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[Kirche von Unten]

Alternatives aus der/ für die
Braunschweiger Landeskirche

Kirche von Unten Nr. 132 - Dezember 2010


Die Hoferschen Vorgänger – die ich erlebt habe
eine klitzekleine Behördengeschichte

von Dietrich Kuessner
(Download als pdf hier)

Es gibt seit altersher zwei theologische Referate im Landeskirchenamt. Das Referat I verwaltet die Personalien und macht auch Personalpolitik. Dort stellte man sich vor, wenn man in die Landeskirche kam, der Personalreferent besichtigte in Göttingen den theologischen Nachwuchs der Landeskirche und nahm die Examina mit ab. Der Personalreferent sorgte seinerzeit für Ruhe und Ordnung in der Landeskirche. Ich meine die alten Zeiten, als der Oberlandeskirchenrat Röpke (1892-1970) ((1935-1963)) vom Referat I aus die Landeskirche wie einen rübenreichen Gutshof verwaltete. Demgegenüber galt das Referat II als relativ einflusslos. Es hieß das Gemeindereferat. Da bekamen die Gemeinden ihre Streicheleinheiten, die Kollektenpläne wurden durchgesehen, theologische Anstöße waren ziemlich klein geschrieben. Das Referat II galt als Durchgangsstation zum Referat I. Das wurde als Aufstieg (miss)verstanden. Lange Zeit war das Referat II nur eine halbe Stelle, das Hans Eduard Seebaß im Nebenamt neben seiner Pfarrstelle im Marienstift versah. Die Möglichkeit, die Stelle wieder auf 50 % zu setzten, hat sich die gegenwärtige Landessynode entgehen lassen.

Als ich ins Braunschweigische kam, saß Max Wedemeyer im Referat II. Wedemeyer ( geb. 1911) war Gemeindepfarrer in Bornum gewesen, dann Propst der Propstei Helmstedt geworden, zurück ins Pfarramt nach Jakobi, Braunschweig, gewechselt, machte von dort aus schon die landeskirchliche Pressearbeit und wurde 46jährig im Juni 1957 als Nachfolger des mit 63 Jahren im Amt verstorbenen Hans Eduard Seebaß ins Landeskirchenamt gewählt und beim ersten regionalen Kirchentag der Landeskirche in sein Amt eingeführt. Er galt nach außen als verbindlicher, weltgewandter, formulierungsfreudiger Geistlicher, fast als Literat. Er veröffentlichte im Braunschweiger Volksblatt zahlreiche Kurzgeschichten, verarbeitete seine Soldatenzeit in dem 1948 erschienen Buch „ In der Welt habt ihr Angst“, dem eine Reihe weiterer Romane und Gedichte folgten. Die Gesamtauflage betrug etwas über 150.000 Stück. Nach innen verfolgte er im Kielwasser von Landesbischof Erdmann wie sein Vorgänger einen der Brüderngemeinde nahestehenden theologischen Kurs. Wedemeyer war der Erwerb des Hannoveraners Hartig, dem späteren Seesener Propst und Flügelmann der kirchlichen Rechten, zu verdanken. Wedemeyer rückte 1963 als Nachfolger von Röpke ins Referat I auf.

Als Nachfolger Wedemeyers im Referat II, das sich noch „Amt für Gemeindedienst nannte, wurde im Dezember 1962 der Direktor des Predigerseminars Rudolf Brinckmeier gewählt und am 5. Mai eingeführt. An diesem Tag wurde auch OLKR Röpke in den Ruhestand verabschiedet. Brinckmeier kam aus einer Juristenfamilie, war wegen einer Examensarbeit über Karl Barth im Misskredit geraten, wurde Pfarrer in Vorwohle, dann von Adolf Brandmeyer in der Reichsfrauenhilfe in Potsdam geholt, kehrte 1945 in die Landeskirche zurück, und wurde vom Pfarrnotbund als Bischofskandidat angefragt, was er jedoch ablehnte. Stattdessen wurde er Pfarrer in Othfresen, von dort zum ersten Direktor des Predigerseminars nach dem Kriege berufen, dessen Stil er in dieser ersten Phase seiner Nachkriegsgeschichte wesentlich prägte. Brinckmeier war Mitglied der Bekennenden Kirche gewesen, und es traf sich für ihn gut, dass ab 1965 mit Gerhard Heintze ein weiteres Mitglied der Bekennenden Kirche Bischof der Landeskirche wurde. Diese Beiden betrieben von der Behörde aus zusammen mit sympathisierenden Pröpsten und Synodalen das Pfarrerinnengesetz, das schon 1968 von der Synode angenommen wurde. Es ist eines der wenigen Beispiele, dass ein bedeutendes Reformprojekt vom Landeskirchenamt aus betrieben und durchgesetzt wurde. Dieser Synodalbeschluss war für Wedemeyer der Anlass, mit 58 Jahren krankheitshalber aus dem Referat I auszuscheiden und in den Ruhestand zu gehen, den er noch drei Jahrzehnte genossen hat.

