Kirche von unten: Home - Archiv - Geschichte - Vorträge, Beiträge - Cyty - Glaube
 
[Kirche von unten]

Die Braunschweiger Landeskirche in den 70er Jahren

und ihr Bischof Gerhard Heintze

Kapitel 2

Stadtsuperintendent und Landessuperintendent in Hildesheim

Nach vier Jahren musste die Familie Heintze innerhalb der Stadt Hildesheim umziehen. Routinegemäß war die auf sieben Jahre begrenzte Predigerseminartätigkeit beendet, und Gerhard Heintze wurde 1957 45jährig als Nachfolger von Kurt Degener zum Stadtsuperintendent von Hildesheim ernannt.


Gemeindepfarrer und Stadtsuperintendent

Das Superintendentenamt war mit dem 3. Pfarramt an St. Andreas verbunden, die völlig zerstört war, zu der jedoch 4.500 Gemeindemitglieder gehörten. Heintze erhielt nun erstmals nach 1946 wieder einen Gemeindebezirk zugewiesen, hatte Hausbesuche zu machen und regelmäßigen Predigtdienst in einer eigenen Gemeinde zu versehen. Gottesdienste wurden in der wiederaufgebauten Jakobikirche gehalten, die durch Kantor Brunnert kirchenmusikalisch besonders reichhaltig ausgestaltet wurden. „Predigtmäßig war ich in Hildesheim sicher nur durchschnittlich und längst nicht so volkstümlich wie seinerzeit mein Vorgänger Degener oder Dieter Andersen, der damals 2. Pfarrer an St. Michael war. Allerdings habe ich mein Leben lang gern gepredigt und mich dabei auch um ein genaues Textverständnis und um klare verständliche Aussagen bemüht“, erinnert sich Heintze Jahrzehnte später1 Und der von Heintze zitierte Dieter Andersen erinnert sich so: „Zwar haben mich persönlich Heintzes Predigten nicht immer ‚von Stuhl gerissen‘, aber eins war mir bei ihm als Theologen immer klar: Es ging ihm um die Sache, wie predigen wir Gesetz und Evangelium heute und dabei waren ihm irgendwelche Gags, geistige Akrobatik oder Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist abhold.“2 Nach vier Jahren berichtete Heintze über seine Predigttätigkeit. Er werde vielfältig aus den Gemeinden zum Gottesdienst gebeten, nicht etwa nur zu festlichen Anlässen. „Predigtfreie Sonntage gibt es nur selten in meinem Terminkalender.“ Er wolle durch seinen Predigtdienst Anteil behalten an den Nöten und Verlegenheiten im kirchlichen Alltag. „Ich weiß mich den Brüdern und Schwestern verbunden, die unter der Anfechtung leiden, ob nicht dieser Auftrag – jedenfalls wie er im herkömmlichen Gottesdienst wahrgenommen wird – heute praktisch unmöglich geworden ist, nicht nur wegen des geringen und vielleicht noch abnehmenden Erfolges und der vielen praktischen Gestaltungsfragen, die mit der Gottesdienstordnung verbunden sind, sondern vor allem angesichts der immer neu zu machenden Erfahrung, wie unser Bemühen, die uns anvertraute Botschaft als Zuspruch und Anspruch des lebendigen Wortes Gottes weiter zu bezeugen, auch bei denen, die uns zuhören, nicht ankommt. Erst recht kann heute keiner predigen, ohne ständig neu darauf zu stoßen, wie sehr wir selber auch als Prediger armselige Anfänger im Glauben und Verstehen bleiben und nur Stückwerk zustande bringen.“ Einem Wiederaufbau seiner Andreaskirche stand Heintze zunächst sehr skeptisch gegenüber. Wie die zerstörte Hamburger Nikolaikirche und die Frauenkirche in Dresden mochte sie in dem zerstörten Zustand ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt sein. „Mit dem Wiederaufbau von St. Andreas war ich persönlich zunächst nicht einverstanden. Ich dachte, dass in kriegszerstörten Städten wenigstens eine größere Kirche als Ruine zur bleibenden Erinnerung an die Schrecken und das Unrecht des Krieges stehen bleiben sollte. Gemeindemäßig war damals auch kein Bedarf für eine Wiederherstellung der Andreaskirche neben der Jakobikirche gegeben, die mit 700 Sitzplätzen für normale Gottesdienste der Gesamtgemeinde voll ausreichte.“3 Aber Heintze konnte sich nicht durchsetzen, und St. Andreas, das Wahrzeichen für das protestantische Hildesheim, wurde 1965 wieder eingeweiht. Zur Superintendentur gehörten vor allem die traditionellen vier Stadtgemeinden: St. Andreas, St. Jakobi, die Lambertikirche und die berühmte Michaeliskirche, die als erste in viel Eigenarbeit von Trümmern geräumt und 1950 wieder in Gebrauch genommen worden war, danach 1952 die Lambertikirche. Die evangelische Bevölkerung in der Stadt war von 62.262 Gemeindemitgliedern im Jahr 1946 auf 88.311 (1957) Gemeindemitglieder angewachsen. In den Stadtrandgebieten war die St. Timotheuskirche (1953) und die Martin Luthergemeinde mit drei Pfarrbezirken (1954) entstanden. Trotzdem waren die Pfarrbezirke in der Innenstadt viel zu groß. Zur Superintendentur gehörten außerdem sechs Dörfer wie Dickholzen, Gr. Eschede, Himmelsthür und andere. Heintze besuchte sehr rasch alle Pfarrämter und legte auf persönlichen Kontakt großen Wert. „Auf diese Weise kam ich auch mit den Pfarrern, von denen ich wusste, dass sie zunächst gegen meine Ernennung zum Superintendenten gewesen waren, relativ gut aus.“4 Anders als sein Vorgänger Kurt Degener, der die Abgrenzung zum katholischen Bischofssitz gepflegt hatte, wünschte Heintze ein normales nachbarschaftliches Verhältnis zur katholischen Kirche. Da kam ihm zustatten, dass Heinrich Maria Janssen 1957 zum Bischof von Hildesheim geweiht worden war.5

Schon 14 Tage nach seiner Einführung besuchte Janssen den Hildesheimer Superintendenten Gerhard Heintze. Dieser erinnert sich so: „Ganz erfreulich gestaltete sich auch von Anfang an das Verhältnis zur katholischen Kirche. Während mein Vorgänger Degener den Gegensatz zur katholischen Kirche stark betonte, entwickelte sich zwischen mir und dem ungefähr gleichzeitig mit meiner Einführung als Hildesheimer Superintendenten als katholischer Bischof nach Hildesheim gekommenen Bischof Heinrich Maria Janssen ein Verhältnis offener Brüderlichkeit, das schließlich zu einer echten Freundschaft wurde. Es begann damit, dass Bischof Janssen mir als neuem evangelischen Superintendenten schon 14 Tage nach seiner eigenen Bischofseinführung einen offiziellen Besuch in meiner Wohnung am Andreasplatz machte. Meine Frau Ilse und meine Töchter Anna Maria und Irmela probten heimlich während seines Besuches bei mir seinen Bischofshut auf, den er in der Garderobe abgelegt hatte.“6 Stadtsuperintendent Degener und Bischof Machens hatten noch die vorkonziliaren Abgrenzungskriege geprobt. Die Begegnung zwischen Janssen und Heintze war nicht nur ein altersmäßiger Generationswechsel, sondern verriet die Absicht eines neuartigen Nebeneinanders. Das war im Jahre 1957 unüblich, erstaunlich und bleibt bemerkenswert.


