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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 126 - Mai/Juni 2009


Karl Steinacker - Ein Held?

Beitrag des CJD Braunschweig zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

von Christian Werner
(Download als pdf hier)

Karl Steinacker - ein Held? Schon in der nahe gelegenen niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover kennt ihn kein Mensch. Sogar in der Ausstellung des Landesmuseums zum jüdischen Leben in Braunschweig findet sich kein Bild von Steinacker. Dabei hat er diese Synagoge aus Hornburg nach Braunschweig geholt und dafür gesorgt, dass sie Teil der ständigen Ausstellung wurde. Es ist die einzige Schausynagoge Deutschlands, die den Nationalsozialismus unbeschadet überstanden hat.
Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten hat 2009 den Fokus einer Spurensuche vor Ort zum Thema "Helden", die verehrt, verkannt oder schon vergessen sind. Schülerinnen und Schüler sollen die eigene Lokalgeschichte unter die Lupe nehmen und erforschen.
14 Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses CJD Braunschweig erstellten ein Plakat zum Leben und Werk Karl Steinackers. War er ein Held? Die Diskussion unter den Jugendlichen um die Frage was Helden sind und was sie bezwecken war kontrovers. Auch nach der Einigung auf eine Definition zum Thema Helden und der Sichtung vieler Quellen und Materialien zum Leben und Werk von Karl Steinacker konnten die Schülerinnen und Schüler bei ihm kein Heldentum erkennen, obwohl sie sein Handeln auf bestimmten Gebieten als vorbildhaft ansahen. Steinacker hatte 1924 die Synagoge aus Hornburg nach Braunschweig geholt und sie im Vaterländischen Museum aufstellen lassen. Er wehrte sich bis 1935 gegen eine nationalsozialistische Umdeutung seines Museums, resignierte dann aber und lies sich frühpensionieren. Aus der Sicht der Jugendlichen war Karl Steinacker kein Held, aber das schmälert nicht die Achtung vor seiner Arbeit als Museumsdirektor.
Neben dem Plakat zu Leben und Werk von Karl Steinacker wollen die Jugendlichen einen Museumsführer zum Jüdischen Museum im Braunschweigischen Landesmuseum schreiben. Dieser soll im Internet abrufbar sein. Mit der Unterstützung des Leo Baeck Instituts möchten die Jugendliche jüdisches Leben in Braunschweig beschreiben und damit andere Jugendliche einladen, diese Ausstellung im Braunschweigischen Landesmuseum "Hinter Ägidien" zu besuchen. Sie können sich den Museumsführer im Internet anschauen und bei Bedarf ausdrucken. Das Jüdische Museum in Braunschweig ist eine der ältesten Sammlungen weltweit und besitzt Ausstellungsstücke die aus dem 18. jahrhundert stammen. Die Jugendlichen waren beeindruckt von dem Schatz, der hier in den Mauern von Braunschweig lagert.
Es ist geplant, diesen Museumsführer als Audioguide (Hörführer) weiterzuentwickeln. Dann können vielleicht bald Schüler mit einem Handy oder MP3-Player die Ausstellung besuchen.




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu126/steinacker.htm, Stand: Mai 2009, dk

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