In das Referat I rückte nun Brinckmeier nach. Nachfolger Brinckmeiers im Referat II wurde am 9. April 1969 der Predigerseminardirektor Ernst Heinrich Kammerer, ebenfalls Mitglied der Bekennenden Kirche und Befürworter des Pastorinnengesetzes, aber dann kirchenpolitisch nach rechts abrutschend. Dem Pfarrer Detlef Löhr gestand er: er erwarte innerhalb der nächsten Jahre, spätestens in 6 -7 Jahren eine Scheidung der Geister, „bei der die - ich will sie mal kurz so nennen – sozialaktive Kirche sich von der des Wortes trennen dürfte. Wir können die Entwicklung nicht in einem Punkt vorwegnehmen, sondern nur darauf vertrauen, dass die Scheidung der Geister sich unter der Wirkung des Heiligen Geistes so vollzieht, dass die Kirche des Wortes nicht ganz in die Verborgenheit zurückweichen muss.“
Das war eine deutliche Gegensposition zu Bischof Heintze, der gerade keinen Gegensatz, sondern einen Zusammenhang zwischen der „Kirche des Wortes“ und der „sozialaktiven Kirche“ sah.
Kammerer rückte wiederum ins Referat I auf, als Brinckmeier 67 jährig zum 1. November 1973 ausschied.
Um den zweiten Oberlandeskirchenratposten kam es am 5. Oktober 1973 zu einer Wahl zwischen dem Landeskirchenrat Friedrich Wilhelm Wandersleb und dem Direktor des Predigerseminars Hans Adolf Oelker. Das war eine interessante Paarung, denn Oelker galt als theologisches Schwergewicht, der dem Referat II die notwendige Tiefe geben sollte.
Wandersleb hatte seit 1967 als Landeskirchenrat bereits eine für ihn extra geschaffene Unterabteilung des Referats II mit den Arbeitsbereichen Mission und Ökumene verwaltet. Das war im Grunde eine Verlegenheitslösung gewesen, denn Wandersleb war vorher leitender Standortpfarrer gewesen und musste gehaltsmäßig eine entsprechende Stelle haben. Also war er sechs Jahre im Unterreferat tätig und kandidierte nun für die Oberlandeskirchenratstelle.
Es traten mit ihnen auch zwei bekannte Braunschweiger Theologengeschlechter gegeneinander an: Großvater Albert Wandersleb hatte 10 Söhne, sechs von ihnen wurden Pfarrer, fünf in der Landeskirche. Der Jüngste, Justus Wandersleb, der in seinem Pfarrerleben nur eine einzige Pfarrstelle verwaltet hatte, in Achim, volle 41 Jahre, von 1920 – 1961, war der Vater des Landeskirchenrates. Friedrich Wilhelm Wandersleb hatte also viel Braunschweiger Landluft im Achimer Pfarrhaus geatmet und atmete sie auch gelegentlich wieder aus.
Oelkers Geschlecht reichte noch eine Generation weiter. Sein Urgroßvater Carl, der mit 31 Jahren als Pfarrer in Geitelde tödlich verunglückt war, hinterließ zwei Söhne, die beide Pfarrer in der Landeskirche wurden, Adolf sogar Propst von Börßum. Dieser Adolf Oelker zeugte drei Söhne, von denen zwei wiederum Pfarrer in der Landskirche wurden, nämlich Karl Heinz, der spätere Propst von Wolfenbüttel und Karl Adolf, der Predigerseminardirektor und Gegenkandidat. Diese biografischen Ausdehnungen schufen begreiflicherweise regionale Netzwerke – es waren nicht die einzigen - , und jeder Neuling in der Landeskirche war gut beraten, wenn er sich mit diesem Netzwerk vertraut machte.
Es traten also zwei geachtete Braunschweiger Pastorengeschlechter gegeneinander an, der eine mehr populär, der andere der theologisch Gebildete. Die Landessynode entschied sich für den Populären. Friedrich Wilhelm Wandersleb hatte 32 Stimmen, Oelker 22 Stimmen erhalten. Wandersleb wurde am 30. Oktober 1973 in seine Amt eingeführt, Oelker wenig später Direktor des Johannesstiftes in Berlin-Spandau.
Wandersleb, auf einer Landpfarrenstelle groß geworden, suchte den Kontakt zur Basis und hatte einen Sinn für praktische Lösungen. Beispiel: als ein Pfarrer, der seine Filiale mit dem Fahrrad erreichte, die jedoch fälschlicherweise als Auto entschädigt worden war, umging er eine fällige Rückerstattung des Landpfarrer und erklärte ihm: „Sie haben die Autonummer vier-sieben-eins-eins“ (4711 ha ha!).
Wandersleb konnte seinen habitus als erster Garnisonpfarrer der Landeskirche, geübt im derben, gelegentlich zotigen Ton von Mann zu Mann, nicht ablegen und versuchte in Kumpeltour auf die Pfarrerschaft einzuwirken. Theologische Glanzpunkte waren nicht zu erwarten.