Einmischung in die Politik

Stadtsuperintendent Heintze stürze sich kopfüber in die Politik, mochten die Hildesheimer Gemeindemitglieder denken, als sie eine Stellungnahme ihres leitenden Geistlichen in der ersten Nummer der Mitteilungen der Hildesheimer Volkshochschule lasen. Die Volkshochschule unter der Leitung von Karl Heinz Schloesser war der Motor für das „geistig-kulturelle Hildesheim“, überparteilich, überkonfessionell, und vor allem streitfähig. Hauptthema in Politik und Gesellschaft war 1958 die Frage der Atombewaffnung der Bundeswehr. Gewerkschaften und SPD hatten monatelang eine Kampagne gegen eine Beschlussfassung durch den Bundestag unter dem Motto „Kampf dem Atomtod“ betrieben. Die Synode der EKD hatte Ende April auf ihrer Tagung in Ost- und Westberlin keine einheitliche Stellungnahme zur Atombewaffnung abgeben können. Die einen (Prof. Künneth) hielten die Bewaffnung im Kampf gegen den Kommunismus für einen Akt der Nächstenliebe, die anderen (Martin Niemöller und Prof. Heinrich Vogel) schlicht für Sünde und mit dem Glauben unvereinbar.7 Ein tiefer Graben durchzog die evangelische Kirche. Heintze hatte wie alle Pfarrer der Landeskirche einen ausführlichen Brief von Bischof Lilje zu diesem Thema erhalten. „Die Frage der atomaren Aufrüstung der Bundeswehr wie nach den atomaren Waffen überhaupt quält und beunruhigt unsere Gemeinden sehr“, schrieb Lilje 8 und setzte sich im Folgenden mit den verschiedenen Positionen auseinander und beendete den ausführlichen Brief mit einer Bemerkung, die die Rechten in der Kirche allzu gerne hörten: „Noch bedrückender ist, wie viel echtes Pathos es in der Erörterung dieser Frage gibt, während gleichzeitig die Predigt der Kirche so oft müde und kraftlos ist. Sind die großen Themen unseres Glaubens, die Auferstehung Christi von den Toten, die Vergebung der Sünden, die Erneuerung zu freudigem Gehorsam geringerer Intensität der Verkündigung wert? Kann eine Kirche überhaupt in Ordnung sein, die an einem Punkt wie der Atomrüstung mit ihrer Verkündigung in hellen Flammen lodert, während sie an den entscheidenden Stellen ihrer Verkündigung nur in schwacher Flamme brennt?“9 Das war eine unverhohlene Aufforderung an die Hannoveraner Pfarrer, sich mehr um die Verkündigung der traditionellen Themen zu kümmern als sich in die Politik einzumischen. Heintze war vom Leiter der Hildesheimer Volkshochschule wie auch Vertretern der Parteien und Gewerkschaften zu einer Stellungnahme aufgefordert, und er hätte mit dem Hinweis auf die großen biblischen Themen ablehnen können. Stattdessen äußerte er sich und zwar ausführlicher als die Parteileute und verknüpfte das aktuelle Thema mit der verbindlichen Weisung des Evangeliums, für den Frieden einzutreten. Er forderte zur Sachlichkeit auf. Vergröberungen in der Auseinandersetzung von Seiten der Gegner („Kampf dem Atomtod“) wie der Befürworter (die Verzichtler seien Kommunismusfreunde und Schwärmer) sollten vermieden werden. Heintze bezog auch unmissverständlich eine politische Position: „Viele Christen sind der Überzeugung, dass ihnen um des unkontrollierten Massenvernichtungscharakters der Atomwaffen willen jedes Mitmachen beim Einsatz dieser Waffen auch im reinsten Verteidigungsfall und auch schon bei ihrer Erprobung, gewissensmäßig untersagt ist. Ich persönlich teile diese Einstellung und sehe auch in dem Atomrüstungsbeschluss des Bundestages keine Erleichterung, sondern eine Erschwerung der deutschen wie der gesamten politischen Situation.“10 Der Stadtsuperintendent setzte sich mit dieser Stellungnahme dem Vorwurf einer Politisierung der Kirche aus und in einer der nächsten Nummern der Volkshochschule eben mit diesem Vorwurf ausführlich auseinander.11 Sein katholischer Kollege, Stadtdechant Dr. Wilhelm Arend, verfasste dazu einen Parallelartikel aus katholischer Sicht.


Rückblick des Stadtsuperintendenten

Es war eine gewisse Überraschung, dass die Hannoversche Kirchenleitung schon nach vier Amtsjahren als Superintendent in der Stadt Hildesheim Gerhard Heintze 1961 zum Landessuperintendenten des Sprengels Hildesheim berief. Heintze zog öffentlich eine „Kleine Zwischenbilanz“12, problematisierte den Wiederaufbau der Kirchen nach dem Kriege, und fragte nach der entsprechenden inneren Erneuerung der Gemeinden und vor allem der Predigt. Aber er erinnerte auch an zukunftsträchtige Projekte wie die ökumenischen Aufbaulager der Jugend im Sommer 1960 und 1961 und die hohe Qualität der Kirchenmusik. Unter dem damaligen politischen Modewort „Koexistenz“ würdigte Heintze den offenen und brüderlichen Umgang mit der katholischen Kirche, wandte jedoch kritisch ein, es genüge nicht, wenn Kirchen, die Jesus Christus als den einen Herrn und Heiland bekennen, nur schiedlich-friedlich nebeneinander herlebten und einander in ihrer jeweiligen Besonderheit respektierten. Das Ziel könne nicht die Wahrung einer Sonderexistenz um jeden Preis sein, sondern allein die Wiedergewinnung der Einheit der Gemeinde unter Christus als dem einen Haupt. Am Schluss seiner Zwischenbilanz kam Heintze doch noch auf die politische Koexistenz zu sprechen. Der Begriff war eine Kampfparole mit Forderung einer Koexistenz beider deutscher Staaten gewesen, die jedoch eine Anerkennung der „Ostzone“ als Staat voraussetzte, was von den Bonner Regierungsparteien strikt abgelehnt wurde. Heintze machte diesen Begriff hoffähig, wandte ihn jedoch um: „Erst recht beherzigen wir zu wenig, dass wir auch denen, die selber der kommunistischen Ideologie verfallen sind, mehr schulden als nur das klare Nein zu ihrem falschen Weg, nämlich den überzeugenden Nachweis einer besseren Gerechtigkeit, einen stärkeren Glauben, eine Liebe, die sich von Hass und Furcht nicht überwinden lässt. Solange wir dem unheimlichen System drüben nichts anderes entgegensetzen als unseren höheren Lebensstandard, nehmen wir unsere Zuflucht nicht zu dem lebendigen Gott, sondern zu einem trügerischen Götzen.“


