskirche auf eine solche kompetente Mitarbeiterin verzichtet und kein Mitglied der Kirchenbehörde an diesem Gottesdienst teilgenommen hatte. Die Freundin und dänische Pastorin hatte ursprünglich eine neue Arbeitstelle von der Braunschweiger Landeskirche gesucht, was von der Kirchenleitung abgelehnt worden war. Die Kirchenbehörde stellte fest, es gäbe keine Vertrauensbasis mehr mit Frau Viedt und untersagte eine offizielle Verabschiedung. Mit solchen schwammigen Begründungen sollte die Kirchenleitung vorsichtig sein, denn wie die Synodaltagung im November 2007 zeigte, ist das Vertrauen sehr vieler Kirchengemeinden in die finanzielle Kompetenz der Kirchenbehörde äußerst mager. Auch wurde gerade die Viedtsche Beratung des synodalen Strukturausschusses vom Landeskirchenamt höchst missgünstig beäugt. Wenn alle gespannten Verhältnisse in der Landeskirche derart autoritär gelöst würden, sähe es bald in der Kirche von oben und in der Mitte ziemlich mau aus. Dass keiner und keine aus der Kirchenbehörde zur Verabschiedung erschien, war offenbar wenigstens ehrlich, andrerseits: wenn die Kirche, die zum Segnen da ist, den aufgetragenen Segen versäumt und wegwirft, muss man wohl darum bitten, dass der weggeworfene Segen nicht als Fluch über die Häuser am Bonhoefferweg zurückkehrt.




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu123/viedt.htm, Stand: Mai 2008, dk

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