Die für Wandersleb geschaffene Unterabteilung im Referat II Mission und Ökumene hätte nun wieder gestrichen werden können. Sie wurde stattdessen von der Kirchenregierung mit dem jungen Pfarrer der Andreaskirche, Braunschweig, Henje Becker besetzt. Becker war mit 36 Jahren ein auffallend junges Mitglied in dieser Position und galt als Kirchenreformer.

Kammerer war, als er das Personalreferat 1973 übernahm, bereits 63 Jahre alt. Ein Wechsel war abzusehen. Er kam schon drei Jahre später.
Wandersleb rückte in das Referat I auf.
Für den Posten eines Oberlandeskirchenrates hatte der Ältestenausschuß Landeskirchenrat Becker und den Goslarer Pfarrer Eberhard v. Bülow, der auch Mitglied der Kirchenregierung war, aufgestellt. Die Landessynode entschied sich mit einer deutlichen Mehrheit von 35:15 Stimmen für Henje Becker als neuen Referatsleiter, der 37 jährig im Oktober 1975 in sein Amt eingeführt wurde. Becker holte in die Unterabteilung II,2 seinen Freund und Bekannten von der Pauligemeinde, Bs, Ulrich Hampel (geb. 1935) nach.
Als sich die Synode im September 1975 entscheiden musste, ob Wandersleb Stellvertreter des Landesbischofs werden sollte, zeigte sie sich mit 29 Ja-Stimmen aber 13 Enthaltungen und sechs Nein-Stimmen ziemlich reserviert ihm gegenüber.

Die Ära Wandersleb/Becker dauerte 14 Jahre – eine für Braunschweiger Verhältnisse lange Zeit, die sich der heutigen mittleren Pfarrergeneration eingeprägt hat. Wandersleb und Becker neutralisierten sich gegenseitig, Becker, der Reformer, und Wandersleb, der konservative Bremser. Dieses Gleichgewicht verschob sich ab 1980 durch die Wahl von OLKR Dr. Robert Fischer als Finanzdezernent, der sich umgehend als äußerster rechter Flügelmann des Kollegium betätigte, und durch die Wahl von Landesbischof Gerhard Müller, dem die Reformfreude auch nicht angeboren war. Becker war eingemauert und ließ das seine Freunde auch wissen.
Es ist kennzeichnend, dass auf diese konfessionalistische Reaktion in der Landeskirche sich die Friedensinitiative in Salzgitter gründete, die immerhin 300 Mitglieder zählte.