Einführung als Landessuperintendent 1961

Am 4.8.1961 wurde Gerhard Heintze als Nachfolger des ersten langjährigen Landessuperintendenten Rudolf Detering in der Michaeliskirche von Landesbischof Lilje in sein neues kirchenleitendes Amt eingeführt. Es war ein rauschendes Fest für das protestantische Hildesheim.13 Im Saal des Predigerseminars gratulierten Vertreter der Kommunalbehörde und der Landesregierung, der Schulen, der Wirtschaft und für die Bundeswehr Brigadegeneral v. Tempelhoff. Ministerialdirigent Dr. Flindt verriet die zerschlagene Hoffnung des Kultusministers, dass Heintze die ihm angetragene Professur in Göttingen annehmen würde. Generalvikar Prälat Dr. Sendker überbrachte die Grüße des Bischofs Heinrich Maria Janssen und der Oberbürgermeister stellte fest, dass im Konzert der geistigen Kräfte in Hildesheim die beiden Kirchen einen stärkeren Kontrabass bildeten, als es sonst im Lande üblich sei. Heintze verriet in seinem Dankeswort, dass er als Junge eigentlich Eisenbahner hatte werden wollen und dankte Bischof Lilje für diese neue Aufgabe, obwohl er „nicht immer die landesübliche Normallinie“ vertreten habe. Am Nachmittag trat der Generalkonvent des Sprengels Hildesheim zusammen. Zum Sprengel Hildesheim gehörten 11 Superintendenturen (Alfeld, Bockenem, Bodenwerder, Clausthal, Coppenbrügge, Elze, Gr. Solschen, Stadt Hildesheim, Hoheneggelsen, Peine und Sarstedt) mit 200 Pfarrern und 380.000 Gemeindemitgliedern.14 Der Sprengel Hildesheim grenzte im Osten an die Propsteien Vechelde, Lebenstedt und Bad Gandersheim der Braunschweigischen Landeskirche. Zu ihm gehörte auch ein Gebiet in der DDR, um deren Gemeindemitglieder sich der Vorgänger besonders gekümmert hatte. Auch das Ehepaar Heintze pflegte die Verbindung zu den Gemeinden in der DDR. Diese war durch seine damalige Sekretärin zu den Gemeinden in Leipzig bereits zustande gebracht. Das Ehepaar Heintze nutzte die Leipziger Messe zu Besuchen in der Stadt und zur Begegnung mit den dortigen Pfarrerehepaaren.

Die Ausübung eines Amtes als Landessuperintendent in einem Sprengel, in dem der Inhaber zuvor Superintendent war, ist erfahrungsgemäß eine heikle Personalie. Es war nicht einfach, plötzlich Vorgesetzter zu sein, wo man zuvor als Superintendent noch Gleicher unter Gleichen gewesen war. Die elf Superintendenten des Sprengels Hildesheim tagten monatlich. Als Entlastung für das Bischofsamt gedacht gehörte zum Amt des Landesuperintendenten die Ordination der Pfarrer, die das zweite Examen bestanden hatten und ihre erste Stelle im Sprengel Hildesheim antraten, sowie die Durchsicht der Visitationsberichte der Superintendenten. Heintze hatte nun Anteil an der Kirchenleitung, er gehörte zum monatlich tagenden Bischofsrat, dem Bischof Lilje vorstand und konnte wie alle anderen Landessuperintendenten einmal im Monat an den Kollegiumssitzungen des Landeskirchenamtes teilnehmen. Im Kreis der Landessuperintendenten gehörte er zu den jüngeren.15 Ohne Stimmrecht, aber mit Rederecht, gehörte Heintze auch zur Landessynode. Für die Familie bedeutete die neue Tätigkeit den zweiten Umzug innerhalb der Stadt.


Ein Wort zum Gefühl des Überfordertseins in der Pfarrerschaft

In seiner Zeit als Landessuperintendent begegnete Heintze bei seinen Superintendenten in vielfacher Form dem „Klagelied über das Überfordertsein“.16 In dem Aufsatz mit dem entwaffnenden Titel „Sind wir überfordert?“ zählte Heintze unter anderen folgende Gründe für dieses nicht nur damals in der Pfarrerschaft verbreitete Gefühl auf: die zu großen Gemeinden, zu wenig Zeit für persönliche Seelsorge, die wachsende Anzahl von Amtshandlungen, „die ständige Hetze, in der wir leben“, wenig Wahrnehmung einer politischen Verantwortung. „Nehmen wir den Wandel des wissenschaftlichen Weltbildes und die von daher an die Gestalt der Verkündigung der Kirche gestellten Fragen genügend ernst, oder bleiben wir in voreiligen verhängnisvollen Simplifizierungen stecken?“17 Es wird geklagt über die wachsende Fülle von Verwaltungs-, Bau und anderen Aufgaben sowie die Repräsentationsverpflichtungen. Das Gefühl des Überfordertseins vertiefe sich, wenn sich ein Pfarrer an den zwei Kriterien aus der Augsburger Bekenntnisschrift, dem „pure docere“ (rein lehren) und dem „recte administrare sacramentum“ (rechte Verwaltung der Sakramente) orientiere. Das Predigen (pure docere) sei wesentlich schwieriger geworden, weil die neutestamentliche Forschung den Prediger vor zahllose historisch-kritische Probleme stelle, die man nicht einfach überspringen dürfe „und mit denen wir es uns in der Predigt oft genug viel zu leicht machen“.18 Auch bei der Verwaltung der Sakramente sei es mit einem technisch einwandfreien Vollzug einer dogmatisch und liturgisch untadeligen agendarischen Ordnung keineswegs getan. Überfordert könne sich die Kirche auch bei der Erfüllung des Missionsbefehls fühlen. „Heute beginnen wir zu Recht darüber zu erschrecken, wie oft die christliche Mission in naiver Weise zeitbedingte abendländische Lebens- und Ausdrucksformen in die Missionsgebiete übertragen hat, ohne die besondere Struktur des Denkens und der Lebensformen fremdstämmiger Völker ausreichend zu erkennen.“19 Diesem Gefühl des Überfordertseins auf vielen Ebenen stellte Heintze die dankbare Freude über den Dienst gegenüber, wie sie das Neue Testament beschreibe. Das Neue Testament betrachte die Kirche nicht als Institution, „die von uns gesichert, ausgefüllt und zum Funktionieren gebracht werden müsse“20. Der Jüngerbegriff betone die Abhängigkeit von Christus, als dem Herrn der Kirche. Alle anderen „Abhängigkeiten“ seien demgegenüber sekundär. „Allein von der Zugehörigkeit der Gemeinde zu ihrem Herrn her und ihrer ständigen Abhängigkeit von ihm bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es trotz der Erkenntnis des Versagens und Überfordertwerdens zu der Freude am Dienst des Herrn kommen kann, die das Neue Testament auf Schritt und Tritt bezeugt.“21 Heintze nennt in einem dritten Teil eine Reihe von praktischen Folgerungen. Als erste die „Befreiung von der törichten Anmaßung, als seien wir kraft unseres Amtes und als institutionalisierte Kirche für alles und jedes zuständig und kompetent.“22 Es ist also der Stückwerkcharakter auf allen Gebieten z.B. des Predigens. „Wo ehrlich und offen der Stückwerkcharakter unseres Predigens zugegeben wird, besteht am ehesten die Möglichkeit, dass die Predigt frischer und zugleich sachlicher, gehaltvoller und erbauender wird.“23 Es gebe auch eine Befreiung zu völlig neuen, bisher nicht gekannten Aufgaben. Jesus Christus sei Herr über alle Lebensbereiche, aus denen sich der Kirche neue Aufgaben stellen könnten. Heintze nennt als seinerzeit aktuelles Beispiel die gründliche Beschäftigung mit der marxistischen Ideologie. „Gerade an diesem Punkt sind wir im Westen den Mitchristen in kommunistisch regierten Ländern bisher noch viel schuldig geblieben.“ 24 Auch die Frage nach dem christlichen Recht des Atomwaffengebrauchs sei eine dringliche geistliche Frage. Im Bereich der Kirche seien die vielen, in den Kirchengemeinden vorhandenen geistlichen Gaben zu entdecken. „Vor allem stehen wir noch immer ganz am Anfang in der Heranziehung der sog. ‚Laien‘ zu wirklich selbständiger geistlicher und auch theologischer Mitverantwortung.“25 Es müsse zudem in der Kirche überprüft werden, was wirklich vordringlich ist, nämlich „ob nicht viel zu viel Zeit, Kraft und auch Geld für Aufgaben der Repräsentation, des Prestige und der Selbstsicherung verwendet wird“26 und anderes liegen bleibe. Dafür könne jedoch kein wirkliches Überfordertsein geltend gemacht werden, sondern vielmehr sei unsere Trägheit und Bequemlichkeit die eigentliche Ursache, die nicht toleriert werden dürfe. So wendete Heintze schließlich die Frage nach dem Überfordertsein in der Kirche um in die Parole „weniger, aber gründlicher“. Das wäre gewiss besser als vieles planlos und in ständiger Hetze anzufangen, um es bald danach ebenso planlos wieder fallen zu lassen.27 Am Schluss erinnerte Heintze an das Gebundensein des Jüngers und dessen Bitte um Vergebung im Vaterunser „Die Bitte um Vergebung, die die eigene Vergebungsbereitschaft einschließt, bleibt die Grundordnung des Lebens der Gemeinde und aller ihrer Dienste. Mit ihr wird aber auch der einzige Weg geöffnet, der durch die ständige Erfahrung des Versagens und Nichtfertigwerdens mit den gestellten Aufgaben hindurch zu neuer Freude im Dienst des Herrn führt.“28

