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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 130 - Juni 2010


Proklamation eines Schöpfungstages

(Download als pdf hier)

In Zukunft soll, von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland verantwortet, an jedem ersten Freitag im September ein Ökumenischer Schöpfungstag von den Kirchengemeinden begangen werden. Landesbischof Weber gab dieses Vorhaben als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München bekannt (siehe epd Dokumentation Nr. 21). Das wäre in diesem Jahr am 3. September.
Er ist weit genug entfernt vom ökumenischen Weltgebetstag der Frauen im März und vom Erntedankfest im Oktober, den man ja auch als Schöpfungstag verstehen und gestalten kann.
Das Thema Schöpfung ist zwischen den Kirchen unumstritten und ein solcher Schöpfungstag bereits in der Hamburgischen Kirche im letzten Jahr ökumenisch begangen worden. Theologische Probleme bereitet dieser Tag also nicht.

Bischof Weber nannte neben dem Lob des Schöpfers auch die Gefährdung der Schöpfung als einen gemeinsamen Zielgedanken. Das bedeutet für unsere Landeskirche, dass am 3. September auch von Schacht Konrad, Asse, Offleben und Waggum die Rede sein müsste (siehe die folgenden Blätter).
Über den neusten Stand vom Industrieterror in Remlingen, Asse informierte der Asse II Koordinationskreis in Hannover:

„Der Asse II-Koordinationskreis hat auf einer kürzlichen Pressekonferenz in Hannover gemahnt:
„Rückholung des Atommülls aus der Asse alternativlos – Jede Verzögerung ist verantwortungslos“

Die Rückholung des Atommülls muss nun zügig und sorgfältig angegangen werden, eine Verfüllung der Asse kann unter keinen Umständen eine Lösung des Atommüll-Problems in der Asse bieten. Das ist die Quintessenz der Darlegungen von Dr. habil. Ralf Krupp und Dr.-Ing. Frank Hoffmann am heutigen Vormittag in Hannover.
> In der Öffentlichkeit besteht der Eindruck, dass die Entscheidung für eine Rückholung des Atommülls aus der Asse gefallen sei. Doch die Vorarbeiten dazu gehen nur sehr zögerlich voran und es gibt immer noch Kräfte, die die Asse lieber fluten wollen. Daher hat sich der Asse II-Koordinationskreis, der Zusammenschluss der Bürgerinitiativen, die zur Asse arbeiten, entschlossen eine öffentliche Diskussion über diese beiden Punkte anzustoßen.

Dr. Krupp, Mitglied der „Arbeitsgruppe Optionenvergleich“ (AGO), hat ein hydrogeologisches Strömungs- und Transportmodell entwickelt. Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Untersuchung steht die Frage, welche Auswirkungen die Gasbildung und der Gebirgsdruck im Fall einer Flutung der Asse haben kann. Gase bilden sich unweigerlich, wenn die eingelagerten Metalle (Fässer etc.) und organischen Substanzen mit der Salzlösung reagieren bzw. biologisch abgebaut werden. Das Rechenmodell zeigt: bereits wenige Jahre nach Vollverfüllung können solche Drücke entstehen, dass kontaminierte, giftige und nur wenig verdünnte Lösungen und Gase in die Biosphäre ausgepresst werden.

Dr. Krupp kommt zu dem Ergebnis: „Aufgrund der vorliegenden Kenntnisse und Tatsachen muss von einer Auspressung ausgegangen werden, wenn das Vollverfüllungs-Konzept umgesetzt werden sollte – gleich ob in Gestalt des Schutzfluid-Konzepts, der Vollverfüllungs-Option oder als Notfall-Maßnahme. Kontaminierte Lösungen und Gase werden in wenigen Jahren ins Grundwasser und die Biosphäre gelangen.“

Dazu wäre es hilfreich, wenn der nebenamtliche Umweltbeauftragte der Landeskirche, Pfr. Kiy, Lamme, in regelmäßigen Abständen eines Vierteljahres in das Landeskirchenamt zum Bericht einbestellt würde. Aber wer ist in der Behörde zuständig und überhaupt interessiert?

[Kraftwerk Offleben]
[Flughafenausbau 1]
[Flughafenausbau 2]




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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu130/schoepfungstag.htm, Stand: Juni 2010, dk

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