Als Wandersleb im Juni 1989 mit 65 Jahren aus der Behörde ausschied, war zu erwarten, dass Henje Becker vom Referat II ins Referat I aufrücken würde, aber er wollte im Referat II bleiben. Es kandidierten am 27. August 1988 in Seesen für das Referat I der Gemeindepfarrer Eberhard Grefe und der Braunschweiger Propst Armin Kraft. Hier muss nun hinzugefügt werden, dass die Landessynode formal nur einen Oberlandeskircherat wählte und die Verteilung, ob Referat I oder II den beiden Gewählten überlassen blieb. Aber begreiflicherweise wollten die Synodalen wissen, welchen von beiden der Posten sie besetzen wollten, das Personal- oder das Gemeindereferat. Die Qualifikationen dazu waren höchst unterschiedlich. Becker ließ die Synode wissen, dass er im Referat II zu bleiben gedenke. Die Synode entschied sich daher nach drei Wahlgängen mit 25: 21 Stimmen für Grefe, dem sie ruhigere und abgewogenere Personalentscheidungen zutraute als Kraft, was sich in der kurzen sechsjährigen Tätigkeit auch als zutreffend erwies. Als Oberrat im Gemeindereferat wäre möglicherweise die Wahl auf Kraft gefallen, der in seiner Cityarbeit am Bs Dom seine Vorstellungen von künftiger Gemeindearbeit durchexperimentierte.
Das Gespann Grefe/Becker war ein Gegengewicht dem Juristendoppel Niemann/Fischer und lenkte die Landeskirche für kurze Zeit in ruhigere Gewässer. Aber es war Grefe, der zu seinem Abschied beklagte, dass die vier Verfassungsorgane (Synode/ Kirchenregierung/Landeskirchenamt und Bischofsamt eben nicht auf gleicher Höhe den Wagen der Landeskirche steuerten,
und von der Arbeit in der Kirchenbehörde meinte er leicht resigniert, es käme ihm vor wie wenn man in einen großen Misthaufen ein kleines fruchtbringendes Beet einpflanzen wolle.

Als 1995 OLKR Grefe in den Ruhestand ging und OLKR Becker nun vom Referat II in das Personalreferat wechselte, war eine Wahl für das Referat II fällig.
Der Nominierungsausschuss hatte Pfarrerin Brigitte Müller und OKR Wilfried Steen nominiert. Den Vorschlag von OLKR Fischer, auch Peter Kollmar aufzustellen, verwarf der Nominierungsausschuss. Fischerintimus Propst Hartig, Seesen, dem die Alternative Müller/Stehen auch zu „links“ war, sammelte Synodenunterschriften für eine Kandidatur Kollmars und erhielt 29 (!), eine Ohrfeige für den Nominierungsausschuss. Kollmar war Pressesprecher der EKD, sein Vertrag lief in Hannover aus. Er brauchte was Neues. Kollmar bedeutete innerhalb der Kandidaten eine unmissverständlich klare Positionierung nach ziemlich rechts außen. Zu diesen drei Vorschlägen kam noch ein vierter vom Synodalen Fechner, nämlich Landeskirchenrat Hampel (15 Unterschriften).


Das Ergebnis:
1. Wahlgang: Hampel 5/ Kollmar 27/ Müller 10/ Steen 14 Stimmen. Das war für Hampel ärgerlich. Die 15 Synodalen hatten zwar für seine Kandidatur unterschrieben, aber nicht für seine Wahl gestimmt. Unanständig, aber nicht untypisch für Braunschweiger Verhältnisse.
2. Wahlgang: Hampel 1 / Kollmar 30/ Müller 7 / Steen 18 Stimmen.


Damit war Kollmar gewählt und Hampel das Genick gebrochen. Er hat diese Kränkung nie verwunden. (alles ausführlicher nachzulesen in KvU Nr. 75 S. 45 ff ).
Die Wahl Kollmars war eine deutliche Wahl gegen die kirchenpolitischen Vorstellungen von Becker, der nun erneut eingemauert war.

Bisher waren alle Referatsleiter II aus der Landeskirche gekommen. Kollmar kam aus Hannover und beließ auch seinen familiären Mittelpunkt in Hannover, wo seine Frau eine Rektoratstelle behielt.
Als Henje Becker krankheitshalber mit 62 Jahren zum 1.1.1999 aus dem Dienst schied, verzichtete auch Kollmar, wie schon vor ihm Becker, in das Personalreferat zu wechseln. Kollmar blieb im Referat II, und es wurde als Personalreferentin im vierten Wahlgang die Pfarrerin Brigitte Müller gewählt, die am 1.4.1999 ihren Dienst antrat.
Diese Konstellation Müller/Kollmar blieb für Braunschweiger Verhältnisse mit 11 Jahren relativ stabil.