Heintze erinnerte mit diesem Aufsatz die Pfarrerschaft an ihre gebotene Nachfolgeschaft, an ihre im Glauben begründete Bindung an den Herrn der Kirche, die sie von kirchlicher Ordnung, Amt und Hierarchie als gesetzlichen Zwängen entbinde. Heintze öffnete einen spirituellen Raum, in dem der Geist Gottes, „der nicht institutionalisierbar sei, wehe und vom bürokratischem Druck befreit, in erheblichem Maße zu Kritik befähigt, zu neuen Aufgaben ermuntert und Freude am Dienst zurückgibt.“ Heintze argumentierte nicht pastoralpsychologisch, sondern biblisch.


Der grundlegende Aufsatz „Das Amt der Pastorin“ 1962

Heintze profilierte sich in der Hannoverschen Landeskirche zielstrebig als Kirchenreformer, und zwar in der Frage der Zulassung von Frauen zum Geistlichen Amt. Dazu veröffentlichte er in der Zeitschrift „Evangelische Theologie“ einen grundlegenden Aufsatz „Das Amt der Pastorin“.29 Die Argumente für eine grundsätzliche Bestreitung der Frauenordination hatte Peter Brunner 1959 in seinem Aufsatz „Das Hirtenamt und die Frau“ geliefert.30 Der Aufsatz von Heintze konnte als Gegenstück zu Peter Brunners Aufsatz gelesen werden. Heintze referierte eingangs die Situation in den Landeskirchen und in der Ökumene. Vor allem unierte Landeskirchen hatten das Thema bereits aufgegriffen, so Hessen Nassau, Kurhessen-Waldeck, Baden, aber auch die lutherische Landeskirche Lübeck. Sie ermöglichten das Recht der freien Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung sowie eine feste Anstellung mit vorangehender Ordination. Auch in der Ökumene setzte sich die Frauenordination immer mehr durch, so bei den Methodisten, Baptisten und Kongregationalisten, in der lutherischen Kirche in den Niederlanden, in der dänischen und schwedischen Staatskirche. In der schwedischen Kirche hatte allerdings Bischof Bo Giertz die Bewegung „Kyrklig Samlung“ organisiert, die eine Zusammenarbeit mit ordinierten Frauen strikt ablehnte, jedoch innerhalb der schwedischen Staatskirche verblieb. Die bayrische Landeskirche und die Hamburgische waren, bischofsbedingt, stramme Gegner einer Frauenordination. Schaumburg Lippe auch. Heintze behandelte in einem zweiten Teil alle von den Gegnern einer Frauenordination bisher vorgebrachten exegetischen und systematischen Argumente, wies sie nach sorgfältiger Abwägung zurück und plädierte für die Annahme eines Gesetzes, das Frauen den uneingeschränkten Zugang zum geistlichen Amt ermöglichte. Es stünden unterschiedliche Schriftverständnisse gegeneinander, eine Gewissensentscheidung könnten beide Seiten geltend machen. In der späteren Auseinandersetzung betonte Heintze die in den Kirchengemeinden vorhandenen Gnadengaben (charismata), von denen die Frauen keinesfalls ausgeschlossen werden dürften. Schließlich behandelte Heintze die Frage der kirchlichen Einheit, die durch die Annahme des Gesetzes in Hannover gefährdet erschien. „Die Gefahr dürfte größer sein, dass wir in dieser Sache heute durch ängstliches Zögern Gottes Werk und seinen Auftrag an uns hindern, als dass wir durch Voreiligkeit und liebloses Drängen anderen ein unnötiges Ärgernis geben.“31 Der Aufsatz Heintzes platzte mitten in die Debatte der Hannoverschen Landessynode, die seit 1961 über einen Gesetzesentwurf die Zulassung der Frau zum geistlichen Amt betreffend diskutierte, aber eine Beschlussfassung zunächst ausgesetzt und die VELKD und die EKD um ein Votum gebeten hatte. Beide rieten zum damaligen Zeitpunkt von einer Annahme des Gesetzes ab. Ein Zeitgenosse erinnert sich an Heintze so: „Als junger Landessuperintendent hielt er vor der hannoverschen Synode eine flammende Rede für die Pastorinnen. Da wurde ihm aber bedeutet, dass das mit der Frauenordination so überhaupt nicht ginge und dass man das vor allem aber auch nicht im Alleingang tun dürfte. Das sei gegen die feine hannoversche Art.“32 Doris Riemann verweist auf den Redebeitrag Heintzes am 13.11.1962, mit dem „der gordische Knoten zwischen den sich gegenseitig ausschließenden Auffassungen gelöst“ wurde, nämlich keiner Gemeinde die Anstellung einer Pastorin aufzunötigen.33 1963 beschloss die Hannoversche Landessynode doch die Zustimmung zur Zulassung von Frauen zum geistlichen Amt, zu dem der Aufsatz Heintzes von 1962 kräftig beigetragen hatte.

Diese Entwicklung in der Hannoverschen Landeskirche löste in der Braunschweiger Nachbarkirche noch vor Verabschiedung des Pastorinnengesetzes durch die Hannoversche Landessynode heftige Reaktionen aus. Unter dem Datum des 10. Mai 1963 versandte ein Arbeitskreis lutherischer Pastoren eine sechs Punkte Erklärung zur Frage der Zulassung von Frauen zum Geistlichen Amt. Sie war von Pfarrern aus der Bayrischen, Hamburgischen, Schleswig-Holsteinischen, Hannoverschen und auch Braunschweigischen Landeskirche unterzeichnet. Aus der Braunschweiger Landeskirche hatten die Pfarrer Jürgen Diestelmann, Alexander Knackstedt, Johann Heinrich Lerche, Hellmuth Lieberg, Ulrich Rüß und Heinrich Ulbrich unterzeichnet. Die Frauenordination „ermangele des Auftrages durch den HERRN der Kirche“, Amtshandlungen von Pastorinnen seien unrechtmäßig, die bisher dazu ergangenen Gesetze dürften nicht toleriert werden. Unterschriften mit Anschrift wurden erbeten.

