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[Kirche von Unten]

Lebendige kritische Gemeinde
Kirche von Unten
Nr. 125 - April 2009


Wir haben die Auferstehung hinter uns

Kein Scherz. Wir haben die Auferstehung hinter uns, wenn wir unsere Taufe ernst nehmen. Kürzlich war in Helmstedt ein Treffen der Gruppe "Aufbruch in der Landeskirche", die sich mit der Taufe beschäftigte und feststellte, Taufe wäre mehr als Segen. Goldrichtig.
Taufe ist Auferstehung. So hat es jedenfalls Paulus gepredigt. Der alte Mensch wird im Taufwasser ersäuft und ein neuer Mensch herausgehoben. So heißt es im Gebet über das Taufwasser: "So soll im Wasser der Taufe alles, was uns von Gott trennt, untergehen. Aus dem Wasser der Taufe soll der neue Mensch auferstehen, der mit Christus lebt." Wenn wir also auf unser Leben zurücksehen, vielleicht nach 60 Jahren: voller Auferstehung. Kein Grund zur Resignation in Folge der erlebten Niederlagen. Meine Vergangenheit ist erfüllt von Auferstehung.
Meine Gegenwart auch. Die Morgenlieder sind voll von diesem Gedanken: "Hilf, dass ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag..." (EG 445,4). Kurt Rose meint: Gottes Ruhetag ist ein Auferstehungstag, "hebt uns alle in sein Leben" (EG 631). Und dann an jedem Morgen dieser Vielklang von Knorr von Rosenroth: Morgenglanz - Morgenzeit - Morgentau - Morgenröte - Lebens-Au - Tränenfeld - Freudenbahn - Gnadensonne" (EG 450). So wird schon der Tagesanfang positiv und vor allem konkret erfüllt von Auferstehung.
Die Auferstehung umfasst alle Zeiten. Also auch meine Zukunft. Habe ich noch was entscheidend Neues zu erwarten? Etwa nach dem Tod? Da wäre ich vorsichtig. Mehr als Auferstehung ist uns nicht verheißen.
So treffen sich also am Ostersonntag und den folgenden sechs Ostersonntagen in unseren Kirchen viele Zeugen der Auferstehung. Dazu brauchen wir nicht an Gräber oder die Erinnerung an ein leeres Grab. Paulus kannte diese Redeweise noch gar nicht. Sie kommt erst später in den Predigten der Evangelisten vor. Wir bezeugen den in unserer Gemeinde und in unserm Leben gegenwärtigen und für uns auferstandenen Christus. Was für ein Fest. Aber nicht nur Ostern. Alle Zeit.
Ihr Dietrich Kuessner


p.s. Im 2. Timotheusbrief ist von Hymenäus und Philetus die Rede, "welche von der Wahrheit abgeirrt sind und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen." Aber das ist was anderes. Da ist nichts von der Taufe zu lesen.


Inhaltsverzeichnis

Zu diesem Heft
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Kristina Kühnbaum-Schmidt: Veränderung in der Bestattungskultur
Markus Fay-Fürst: In der Wicherngemeinde gehört der Tod zum Leben
Kristina Kühnbaum-Schmidt: Predigt im ökumenischen Gottesdienst für "Unbedachte"
Dietrich Kuessner: Seelsorge am Ende des Lebens
Friedich Weber: Staat und Kirche zur Zeit der Weimarer Republik
Helmut Liersch: Seid wachsam Predigt zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht
Asse Andacht
Moritat zur Asse
Helmut Kramer: Geschichtsfälschung im Dienst der Politik
Helmut Kruse: Dr. Ellinor Dohrn, Kirchenmusikerin an St. Petri 1935-1945
Hartmut Barsnick: Mategemeo
Aus einem Brief von Hartmut Barsnick
Eberhard Fincke: Der Unterschied von Recht und Gesetz
Dietrich Kuessner: Der Papst in Berlin
Herbert Erchinger: Fünf Sterne am Roten Meer
Christenkreuz und Hakenkreuz - Eine Ausstellung
Martin Granse: Predigt anlässlich der Beerdigung von Karl Heinrich Büchsel
Christine Bonmann: Trauerfeier in Marien
Drei Buchbesprechungen
Dietrich Kuessner: Aus der Landeskirche



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