Kollmar ist Hobbymaler. In seinem Dienstzimmer hängt ein Bild von ihm, das ich gut fand. Wer malt, hat ein geübtes Auge und Sinn für Perspektive. Aber ich fand keinen Übergang vom hobby zu theologischen Themen.
Kollmar war zuständig für die Arbeit der Agendenkommission, eine hochinteressante Tätigkeit, mit der man in die Gottesdienstgestaltung der Kirchengemeinden hineinwirken kann. Dem Gottesdienst als Kunstwerk hätte Kollmar Impulse geben können.
Aber die aktive Agendenkommission hatte Vorschläge für Segnungsgottesdienste verfasst, die nicht das Wohlwollen von Bischof Müller fanden. Die Kommission wurde zum schönen Tod durch Nichteinberufung verurteilt, und so ist es bis vor kurzem geblieben. Ich halte das für ein bedeutendes Defizit der Arbeit des Referats II.

Als besondere Merkpunkte der Tätigkeit Kollmars sind mir sein Engagement für den Einbau einer repräsentativen Bücherei in die Brüdernkirche erinnerlich, die am Gegenbemühen Boreks gescheitert war und sein vergeblicher Versuch, die Celler Ausbildungsstätte nach Braunschweig zu lotsen.
Der frisch errichtete Franziskussaal in der Brüdernkirche ist auch von Kollmar stark gefördert worden, aber wir haben doch den sehr schönen Saal in Katharinen!
Seine Weigerung, kirchenpolitisch ihm nicht passende Synodalbeschlüsse nicht umzusetzen, wurde vom Synodenpräsident Eckels nicht entsprechend scharf zurückgewiesen. Das schuf eine gespannte Atmosphäre in der Synode.
Die Rede zur Verabschiedung in der Landessynode hielt Pfr. Hempel, die Verabschiedung aus dem Dienst der Landeskirche wird zusammen mit der Einführung von Thomas Hofer als Oberlandeskirchenrat Ende Februar stattfinden.

Die Bewegungsfreiheit und der Gestaltungsraum des Referat II wurde dadurch begrenzt, dass kein Referat eine Entscheidung für sich traf, sondern alle Entscheidungen kollegial getroffen wurden. Sie mussten also das Kollegium durchlaufen, das von den vier Oberlandeskirchenräten und dem Landesbischof gebildet wird.
So konnte es also vorkommen, dass die schönsten Reformpläne an der entgegenstehenden kirchenpolitischen Linie des Bischofs oder an finanziellen Bedenken des Referats IV (Finanzreferat) scheiterten. Das musste schmerzhaft OLKR Becker erfahren, und auch Landesbischof Krause fühlte sich durch den Apparat in der Behörde eingeengt. Es ist daher auch schwierig, besondere, durch den Referenten gesetzte Farbtupfer herauszufinden.

Als Nachfolger Kollmars präsentierte der Ältesten- und Nominierungsausschuss der Landessynode Propst Thomas Hofer und Gemeindepfarrer Harald Welge. Auf Initiative von Propst Kuklik stellten 16 Synodale noch Landeskirchenrat Hahn auf, der jedoch im ersten Wahlgang nur 4 Stimmen erhielt. Mit Mephisto gereimt: „Auch hier geschieht, was längst geschah, denn Hampels Abwahl war schon da!“ Peinlich, ärgerlich, unsolidarisch, aber nicht untypisch. Im 2. Wahlgang: Hofer: 28 Stimmen, Welge: 21 Stimmen.


Wilhelm Röpke (1892 - 1970)
Referat I : 1935 - 1963

Hans Eduard Seebaß (1894-1957)
Referat II: 1936 - 1957

Max Wedemeyer (1911 - 1994)
Referat II: 1957 - 1963
Referat I: 1963 - 1968

Rudolf Brinckmeier (1906 - 1986)
Referat II: 1963 - 1969
Referat I: 1969 - 1973

Ernst Heinrich Kammerer (1910 - 2004)
Referat II: 1969 - 1973
Referat I: 1973 - 1976

Friedrich Wilhelm Wandersleb (1924 - 2005)
Referat II: 1973 - 1975
Referat I: 1975 - 1989

Henje Becker (1936 - 2001)
Referat II: 1975 - 1995
Referat I: 1995 - 1998

Eberhard Grefe (1929)
Referat I: 1988 - 1995

Peter Kollmar (1946)
Referat II: 1995 - 2011

Brigitte Müller (1954)
Referat I: ab 1999





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Impressum  http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu132/diehoferschenvorgaenger.htm, Stand: Dezember 2010, dk

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