Mit Erfolg. 160 Unterschriften waren binnen kurzer Zeit zusammen. Landesbischof Lilje gestand in einer Antwort diesem Kreis jede Form der Kritik und der gegenteiligen Entscheidung zu, er bestritt aber entschieden ihre Beweisführung aus der Bibel. „Wer diese Verwendung Heiliger Schrift für möglich hält, hat den Boden reformatorischer Schriftauslegung verlassen.“ Auch Landessuperintendent Heintze nahm Stellung, ausführlicher als ursprünglich geplant. Er hielt diesen Schritt des lutherischen Bruderkreises für „bedenklich und unheilvoll“. Vor allem bedauerte Heintze den Vorwurf des lutherischen Bruderkreises, dass die Befürworter Schrift und Bekenntnis preisgegeben hätten, was diese ihren Gegnern durchaus nicht vorwerfen würden. Ein bloßes Zitieren einzelner Bibelstellen reiche indes nicht aus. Heintze schloss mit „Ihr Ihnen brüderlich verbundener Heintze.“ Helmut Thielecke goss Hohn und Spott über die Erklärung aus. „Leichtfertig, doktrinär, lieblos – ein pseudolutherisches Pamphlet.“ Das Pamphlet sei vor allem deshalb so peinlich, weil der Leichtsinn des Daherredens verbunden sei mit einer aufreizend doktrinären Selbstsicherheit. Thielecke schnaubte. Es habe Zeiten gegeben, wo man sich voneinander schied, wenn man in der Lehre des anderen eine unerträgliche Verkennung der Gestalt des Herrn und des Werkes seiner Erlösung ausgedrückt fand. „Heute aber werden Meinungen, Zeit-Deutungen oder Zeit-Ignorierungen, werden also ethische Positionen unter der Hand dogmatisiert, wird das Relative zur Absolutheit erhoben – und diese theologische Perversion vollzieht sich ohne Differenzierung, überhaupt ohne geistige Unkosten.“ Einer der Unterzeichner trete eine regelmäßige Prozession mit einer geweihten Hostie an – das war ein Seitenhieb auf den Unterzeichner Lieberg.34 Die Braunschweiger Unterzeichner provozierten eine Distanzierung von 15 Pfarrern der Braunschweiger Landeskirche, die sich „ als Glieder der jüngeren Generation mit allem Nachdruck gegen solch unbrüderliches und unwissenschaftliches Vorgehen wandten und die Erklärung Thieleckes und die Briefe von Lilje, Heintze und auch vom Lübecker Bischof Meyer an Gleichgesinnte verschickten.35


Kirchenreformerische Vorsätze

Für die Veröffentlichung seiner kirchenreformerischen Absichten nutzte Heintze den Kirchentag als Plattform. Auf dem Dortmunder Kirchentag 1963 unter dem Motto „Mit Konflikten leben“ beantworteten der Göttinger Privatdozent Rudolf von Thadden und Landesuperintendent Heintze die Frage „Ist unsere Kirche reformbedürftig?“ mit kräftigen, fordernden Referaten und einer ziemlich schonungsloser Bestandskritik. Man könne verstehen, so Heintze, dass vielen Zeitgenossen die Kirche wie ein zu groß gewordener Organisationsapparat vorkomme, der mühsam aufrecht erhalten werde, obwohl er sich im Grunde schön längst überlebt habe. Es dürfe nicht zur Entmündigung der Gemeinden und der einzelnen Gemeindemitglieder kommen. „Sonst wachsen sich die Schattenseiten jedes Verwaltungszentralismus unaufhaltsam verhängnisvoll aus: die Behörde wird anonym und versteckt sich hinter ihrer Anonymität, die Vorgänge werden schematisch entschieden, ohne dass die individuellen Gegebenheiten genügend berücksichtigt werden.“36 Das unaufgebbare Mitspracherecht der Gemeinden in allen sie betreffenden Bau-Grundstücks- und Verwaltungsfragen müsse von der zentralen Stellen peinlich geachtet werden. Heintze forderte vor allem eine offene und gründliche Auseinandersetzung im Blick auf die großen Spannungen, die die Kirche durchzögen, wie die Pastorinnenfrage und die Ergebnisse der Bibelkritik. Die beiden Referenten v. Thadden und Heintze verfassten zur Weiterarbeit zehn Thesen, die auch in der Braunschweiger Landeskirche verbreitet wurden.37 Das waren für einen kirchenleitenden Landessuperintendenten, zumal aus der eher traditionell bedächtigen Hannoverschen Landeskirche, ungewohnte Töne, die aufhorchen ließen. Auf dem Kölner Kirchentag 1965 unter dem Motto „In der Freiheit bestehen“ wurde in der Arbeitsgruppe II das Thema „Kirchenreform“ in 20 Diskussionsgruppen weiter behandelt. Dorothee Sölle hatte das Thema mit der These „Kirche außerhalb der Kirche“ weiter zugespitzt. Heintze leitete die folgende Podiumsdiskussion und stimmte Frau Sölle darin zu: Christus wirke auf alle Fälle auch über den Bereich der Kirche hinaus, und der Ruf Christi könne auch die Menschen außerhalb der organisierten Kirche treffen.38


Das Erbe Dietrich Bonhoeffers

In diesen ersten der 60er Jahre beschäftigte sich Heintze mit dem Werk Dietrich Bonhoeffers, den er in der Folgezeit im Braunschweiger Bischofsamt immer und immer wieder zitieren wird. Es prägte sein Kirchenverständnis. Seit 1950 waren Bonhoeffers Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel „Widerstand und Ergebung“ von seinem Freund Eberhard Bethge im Siebensternverlag in einer preiswerten Ausgabe veröffentlicht und populär geworden. Seit 1955 waren die ersten drei Vortragsbände „Die mündige Welt“ erschienen. Das Buch Bonhoeffers „Nachfolge“ war schon seit 1937 greifbar. Heintze beschäftigte sich in einem Vortrag, der in einer Beilage der Volkshochschulreihe „Einsichten und Ansichten“ Oktober 1962 unter dem Titel „Zum Vermächtnis Dietrich Bonhoeffers“ erschien, vor allem mit der Predigt Bonhoeffers. Die Gesellschaft des westdeutschen Teilstaates entwickelte sich für Heintze zu mehr und mehr Kirchendistanz und Religionslosigkeit. Diese verband sich mit dem Erleben von Wohlstand, Glück und einer Verantwortlichkeit vor sich selbst, nicht vor einer höheren Instanz. Die Welt war „mündig“ geworden, hatte Bonhoeffer geschrieben. Christus, so glaubte Bonhoeffer unbeirrt, sei auch Herr dieser religionslosen Welt. Wie könne dieser Welt das Evangelium gesagt werden? Bonhoeffer dachte nach über eine nichtreligiöse Interpretation der biblischen Grundwahrheiten. Diese Interpretation sei nicht nur eine Frage der Sprache, sondern auch der konkreten Nachfolge, vor allem in der Solidarität mit dem Rechtlosen und Unterdrückten. Bei der Frage nach einer neuen Verkündigung in der modernen nichtreligiösen Welt gehe es nicht um ein Methodenproblem, sondern „ganz schlicht um die Verwirklichung eines Christenlebens, in welcher Wort und Tat zusammengehören.“ „Bonhoeffer ruft uns auf, gerade aus der Bindung an Christus als unserm Herrn heraus neue Wege zu echter Gemeinschaft mit der uns umgebenden Welt, auch mit dem nichtreligiösen Menschen unserer Tage, zu suchen. Es wäre verhängnisvoll, wenn wir diesen Ruf überhören wollten,“ beschloss Heintze sein Referat. Es waren nicht die frühen systematischen Arbeiten Bonhoeffers, sondern die späten Fragestellungen und vor allem das persönliche Beispiel, das Heintze an Bonhoeffer zeitlebens interessierte und als Vorbild diente.


