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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 126 - Mai/Juni 2009


Garten des Lebens

Meditation im Taizé- Gottesdienst Paulikirche 24.4.09

von Herbert Erchinger
(Download als pdf hier)

Das Erwachen der Natur, das farbenfrohe Erblühen der Gärten und Bäume im Frühling fasziniert uns dieses Jahr besonders. Mit welcher Wucht setzt sich das Leben durch! Jeder Frühling erinnert uns als Christen an das Wunder der Auferstehung und an das Paradies.

Der Garten Eden ist ja das Urbild der Schöpfung und der menschlichen Verantwortung für diese Schöpfung: "Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte." (1.Mose 2,15)

Die Verantwortung für einen Garten verändert uns. Du musst vor Ort sein als Gärtner und kannst nicht ständig verreisen. Sonst verrottet das Gemüse. Die Rosen wollen beschnitten, der Garten will gemäht, das Unkraut gezupft sein. Jeder Garten braucht Pflege. In der Konsumgesellschaft verlernen wir, dass das Leben Pflege braucht. Wir wollen alles "all inclusive" immer sofort nutzen und dann vergessen: Ex und hopp. Im Garten geht das nicht.

Der Garten lehrt uns auch Geduld. Du musst warten können, wenn Du Äpfel ernten willst. Du musst die Langsamkeit des Wachsens ertragen. Das ist die Geduld des Landmanns. Auch dies verlernen wir in der Hektik unserer Zeit.

Und Du musst demütig sein im Garten des Lebens: "Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land. Doch Wachsen und Gedeihen steht in des Herren Hand." Du erkennst, dass Wachsen und Gedeihen nicht in unserer Macht liegt, sondern ein Geschenk Gottes ist. Ernte ist letztlich nicht planbar, allen Genversuchen zum Trotz. Es gibt fette Jahre und magere Jahre.

Du darfst als Gärtner auch nicht nur an Dich selbst denken und deinen eigenen Vorteil. Denn oft werden erst zukünftige Generationen ernten, was Du gepflanzt hast. So weist jeder Garten über Dich selbst hinaus.

Schließlich muss ein Garten gegen die offene Wildnis abgeschottet sein. Er darf nicht alle Einflüsse von außen zulassen. Ein Garten ist immer ein Stück Intimität, der Wildnis abgetrotzt. Die schützenden Zäune und Mauern hat unser leben oft nicht mehr. Wehrlos sind wir allen destruktiven Einflüssen ausgesetzt. Das halten wir für Freiheit. Aber der Garten des Lebens gedeiht nur im Schutz der Intimität.

Noch eins: Jeder Garten hat eine Kompostecke. Jeder Gärtner weiß, dass das Leben im Kreislauf von Wachsen, Blühen, Gedeihen und Vergehen besteht. "Alles Fleisch ist wie Gras und all seine Güte ist wie die Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." (Jes 40,6+8) Gott führt jeden von uns in den Paradiesgarten zurück. Er wird abwischen alle Tränen. Leid und Tod wird nicht mehr sein.

Das Leben wird endgültig blühen im Garten Gottes, im Garten des Lebens.




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu126/gartendeslebens.htm, Stand: Mai 2009, dk

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