Amt und Ordination

Zu den Reformvorschlägen, die aus Heintzes kirchenleitender Amtspraxis stammten, gehörte die Forderung einer „Entmythologisierung“ des Amtes. Heintze beschrieb sein Amtsverständnis in einem Aufsatz in der Zeitschrift Evangelische Theologie39 unter dem Titel „Allgemeines Priestertum und besonderes Amt“. Heintze beobachtete nach 1945 zwei gegenläufige Bewegungen in der lutherischen Kirche: bei den Kirchentagen wurde das Allgemeine Priestertum proklamiert und praktiziert, in der Schultheologie hingegen das kirchliche Amt verstärkt betont. Zum lutherischen Amtsbegriff waren drei Arbeiten erschienen: von Wilhelm Brunotte, „Das geistliche Amt bei Luther“ Berlin 1959, von Joachim Heubach „Die Ordination zum Amt der Kirche“ Berlin 1956 und vom Braunschweiger Brüdernpfarrer Hellmut Lieberg „Amt und Ordination bei Luther und Melanchthon“ Göttingen 1963. Heintze referierte in dem Aufsatz „Allgemeines Priestertum und besonderes Amt“ die unterschiedlichen Amtsbegriffe und legte sein eigenes Amtsverständnis dar. Heintze beabsichtigte eine „Entmythologisierung des Pfarramtes und der Ordination“40 Er wollte eine Überhöhung und zugleich eine Art geistlicher Überfrachtung des Amtes abwehren. Seine Grundidee lautete, das Amt sei nicht „eine in sich beruhende Institution sondern primär Funktion,“41 Funktion im Sinne von Ableitung, Tätigkeit, Betätigung. Das Amt bestehe in der Bestätigung, das von Gott aufgetragene Wort Gottes auszurichten und das Evangelium zu verkündigen. Es sei verhängnisvoll, dass in der heutigen Diskussion häufig unbesehen und unreflektiert das geschichtlich ausgeprägte Gemeindepfarramt mit dem „Amt der Kirche“ gleichgesetzt wird.42 Mit dieser neuen Definition zeigte sich Heintze an allen Aussagen über das Amt als Institution desinteressiert, z.B. ob das kirchliche Amt göttlichen Ursprungs sei und auf göttlichem Recht beruhe (iure divino). Das Amt als Institut wird in der klassischen Theologie durch die Ordination verliehen. Heintze stufte die Bedeutung der Ordination deutlich herunter. Sie habe keinen sakramentalen Charakter, sondern sei nur ein „Bestellungsritus“. Ganz anders sah Lieberg in der Ordination die Verleihung einer besonderen „Amtsgnade“, die dem Ordinierten die göttliche Gabe verleiht, Sünden zu vergeben, Brot und Wein in Leib und Blut Christi zu wandeln und dem Gläubigen die Seligkeit zuzusprechen. Diese Verleihung der Amtsgnade geschieht nach Lieberg durch die Handauflegung des Bischofs. Heintze äußerte sich sehr reserviert über die liturgische Gebärde der Handauflegung. Diese spirituelle Amtsgnade verblieb nach Lieberg lebenslang beim Ordinierten, für Heintze dagegen endete sie mit dem Ende des Auftrags zur Verkündigung. Das Amt als Dienst sei zeitlich begrenzt. (Nach Luther) Mit dem Amt als Institution war nach Lieberg eine bestimmte Verheißung verbunden, nämlich dass die durch den Amtsinhaber ausgesprochene Zusage von Vergebung, Heil und Seligkeit auch tatsächlich wirksam werde. Dagegen betont Heintze, die Verheißung gelte nicht der Person des Ordinierten, sondern dem Wort, das dieser verkündigt. Heubach und auch Lieberg seien in Gefahr, aus dem Sendungsauftrag und der Verheißung, um die es bei der Ordination geht, einen Amtsautomatismus zu machen, der mit Luthers Theologie des Wortes nicht zu vereinbaren sei.43 Wichtiger als die Handauflegung sei bei der Ordination die betende Mitwirkung der Gemeinde. Denn die Funktionen des Allgemeinen Priestertums seien qualitativ von denen des besonderen Amtes nicht unterschieden. Heintze unterschied also das Amt als Verkündigungsauftrag, der sich in verschiedene gleichberechtigte Dienste entfaltet. Das Pfarramt bedürfe gleichberechtigter und nicht etwa nur zuarbeitender Dienste. „Gott benutzt wohl Menschen, um sein Wort in der Welt auszurichten. Aber es bleibt s e i n Wort. Dass es durch den von Menschen zu leistenden Dienst der Auslegung und Verkündigung hindurch lebendig und kräftig wirkt und Gemeinde sammelt und baut, wird durch keine Amtsinstitution und keine Ordination sozusagen automatisch garantiert.“44 Da die Abendmahlsausteilung eine Art der Wortverkündigung ist, hielt es Heintze nicht für statthaft, den Vikaren zwar die Erlaubnis zur Predigt zu erteilen, aber die Leitung der Abendmahlsausteilung zu verweigern. Dies sei mit einem evangelischen Verständnis nicht zu vereinigen.

Im Oktober 1964 fand auf Einladung des Göttinger Repetenten Günter Arnold, später in St. Markus in Lebenstedt, auf dem Tagungsgelände des Hessenkopf ein Streitgespräch zwischen dem Landessuperintendenten Heintze und dem Brüdernpfarrer Dr. theol. Hellmuth Lieberg vor den Braunschweiger Theologiestudenten über das unterschiedliche Amtsverständnis statt, das „eine ungemein faire und saubere leidenschaftliche Diskussion auslöste.“45 Heintze grenzte sich von Liebergs statischem Amtsbegriff und dem sakramentalen Ordinationsverständnis ab. „Dass das verkündete Wort wirklich Gottes Wort wird, ist nicht durch das Amt noch durch die geschehene Ordination gesichert, sondern liegt allein in Gottes Verheißung. Darum unterscheidet sich die Verkündigung eines Bischofs nicht von der einer Kindergärtnerin, es besteht kein qualitativer Unterschied.“46 Das war die erste Begegnung Heintzes mit einem ordinierten Mitglied der Braunschweiger Pfarrerschaft, und die anwesenden Theologiestudenten sowie Heintze selber konnten nicht ahnen, dass dieser sie einmal ordinieren würde.


Wiedervereinigung der Kirchen

Nicht nur das katholische Hildesheim war um 1964 erfüllt von den Nachrichten über das Konzil in Rom, das auch nach dem Tod von Papst Johannes XXIII 1963 von seinem Nachfolger fortgesetzt worden war. Als der Papst Anfang 1959 die Einberufung eines Ökumenischen Konzils angekündigt hatte, war die Frage einer Teilnahme von Vertretern auch der evangelischen Kirche für kurze Zeit offen. In der ersten Jahreshälfte 1959 war die Bezeichnung „Ökumenisches Konzil“ üblich. „Stimmen zum Ökumenischen Konzil“ veröffentlichte das Pfarrerblatt.47 Bald hatte sich herausgestellt, dass es sich um eine innerkatholische Veranstaltung handeln würde, aber die Einrichtung eines förmlichen Sekretariats für die Einheit der Christen änderte umfassend das bisherige Verhältnis des Vatikans zu den nichtkatholischen Kirchen. Der damals 32jährige Hans Küng hatte 1960 das Buch „Konzil und Wiedervereinigung“ verfasst, das 1962 bereits in fünfter Auflage erschienen war. Darin erwähnte Küng eine „stufenweise Wiedervereinigung“ mit Orthodoxen, Anglikanern und Evangelischen. 48 Es lag nahe, dass der rege Leiter der Hildesheimer Volkshochschule diesen Gedanken aufnahm und den Landessuperintendenten Heintze zu einem Referat mit dem Thema „Wege zur Wiedervereinigung der getrennten Kirchen“ bat, das Heintze am 5. November 1964 in der Volkshochschule hielt.49 „Man könnte sogar fragen, wie weit es möglich wäre, die ganze Kirchengeschichte als Geschichte von Wiedervereinigungsbemühungen darzustellen“, begann Heintze und stellte einleitend die Bemühungen von Nicäa (325), von Augsburg (1530), von Calixt (um 1600), von Amsterdam (1948) als Versuche dar, die getrennten Kirchen zusammenzuführen, um für die Gegenwart festzustellen: „Das Klima zwischen den getrennten Kirchen, auch zwischen der römisch-katholischen und der nicht-römischen Ökumene, hat sich unverkennbar gebessert.“ Zielstrebig kam Heintze auf den biblischen Befund zu sprechen und zu dem überraschenden Ergebnis: „Im Neuen Testament wird die Einheit der Kirche nicht als Zukunftsprogramm hingestellt. Sie erscheint nicht erst als Hoffnung für ferne und eventuell bessere Zeiten. Sie ist vielmehr grundsätzlich in Christus als dem einen Herrn seiner Kirche schon vorgegeben. … Bei allen Appellen, die sich auf die Einheit der Kirchen beziehen, geht es nicht darzutun, die Einheit erst zu schaffen, sondern die in Christus grundsätzlich schon vorgegebene Einheit zu erkennen und zu bewahren.“50 Das war eine interessante Einsicht, auf die Heintze während seiner ganzen Dienstzeit immer mal wieder zu sprechen kam, die er leider nie systematisch thematisiert hat. Diese Einheit habe sich im Neuen Testament nicht uniform, sondern „in einer Vielzahl selbständiger Ortsgemeinden“ realisiert. Die Kirche sei von Anfang an „nach ihrer Berufung ökumenische Kirche“ gewesen. Damit deutete Heintze an, dass Wiedervereinigung nicht als Einheitszentrale, sondern eher als spannungsgeladenes Gegenüber von Kirchen verstanden werden sollte. Es gehe um eine „qualifizierte Einheit“. Die größte Schwierigkeit eines Zusammenkommens sah Heintze darin, dass der Mensch – und eben auch die Menschen in der Kirche – im Widerspruch zu Gott lebt, der Trotz, Verzagtheit fortgesetzt sich selber sucht, um das eigene Ich kreist und auch, wo er etwas von seiner eigentlichen Berufung weiß, immer wieder in die Irre geht.51 Das Neue Testament idealisiere nicht die Gemeinde, sondern alle seien auf die Anfänge ihres Glaubens geworfen. Heintze zitierte seinen Konfirmationsspruch aus Phil.3 „Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe...“ Es ist das darin angedeutete gegensätzliche Kirchenverständnis, das eine Annäherung schwierig macht. Dem Gedanken einer Wiedervereinigung stand Heintze ausgesprochen reserviert gegenüber, aber er nannte fünf kleine Schritte „in Richtung einer besseren Gemeinsamkeit“: erstens die Erkenntnis eigener Schuld und eigenen Versagens und die Revision eingewurzelter Vorurteile und Verzeichnungen. So sei z.B. die Darstellung der Geschichte der Reformation in der Gegenwart unvoreingenommener als zu Jahrhundertanfang. Dieses Nachdenken sei fruchtbarer als die Empörung und Entrüstung über die Schuld des anderen, aber auch schwieriger. Denn die Selbstrechtfertigung liege nicht nur dem einzelnen, sondern auch den Kirchen im Blute. Zweitens ein besseres Kennenlernen vor allem in der Breite und in den Gemeinden. Ökumene fange zu Hause an. Drittens sollte beim Kennenlernen die Feststellung des Gemeinsamen wichtiger sein als die der Differenzen. Viertens sollten strittige Gegensätze offen angesprochen werden. Heintze nannte das Verhältnis von Kirche und Reich Gottes, von Hierarchie und allgemeinem Priestertum, von Wort und Sakrament und die Mittlerrolle Marias. Bei der Bemühung um „organisatorische Kircheneinigung“ sollte man vorsichtig sein. Besser seien gemeinsame Gebetsgottesdienste. Das war für das Jahr 1964 und vor Ende der Konzilsverhandlungen eine nüchterne, aber praktikable Bestandsaufnahme, die auch fünfzig Jahre später noch gültig ist.


Abschied aus Hildesheim

Das „geistige Hildesheim“ bereitete dem scheidenden Landesuperintendenten am 17. August 1965 einen reichhaltigen Abschiedsabend. Der Leiter der Volkshochschule, an deren Veranstaltungen sich Heintze hörend, diskutierend oder referierend beteiligt hatte, hatte zu einem Abend mit Prominenten wie Bischof Lilje, dem Generalvikar, dem Regierungspräsidenten, Oberbürgermeister und Bürgermeister, insgesamt 400 Gäste eingeladen, an dem der Doktorvater Prof. Ernst Wolf über „Christus und wir Christen“ einen Festvortrag hielt.. Zuvor gab der Direktor der Volkshochschule einen Rückblick auf die Tätigkeit Heintzes. Er würdigte Heintzes in allem Streit unermüdlich zur Sachlichkeit und zu abwägendem Urteil mahnendes Verhalten, sein „aktives Dabeisein“, wenn wir in der Volkshochschule mit Bergengruen oder Gollwitzer, Theodor Litt oder Hanns Lilje, Heinrich Maria Janssen, Heinrich Fries oder Gerhard Szczesny die verschiedensten Fragen dieser Zeit, des Glaubens und Unglaubens, der ideologischen und sozialen Spannungen, der Kritik, des Getrenntseins der Christen und des Verhaltens der Kirchen zueinander, zur Welt und zu ihrem Herrn erörtert haben.“ „Sie haben sich immer mit allem, was Sie als Theologe, als Geistlicher, als Christ zu vertreten hatten, diesem ‚geistigen Hildesheim‘ gestellt und Sie taten es nicht in einer Weise bloßer oder gar aggressiver Behauptung, vielmehr in der Weise des Zur-Frage-stellens. Es ist gewiss kein Zufall, dass hinter fast allen Themen, die Sie im Rahmen der Volkshochschule in Vorträgen und Aufsätzen erörtert haben, ein Fragezeichen steht. Auf diese Weise haben Sie sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Gemeinde Christen und Nicht-Christen, Resignierte wie allzu Sichere, Anders- oder nicht-mehr Denkende hineingenommen oder zurückgeholt ins Fragen – ins Fragen nach dem Angemessenen und Gerechten in Gesellschaft und Politik, nach den getrennten Brüdern und nach denen von ‚ganz draußen‘, nach der verfassten Kirche, nach Form und Gehalt heutiger Verkündigung, nach den Christen und dem Christus.“52 Heintze und seine Familie konnten sich rundum verstanden fühlen. Der Abschied wurde ihnen nicht leicht gemacht.


Anmerkungen zum Kapitel 2


1 Unvollständige Lebenserinnerungen S. 32 Rückseite.
2 Andersen, in: Festschrift 1978 S. 89.
3 Unvollständige Lebenserinnerungen 32.
4 ebd. 33.
5 Janssen stammte aus einfachen Verhältnissen und war am 28. Dezember 1907 im niederrheinischen Dorf Rindern geboren. Als er vier Jahre alt war, starb sein Vater, und die Mutter hatte ihn und sechs weitere Geschwister groß zu ziehen. Er besuchte die dortige Dorfschule, später das Gymnasium in Gaesdonck bei Goch und studierte nach dem Abitur Theologie in Münster und Freiburg. Am 29. Juli 1934 erhielt er die Priesterweihe durch Bischof Clemens August Graf von Galen und wurde zu seiner Überraschung in den deutschen Osten in die Diaspora nach Schneidemühl abgeordnet. Dort blieb er bis zur Flucht im Januar 1945, kehrte auf Umwegen in seine Heimatdiözese zurück, wurde Kaplan in Ochtrup und dann endlich Pfarrer der bedeutenden, arbeitsreichen Wallfahrtsgemeinde Kevelaer. 1956 wurde er dort Dechant und 1957 zum Bischof der Diözese Hildesheim ernannt. Die Bischofsweihe erfolgte am 14. Mai 1957 im Hildesheimer Dom. Janssen war 49 Jahre alt. Nach Thomas Flammer „Von Rindern nach Hildesheim“ in Thomas Scharf Wrede S. 12 – 27.
6 Unvollständige Lebenserinnerungen S. 33 Rückseite. 7 KJ 1958 S. 46 – 66. 8 KJ 1958 S. 41. 9 KJ 1958 S. 43.
10 Mitteilungen der Volkshochschule Juni 1958 S. 2 und 3.
11 Einsichten und Ansichten April 1959 S. 1 „Politisierende Kirche?“
12 So der Titel eines Aufsatzes in den Einsichten und Ansichten des Volkshochschule September 1961 S. 22-24
13 Zeitungsbericht HAZ 5./6. 8. 1961 „Landessuperintendent Dr. Heintze eingeführt“ und „Kritik an der Kirche und doch Erwartung einer Hilfe“.
14 Rudolf Detering, „Der Sprengel Hildesheim“ in: Statistisches Jahrbuch für die Hauptstadt des Regierungsbezirkes Hildesheim 1945-1960 Bd 1 S. 3.
15 Der Lüneburger Wilhelm Dornblüth war 65 Jahre alt, der Stader Hans Hoyer, der Hannoveraner Eberhard Klügel und der Calenberger Landessuperintendent Johannes Schulze jeweils 60 Jahre, der Osnabrücker Kurt Degener 59 Jahre, und der Auricher Richard Siefken 57 Jahre. Fast gleichartig, nämlich 49 Jahre, war der Göttinger Landessuperintendent Lothar Starke..
16 „Sind wir überfordert? Erwägungen zum Umfang unserer kirchlichen Verantwortung“ in: Festschrift für Ernst Wolf Hören und Handeln München 1962 S. 191 ff.
17 ebd. 191.
18 ebd. 193.
19 ebd. 194.
20 ebd. 195.
21 ebd. 198.
22 ebd. 198.
23 ebd. 198.
24 ebd. 202.
25 ebd. 203.
26 ebd. 204.
27 ebd. 204.
28 ebd. 205.
29 Das Amt der Pastorin Ev. Theologie 1962 509-535.
30 Peter Brunner, Lutherische Rundschau 1959/60 298-329.
31 Heintze, Das Amt einer Pastorin S. 535.
32 Dieter Andersen, in: Festschrift Heintze 1987 90.
33 Doris Riemann, in: Heinrich Grosse, Hans Otte, Joachim Perels Kirche in bewegten Zeiten, Hannover 2011 459.
34 Deutsches Pfarrerblatt 1963 Nr. 15/16 S. 355 ff.
35 Der Brief war vom Schöninger Vincenzpfarrer Hans Ludwig Althaus initiiert und am 3.9.63 verschickt worden. Er war unterzeichnet von H.L. Althaus, Schöningen, H. Bertram, Flachstöckheim, H. Buttler, Börßum, Gertrud Böttger, Wolfenbüttel, M. Clemen, Salzgitter Thiede, E. Fincke, Kreiensen, B. Freist, Kissenbrück, E. Grefe, Naesen, H. Goeze, Lebenstedt, R. Herdieckerhoff, Rüningen, W.D. v. Kloeden, Süpplingen, H, Knüppel, Wenzen, Klaus Rauterberg, Watenstedt, H. Sander, Kaierde, E. Schliepack, Volkmarsdorf, E. Tröger, Weddel. beim Verfasser.
36 Mit Konflikten leben. Erlebter Kirchentag 1963, Kreuzverlag Stuttgart 1963 144 f.
37 ebd. 146 f. SONNTAG 29.9.1963 „Zehn Thesen zur Kirchenrefom“, die folgendermaßen eingeleitet wurden: „Bei Dortmunder Kirchentag sprachen der Göttinger Wissenschaftler Dr. Rudolf von Thadden und Landessuperintendent Dr. Gerhard Heintze (Hildesheim) unter lebhafter Anteilnahme Tausender Zuhörer über Notwendigkeit und Möglichkeit einer Reform der landeskirchlichen und gemeindlichen Strukturen.“
38 Erlebter Kirchentag In der Freiheit bestehen, Kreuzverlag Stuttgart, 1965 97.
39 Ev. Theologie 1963 617-646.
40 ebd. 643.
41 ebd. 637.
42 ebd. 638.
43 ebd. 636.
44 ebd. 644.
45 Ein Bericht von Christian Gremmels „Braunschweiger Theologiestudenten auf dem Hessenkopf“ SONNTAG 8.11.1964.
46 ebd.
47 Deutsches Pfarrerblatt 1.3.1959 116 und „Wird die orthodoxe Kirche am ökumenischen Konzil teilnehmen?“ Pfarrerblatt 15.5.1959 283.
48 Buchbesprechung Deutsches Pfarrerblatt 1.3.1961 125.
49 abgedruckt in Einsichten und Aussichten März 1965 24 ff.
50 ebd. 25.
51 ebd. 26.
52 Einsichten und Ansichten Sonderdruck aus Nr. 20 September 1965 Zurück ins Fragen.


[Zurück] [Glaube]
Impressum, http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/Heintze/, Stand: November 2015, dk